Finissage „Dual Use“ in der Platform

Was für ein schöner Abschluss der Ausstellung unseres diesjährigen Preisträgers Franz Wanner, die seit dem 02. Oktober in der PLATFORM läuft. Über 35 Gäste, auch 2 Juroren, waren zur Finissage gekommen.

Im Künstlergespräch diskutierte die PLATFORM-Mitarbeiterin Radmila Kristajic mit Franz Wanner die in seiner Ausstellung bezüglich des Begriffs Dual-Use* aufgeworfenen Fragen: Wie werden Interessen formuliert? Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie entsteht Wirklichkeit zwischen konventioneller Vereinnahmung und subjektiver Gegenwehr?

Nach dem Künstlergespräch realisierte der Münchner Nando Schneider eine Soundperformance, die in unmittelbarem Bezug zu Franz Wanners Videoarbeit steht. Die Filme des Videokreises werden algorithmisiert und als Datensätze an die Wand geworfen. Damit wird das Grundrauschen der „Weltverzweiflungsmaschine“ (Wanner) hörbar – der Soundtrack einer militarisierten Massenkultur, die dieses Störgeräusch nicht mehr wahrnimmt.

Franz Wanner nahm mit seiner Ausstellung den Begriff Dual-Use* in den Fokus. Ein Hyper-Raum aus materiellen und symbolischen Elementen erzeugt einen Bild-im-Bild-Effekt. Die Dualität des Begriffs wird kopiert und virtuell zerfächert. Sprengstoffforscher, Kampfmodels und Terrormanager schließen sich kurz und bedienen in einem Videokreis gemeinsam die Weltverzweiflungsmaschine.

*Dual-Use Definition:

Produkte und Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Rüstungsgüter, die nicht als solche deklariert werden, um Exportverordnungen zu umgehen. Wissenschaft und Forschung, die zum Wohl der Menschheit betrieben wird, in den falschen Händen (also nicht den eigenen), aber zur Katastrophe führt. Gesellschaftlich internierte Form der Schizophrenie, die einen Mangel an Vertrauen in das eigene Interesse voraussetzt und partitionierte Persönlichkeiten hervorruft.

Vielen Dank an das PLATFORM Team für die gute Zusammenarbeit und für Franz weiterhin Erfolg und Sichtbarkeit.