2. April: Atelierbesuch bei Magdalena Jetelová im Werksviertel

Das Oeuvre der aus Tschechien stammenden Künstlerin Magdalena Jetelová (*1946), deren Arbeiten bereits in der Tate Gallery, dem Museum of Modern Art sowie der Biennale von Venedig gezeigt wurden, umfasst Skulptur, Land Art, Installation, Fotografie und Performance. Die Documenta-Teilnehmerin (1987) und Professorin für Bildhauerei (1990-2004 an der Düsseldorfer Kunstakademie sowie 2004-2012 an der Akademie der Bildenden Künste München) wurde in den 1980er Jahren mit großformatigen Eichenholz-Skulpturen von formverzerrten Alltagsgegenständen bekannt. Seit vielen Jahren setzt sie sich in imposanten Großinstallationen vor allem mit den Themen Raum und Zeit auseinander.

Wir besuchen Magdalena Jetelová in ihrem Münchner Atelier im Werksviertel nahe dem Ostbahnhof, wo sie uns im kleinen Kreis über ihre künstlerische Praxis und ihre aktuellen Projekte berichten wird, so auch über ihre jüngsten Arbeiten, die im vergangenen Jahr in Patagonien entstanden sind. Die Mitglieder des Kunstclubs werden die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen und im persönlichen Gespräch mehr über diese international geschätze Künstlerin zu erfahren.

Die frühen Holzskulpturen Jetelovás,  wie beispielsweise überdimensionierte Stühle, Tische oder Treppen, die ins Nichts führen, bewirken – mittels der Unverhältnismäßigkeit von Objekt und Umfeld – ein ungewohntes, widersinniges Raumgefühl. Mit ihrer monumentalen Rauminstallation „Domestizierung einer Pyramide“ (1992) etwa, in der Jetelová im Museum für Angewandt Kunst Wien eine 15 Meter hohe Pyramide aus rotem Quarzsand aufschüttete, erklärt die Künstlerin den Ort zur Bühne, transformiert den urbanen Raum und verändert damit die Wahrnehmung der Besucher grundlegend.

Derartige Eingriffe in den „Raum“ nimmt Jetelová auch in der Natur vor: seit den späten achtziger Jahren experimentiert sie mit Licht und schafft mit Laserprojektionen sogenannte „Raumzeichnungen“, vor allem in menschenleeren Landschaften. Die Dokumentation dieser spektakulären Installationen fließen indas photographische Werk der Künstlerin ein.

Beim „Island Projekt“ beispielsweise zieht sie durch die archaische Landschaft Linien aus Licht, die die Linien der tektonischen Erdplatten repräsentieren und damit die – im Sinne der Künstlerin – einzig wahren Grenzen darstellen. Magdalena Jetelová transformiert Raum und Wahrnehmung. Ihr Ziel ist es dabei, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die „Energie, die zwischen den beiden Polen oszilliert und unser Denken und Leben bestimmt, auf die überall verborgene Energie“ zu lenken.

Termin: 02. April 2019, 18:00 Uhr
Ort: Wird mit Bestätigung der Anmeldung bekannt gegeben
Max. 30 Teilnehmer
Anmeldung