Rückblick Führungen

Besuch der Künstlerateliers am Heizkraftwerk Süd
18. November 2017
Künstlerateliers Heizkraftwerk Süd

WIR WOLLEN BLEIBEN

Diese Plakate hängen überall auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerkes der Stadtwerke München. Die über 300 Mieter, Kleingewerbe und Künstler des HP8, wollen sich nicht durch die Zwischennutzung des Gasteig verdrängen lassen. Wenn man das Gelände gesehen hat, kann man das wohl verstehen. Und mittlerweile sind die Chancen gar nicht so schlecht. Das Architekturbüro CBA, das ebenfalls ein Büro dort hat, legte Pläne vor, die den Mietern das Bleiben ermöglichen würden. Danach erhält der Gasteig lediglich die alte Turbinenhalle und das Eingangsbüro. Die restlichen noch notwendigen Gebäude will man danach in Containern auf den Freiflächen unterbringen. Es eilt! Schon am 13. Dez. will der Stadtrat darüber entscheiden.

Natürlich haben wir uns auch die unter Denkmalschutz stehende Turbinenhalle angeschaut, aber vorher waren von Sybille Rath in ihrem Atelier empfangen worden. Da hingen dann auch schon die 4 sehr eindrucksvollen Portraits, die sie für die Jahresgaben 2017 des Kunstvereins München gemalt hat. Anschließend ging es durch die Halle eines Restaurators für Oldtimer zu den sechs anderen Künstlern, die für uns ihre Ateliers geöffnet hatten. Christoph Lammers ( Zeichnung, Malerei), Wolfgang Aichner (Objekte, Installation), das ist der, der mit seinem Künstlerfreund Thomas Huber ein rotes Boot über die Alpen nach Venedig gezogen hatte und es in einem Kanal absaufen ließ, vor 4 Jahren während der Biennale. Doris Hahlweg (Malerei), Susanne Pittroff (Objekte), die sehr oft im öffentlichen Raum in München zu sehen sind,  Martin Schneider (Bildhauerei) und Eva Schöffel mit beeidndruckenden Fotos und Installationen.

Hoffen wir auf eine gute und nachhaltige Gesamtlösung für den Gasteig und die Künstler.

Wieder eine Entdeckung, die Künstler und Künstlerinnen, ihre Werke und die umkämpfte Location.

Herzlichen Dank an Sibylle Rath für den spannenden Nachmittag.

Führung durch die Kunst im HVB Tower
24. Oktober 2017

Seit 2016 ist der HVB-Tower am Arabellapark die komplett energieeffizient sanierte Unternehmenszentrale der HVB. Auch die Kunstsammlung der HVB hat im Tower ihren Platz gefunden. Über 100 Kunstwerke erzählen nach Themenschwerpunkten und Schlüsselwerken geordnet die Geschichte einer der bedeutendsten europäischen Corporate Collections.

Frau Jeehye Kim führte uns durch den Tower. Die Tour endete eindrucksvoll im „Sky Room“.

18.10. -12.11. 2017: Ausstellung „Der Bau“ in der Platform
20. September 2017

Eine Rauminstallation von Andreas Peiffer
Gewinner des Förderpreises für junge Kunst des Kunstclub13 e.V. 2017

„Ich habe den Bau eingerichtet und er scheint wohlgelungen. Von außen ist eigentlich nur […]“

Vernissage: Mittwoch, 18. Oktober, 19 Uhr
Begrüßung Benedict Rodenstock, Kunstclub13 e.V.
Elisabeth Hartung und Sophia Plaas, PLATFORM

Finissage mit Filmscreening: Sonntag, 12. November, 11 Uhr
Mit dem Kurzfilm-Programm SCHICHTENDE, zusammengestellt von den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen

Ausstellungsdauer: 19. Oktober – 12. November 2017
Ort: Halle der PLATFORM München.

Am Mittwoch, dem 18. Oktober 2017 um 19 Uhr, wird in der Halle der PLATFORM die ortsspezifische Installation DER BAU von Andreas Peiffer eröffnet, der heuer mit dem Preis für junge Kunst des Kunstclub13 e.V. ausgezeichnet wurde. Mit einem technisch gewagten Ausstellungskonzept überzeugte Peiffer die Jury im April bei der Präsentation der fünf nominierten Positionen.

Inspiriert von der unvollendeten Erzählung Der Bau von Franz Kafka entwickelt Andreas Peiffer für die PLATFORM, die ehemals industriell genutzt wurde, einen raumgreifenden Einbau aus Teilen einer fünf Tonnen schweren Behelfsbrücke aus Stahl. In Anlehnung an Kafkas Schilderungen, in denen sich ein Tier zum Schutz vor Feinden einen komplexen unterirdischen Bau gräbt und zwanghaft ausbessert, beschäftigt sich Peiffer mit dem Verhältnis zwischen Raum, Funktion und Betrachter_in. Wie im Text von Kafka kann auch im Entwurf von Andreas Peiffer Architektur als Metapher menschlicher Bedürfnisse nach Stabilität, Schutz und Sicherheit genauso wie für Gefühle der Beklemmung und Entfremdung gelesen werden. Mit seinem Konzept will Peiffer nicht nur auf physischer Ebene radikal in den Ausstellungsraum eingreifen, sondern auch unseren generellen Umgang mit Räumen und wie wir uns darin bewegen, hinterfragen.

Andreas Peiffer (geb. 1982 in Marktheidenfeld) ist ausgebildeter Bildhauer und studierte Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel bei Elisabeth Wagner sowie an der AdbK München bei Julian Rosefeldt und Olaf Metzel, bei dem er Meisterschüler war. 2015 erhielt Andreas Peiffer u.a. den Bayerischen Kunstförderpreis sowie verschiedene In- und Auslandsstipendien. Peiffer ist mit seinen Arbeiten bereits in mehreren Einzel- und  Gruppenausstellungen zu sehen gewesen, u.a. in Bremen, Detroit, Hamburg, Kiel, London und München.

Galerietour zur OpenArt 2017
9. September 2017

S.M.S, shit must stop, eine neue Initiative junger Galeristen begleitete uns den ganzen Nachmittag.

Das begann schon bei Tanja Pol, da lief uns gleich der Künstler und Professor Gregor Hildebrandt mit seiner Freundin Alicja Kwade über den Weg, und machte Werbung für seine abendliche Performance zur Auftaktveranstaltung des S.M.S Vereins, im U-Bahn Zugang Münchener Freiheit. Einige der Teilnehmer an unserem Rundgang traf man dann dort auch tatsächlich wieder.
Durch die excellente Vorbereitung von Sophia Plaas ließ sich das etwas spätere Kommen von Tanja gut überbrücken. Gezeigt wird Martin Wöhrl, und Ausgangspunkt von Wöhrls künstlerischer Praxis ist die Auseinandersetzung mit Raum, Mass und Volumen im Sinne der klassischen Bildhauerei. Reduziert, karg und sehr spannungsreich.
Dann ging es um die Ecke zu Sabine Knust und sehr freundlich begrüßt von ihrem Parnter Matthias Kunz. Gezeigt werden sehr emotionale Malereien von Ika Huber, der Witwe von Günther Förg und Baselitz Schülerin. Aber auch mehr über den internationalen Verlag und die Editionsarbeiten der Galerie zu hören, war ein Erlebnis, und das wussten einige zu wenig. Aber auch hier SMS, Matthias gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Er machte auch noch Werbung für die Performance von Naneci Yurdagül um 17 Uhr, den er in der Dependance knust x kunz + ausstellt. Naneci muß man sich in der Tat merken, ziemlich verrückt, lustig, hintergründig und richtig gut.

Dann auf in die Türkenstraße, vorbei an den leeren Galerieräumen der verstorbenen Christa Burger, zu Klüser2. Herzlich empfangen wurden wir von Nina Neuper, der Direktorin bei Klüser, und man ahnt es schon, das nächste Mitglied des S.M.S Vereins. Auch sie erzählt etwas über die lange Historie der Galerie. „Ohne Bernd Klüser wäre Beuys nie nach München gekommen.“ Zu sehen sind großartige Arbeiten von Gregor Hildebrandt. Es ist die künstlerische Auseinandersetzung mit analogen Tonträgern. Audio- und Videobänder werden direkt auf Bildträger aufgetragen. Der Künstler schafft klare, reizvolle Arbeiten mit einem starken haptischen Charakter. Obwohl man nichts hört, es klingt überall. 
Seit Freitag gibt es eine neue Galerie neben Jo van de Loo und knust x kunz, die Galerie von Susan Bountwell. Sie hatte über 20 Jahre eine Galerie in Sidney und ist jetzt nach München gezogen. Als geborene Düsseldorferin wollte sie irgendwie zurück in die Heimat, na ja, und daraus ist dann München geworden. Ihr Programm werden Künstler aus Australien und Neuseeland, aber auch aus München sein. Sie zeigt Peter Daverington, der sehr plakativ mit surrealistischen Motiven á la Chirico spielt. Peter: „ich male halt gerne….“. Peter begann als street-art Künstler.
Mehrere Galeristen stellten einen Rückgriff auf die 50/60/70er Jahre aus.

Also dann doch richtig eintauchen in die Vergangenheit. Wir gingen zu Marie-José van de Loo, der Tochter des berühmten Galeristen uns Sammlers Otto van de Loo. In ihrem Projektraum zeigt sie Helmuth Sturm, einem Gründungsmitglied der Münchener Gruppe SPUR. Die künstlerischen, literarischen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge der Zeit schilderte sie sehr eindringlich und lebhaft. Und es war kaum zu glauben, die Gruppe von über 25 Teilnehmern blieb bis zum Schluss zusammen und hatte offensichtlich Spaß an den Mix von Künstlern und Strömungen über einige Dekaden hin. 

Ach ja, bei der S.M.S. Party am Abend waren alle üblichen Verdächtigen wieder versammelt, auch Teile unserer nachmittäglichen Gruppe. S.M.S. will die Münchener Galerienszene stärker internationalisieren und sucht weltweit Partnergalerien, aber auch Institutionen und private Sammlungen die sich beteiligen. In den nächsten Monaten wird ein Konzept dieser Vernetzung erstellt und in einem Jahr soll alles Realität werden. Ich kann mir vorstellen, dass wir ihnen in unserer Montagsrunde dafür auch eine Plattform bieten können, wenn es denn ein erstes Konzept gibt. Die Bereitschaft jedenfalls war für Nina, Matthias und Johannes Sperling groß. Die Galerienszene in München kommt offensichtlich in Bewegung, gut wäre es. Mal schauen, wie es in einem Jahr aussieht, der 30sten Ausgabe von OPENart. Konkurrenz belebt das Geschäft. „Stoppt den Mist“ titelt Evelyn Vogel an diesem Wochenende in der SZ.

Führung durch die Jahresausstellung 2017 in der Akademie
29. Juli 2017
AdBK München Jahresausstellung

Auch im Juli 2017 boten wir eine Führung durch die Jahresakademie der Akademie der Bildenden Künste München an. Vorbereitung und Führung erfolgen diesmal durch die Vorstandsmitglieder des Kunstclub13 Dr. Susanna Ott, Hans-Joachim Heins und Dr. Arnold Lösler mit Unterstützung von Angelika Stiegler von der AdBK.

Folgende Positionen wurden besucht:

  • Shriley Cambonie „À la mémoire“ (Klasse Pitz, Fassade) * Preis des Akademievereins 2017
  • Klasse Rosefeldt „Utopium“ (Bibliothek, Litfaßsäule: Installationen und Performanceprogramm) *Preis des Akademievereins 2017
  • Klasse Hildebrandt VIP Raum
  • Stela Vula (Klasse Huber, Videogame)
  • Klasse Huber: EG und UG
  • Gemma Meulendijks, Performance „an act of restauration and conservation“
  • Maria Matinyan „NMM-Zone: Natur-Maschine-Mensch-Zone“ (u.a. Klasse Rosefeldt, Garten)
Besuch in der Wiede-Fabrik
15. Juli 2017
Wiede-Fabrik

Im Jahr 1928 errichtete der Firmengründer Gottfried Wiede auf dem knapp drei Hektar großen Gelände eine Fabrikations-Stätte zur Herstellung von Acetylen, einem ungiftigen Gas, das zusammen mit Sauerstoff zum Schweißen verwendet wird. Durch den Aufschwung während der Wirtschaftswunderjahre wuchs die Produktion und die Gasflaschen fanden weltweiten Absatz. Im Jahr 1985, nach fast sechzig Jahren Produktion im Familienbetrieb, wurde der Konkurrenzdruck jedoch zu groß und die Gründerfamilie entschloß sich zur Stilllegung.

Der Eigentümer und Stammhalter der Gründerfamilie, Andreas Wiede-Kurz, betreibt seit 1992 nachhaltig die Entwicklung der Fabrik zu einem Ort, an dem Künstler frei Raum gestalten und Kunst schaffen können. Im Sommer 1995 traten die Künstler der alten Wiede-Fabrik erstmals in einer großen Gemeinschaftsausstellung an die Öffentlichkeit.

Die Zukunft wird von verstärkten Aktivitäten geprägt sein und die Wiede-Fabrik als langfristiges Modell der privaten Förderung von zeitgenössischer, bildender Kunst fest etablieren. Der Förderer und „Ermöglicher“ Andreas Wiede-Kurz setzt damit auf eigene Art die Tradition der Familie Wiede fort, Nachhaltigkeit im besten Sinne des Wortes als Wert zu etablieren. Sein Medium hierfür ist die Kunst.

Andreas Wiede-Kurz selbst führte uns zu einigen ausgesuchten  Positionen. Wer Lust und Muße hatte, konnte dann noch weitere der ca. 30 Ateliers erkunden. Anschließend konnte man im Bistro den Nachmittag ausklingen lassen.

Wiede-Fabrik Website

Führung 14. RischArt_Projekt: PARASYMPATHIKUS
1. Juli 2017
RischART_Paraympatikus

„Ruhe mitten in der Stadt, ist das überhaupt möglich?“. Um Antworten auf diese zentrale Frage zu finden, hatte die Kuratorin Katharina Keller sechs KünstlerInnen eingeladen, das diesjährige Ausstellungsthema zu interpretieren.

Bereits seit 1983 gehen die RischArt_Projekte immer wieder neue Wege, um Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen. 2017 wurde das 14. RischArt-Projekt, eingebettet in die besondere Atmosphäre des Kunstareals, für drei Wochen zum urbanen Ruhepol, Ort der entspannten Kommunikation und Zerstreuung, ein temporärer Kunstort mitten in der Stadt.

Beteiligte KünstlerInnen: Wolfgang Ellenrieder, Beate Engl, Alexandra Hendrikoff, Vincent Tavenne, Ina Weber, Martin Wöhrl.

Die Führung erfolgte durch die Kuratorin Katharina Keller.

Münchner Zukunftsland gleich hinterm Ostbahnhof: Werksviertel und whiteBOX
13. Mai 2017

Auf die Partylöwen folgen die Schafe:

Auf dem ehemaligen Gelände des Kunstparks-Ost entstanden Lofts, Büros und Restaurants und über 30 Ateliers in der whiteBOX. Sogar eine Blumenwiese auf dem Dach mit einer Schafherde ist geplant.

Das sogenannte Werk 3 war in früheren Zeiten wesentlicher Bestandteil der Kartoffelknödel-Fabrik der Firma Pfanni. Es blieb in seinen Grundstrukturen erhalten, wurde aber vollständig modernisiert, aufgestockt und erweitert.

Ein spannendes Projekt mit seinem rauen Industrie-Charme. Und gleich nebenan wird demnächst das Konzerthaus-München gebaut werden, wenn dann mal alle Bewerber die Architektur-Ausschreibung abgegeben haben.

Die Künstlerin Patricia Wich führte uns durch mehrere Ateliers, natürlich auch durch ihr eigenes. Dort konnten wir das Modell einer Arbeit für eine neue Schule auf dem Domagkgelände bewundern. Die Arbeit muss sie am kommenden Wochenende installieren und die Kinder werden viel Spaß beim Klettern und Versteckspielen haben. Danke an alle, die am Samstag Nachmittag für unsere Gruppe ihre Türen geöffnet haben. Neben Patricia waren es Stephanie Maier, Gregor Passens, Johannes Wende, Matias Becker, Robert Weissenbacher, Sinon von Stietencron, Matthias Fucks und Youjin Yi. Einen Eindruck, auch aller anderen Positionen, findet man hier:

http://www.whitebox-muenchen.de/kuenstler/

Zum Schluß führte uns die Künstlerin Judith Egger noch duch ihre Ausstellung URSPRUNG/ORIGINS – eine Versuchsannäherung über die Selbstorganisation der Materie und die Entstehung des ersten Lebens auf der Erde. Das ist ein interdisziplinäres Projekt im Dialog der Künstlerin mit dem Biophysiker an der LMU, Prof. Dieter Braun. Richtig spannend und auch lustig, zumal Judith zum Schluß auch noch die Urknallbrille aufsetzte.

Jurytermin für den Kunstclub13 Förderpreis 2017
5. April 2017

2017 vergab der Kunstclub13 e.V. zum sechsten Mal einen Förderpreis für junge Kunst im Gesamtwert von 6.500,- EUR – wie bereits in den letzten drei Jahren wieder in Kooperation mit der PLATFORM. Preisträger der vergangenen Jahre waren die Künstler Sarah Lehnerer, Franz Wanner, Anna McCarthy, Frank Balve und Emilia Scharfe.

Insgesamt fünf Kandidaten wurden innerhalb eines Auswahlprozesses zur Prämierung vorgeschlagen. Die Kuratoren Bernhart Schwenk (Pinakothek der Moderne) sowie Eva Huttenlauch (Lenbachhaus) wurden gebeten, dafür jeweils einen Kandidaten zu nominieren. Die übrigen Kandidaten wurden in einem internen Auswahlverfahren durch den Vorstand des Kunstclub13 nominiert:

Jury

Die Auswahl des Preisträgers erfolgte durch die in diesem Jahr wie folgt besetzte Jury:

  • Dr. Elisabeth Lörcher, Sammlerin, nahe München
  • Sabine Reithmaier, Süddeutsche Zeitung, München
  • Dieter Rehm, Präsident der Akademie der Bildenden Künste, München
  • Susanne Touw, Kuratorin für Medienkunst, Sammlung Goetz, München
  • Annette Vogel, Kunsthistorikerin und Kuratorin, München

Ablauf

Die Kandidaten stellten ihr Konzept für die Ausstellung im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung mit einer 15 bis 20-minütigen Präsentation der Jury vor. Neben dem Ausstellungskonzept sollte der Kandidat der Jury möglichst auch einen allgemeineren Einblick in seine Arbeit geben. Anschließend zieht sich die Jury zur nicht-öffentlichen Beratung zurück. Die Verkündung des durch die Jury ermittelten Preisträgers erfolgte am gleichen Abend. Der Sieger des Wettbewerbs würde die prämierte Arbeit realisieren und ab November 2017 in den Räumen der PLATFORM ausstellen.

Publikumspreis

Im Rahmen der öffentlichen Jurysitzung wurde zudem auch ein Publikumspreis vergeben, der mit 500,- EUR dotiert war. Der Preis wurde gestiftet von Andreas Wiede-Kurz (Wiede-Fabrik). Die geheime Abstimmung und Bekanntgabe erfolgte im Anschluss an die Präsentationen.

Besuch in der ERES-Stiftung
22. Februar 2017
ERES Stiftung Feb. 2017

Am Abend des 22. Februar fanden wir uns in der ERES-Stiftung ein zu einer Führung durch die aktuelle Ausstellung: ICH ist eine EGO-Maschine. Die Führung übernahm Frau Dr. Sabine Adler, Direktorin der ERES-Stiftung.

Was ist Bewusstsein und warum entwickeln wir überhaupt bewusste Vorstellungen? Diese Fragen zählen zu den großen ungelösten Rätseln der Wissenschaft. Mit neuen Methoden brachte die Hirnforschung in den vergangenen Jahren unerwartete Erkenntnisse. Ist das Ich-Bewusstsein lediglich ein von unserem Gehirn erzeugtes Modell – eine Täuschung, aber eine sehr nützliche? Wie fühlen wir mit anderen Menschen? Was passiert in Trance? Haben auch Tiere ein Bewusstsein? Die Ausstellung zeigt künstlerische Positionen, die sich mit den faszinierenden Ergebnissen der Bewusstseinsforschung beschäftigen, begleitet von einem umfassenden wissenschaftlichen Rahmenprogramm.

Paweł Althamer versetzt sich mit LSD, Magic Mushrooms, Haschisch und anderen Substanzen in bewusstseinserweiternde Zustände. Jan Fabre diskutiert in einem performativen Video mit dem Neurowissenschaftler Giacomo Rizzolatti über die Frage »Do we feel with our brain and think with our heart?«, Carsten Höllers Fotoserie »Sina« reflektiert, ob auch Tiere ein Bewusstsein haben. Peter Kogler zieht in einem eigens für die Ausstellung konzipierten Kubus die herkömmliche Erfahrung von Raum in Zweifel und setzt irritierende Bewusstseinsphänomene frei. Seine jüngsten Collagen zielen mit ihren Bildstrudeln direkt ins Unterbewusstsein und reihen sich zu einem teils poppig-bunten, teils abgrund-schwarzen Remix. Die Ausstellung zeigt zudem neue »Rubbings« von Matt Mullican sowie die Videoperformance »Breakfast«. Überraschend erzählerisch ist seine neue Arbeit »Untitled (A place to sleep)«, die mit einfachsten Mitteln die Sehnsucht des Menschen nach Geborgenheit und Intimität formuliert. Thomas Zipp entwirft ein Ensemble aus Leinwandbildern und elektronischen Musikgeräten, das er als neuronales Netzwerk inszeniert. Mit Antennen als »Wahrnehmungsorganen“ entwickelt die Musik-Maschine ein unheimliches Sound-Eigenleben – und vielleicht sogar Bewusstsein?

Führung durch die Diplomausstellung an der AdBK München
11. Februar 2017

Auch dieses Jahr führten wir eine geführte Tour durch ausgewählte Studios der Akademie der Bildenden Künste München durch. Absolventen zeigten ihre Diplomarbeiten in den Studios. Die Führung übernahm Angela Stiegler, künstlerische Mitarbeiterin von Prof. Hermann Pitz. Gezeigt wurden ausgewählte Positionen, u.a. von Pio Ziltz, Hiba Al Ansari und Sophie Schmidt. Die Teilnehmer konnten außerdem auf eigene Faust weitere Studios besuchen.

Hier die komplette Liste der besuchten Stationen:

0) Frank Balve (ehem. Klasse Prof. Schneider, Bildhauerei), * ehemaliger Preisträger K’13 Förderpreis – Friedhof vor dem Altbau der Kunstakademie

1) Peter Bulla (Klasse Prof. Huber, Bildhauerei) und Maria Braune (Klasse Prof. Pitz, Bildhauerei) – „Geister“ und Fries aus Asche und Knochenleim

2) Sara-Alisa Raschke und Maximilian Helk (Klasse Prof. Oehlen, Malerei) (Künstlerduo und individuelle Positionen) – Märchen und Geisterbild /
Pio Ziltz (Klasse Prof. Oehlen, Malerei), * nominiert für den K’13 Förderpreis 2017, * Senator-Bernhard Borst Preis – Modelle und Reliefs

3) Josef Knoll (ehem. Prof. Förg/ Prof. Hildebrandt, Malerei) – Stiftrisograf (leider nicht anwesend)

4) Bettina Kirmair (Prof. Brack, Bühnenbild) – „Warten auf Romeo“, Balkoninstallation

5) Hiba Al Ansari (ehem. Prof. Schneider, Bildhauerei), * DAAD-Preis – Mathematikbuch

6) Sophie Schmidt (Prof. Huber, Bildhauerei), * nominiert für den K’13 Förderpreis 2017, * Debütantenförderung – „Engländerin in Empfängnis“ Tafelbild

7) Samuel Ferstl (Prof. Huber, Bildhauerei), * Super + Kunstförderpreis 2017 – „Western Vodoo“ Installation mit Performance

*) Empfehlung: Schmuckklasse, besonders Jing Yang „Ich bin keine Vase“, Untergeschoss

Kunst beim ADAC
9. Februar 2017
ADAC

Unter der Führung von Annette Vogel, Kunsthistorikeren und Kuratorin, bot der Kunstclub13 eine Führung durch die Sammlung des ADAC in dessen Zentrale in der Münchner Hansastr. an.

Seit Ende der 60er Jahre Jahre sammelt der ADAC Kunst zum Thema Automobilität. Keine andere technische Erfindung als das Auto erfuhr diese große Resonanz in der Kunst und erstaunlich viele bedeutende Künstler nach 1945 setzten sich sowohl ästhetisch als auch kulturkritisch mit dem Auto auseinander.

Die Kunstsammlung des ADAC enthält Werke von Andy Warhol, Edward Kienholz, Joseph Beuys, Wolf Vostell, Dieter Roth und Thomas Bayrle bis hin zu Werken aus der neueren Zeit von Andreas Slominski, Jeppe Hein und Wolfgang Tillmans. Sie spiegelt den Zeitgeist verschiedener Jahrzehnte und setzte ein, als die Massenmotorisierung und deren kontroverse Diskussion um Sicherheit, Fortschritt und Zerstörung – zur Zeit von Popart, Happening, Fluxus und Kritischem Realismus  – einen Höhepunkt erfuhr. Die Unternehmenssammlung versteht sich seitdem als eine Facettte der immer aktuellen Mobilitätsdiskussion und ist integraler Bestandteil der betriebsinternen Kommunikation.

Seit Dezember 2011 wird die Kunstsammlung „Spuren“ im neuen ADAC Geschäftsgebäude in der Hansastraße in München präsentiert, das von den Berliner Architekten Sauerbruch/Hutton entworfen wurde.

Besuch im Atelier von Tim Bennett
14. Dezember 2016
Tim Bennett

Geboren 1973 in Rochdale, Großbritannien, lebt und arbeitet Tim Bennett seit über 15 Jahren in München. Nach dem Studium der Malerei und Bildhauerei bei Ben Willikens und Hermann Pitz an der Akademie der Bildenden Künste München und diversen Stipendien im In- und Ausland bis 2005, kehrte er für drei Jahre in sein Heimatland zurück, um einen Master of Fine Arts am renommierten Goldsmiths College in London zu absolvieren. Seit 2013 wird er von der Galerie Jo van de Loo vertreten.

Schon in den frühen Arbeiten Bennetts spielt das Verhältnis von spontaner künstlerischer Geste und oft langwierigen und akribischen Arbeitsprozessen, die eben aus jener hervorgehen, eine entscheidende Rolle. Dabei bedient sich der Bildhauer aus einer großen Palette von handelsüblichen Baustoffen und Materialien, die er gerade durch Verfahren der Veredelung und Neukontextualisierung in völlig neue Bedeutungsräume versetzt. Zentrale Materialien sind von jeher Gipskarton, Gips, Marmor, Zement, Holz, Furnier, aber auch Bronze oder Bierdeckel.
In den neuesten Wandarbeiten, die gerade bei seinem Galeristen Jo van de Loo zu sehen waren, wird Gipskarton mit Raufaser tapeziert, um dann als farbiger (Bild-)Träger für den eingegossenen Gips zu dienen, der wiederum den „Schutt“ des Ateliers mit einschließt und zu einem Teil der scheinbar zufällig entstandenen Form macht.

In einer zweiten Werkreihe widmet sich Tim Bennett einem weiteren „Baustoff“, aber vor allem Material der klassischen Bildhauerei, dem Marmor. Polierte Carrara-Marmor-Blöcke werden grob von Hammer und Meißel des Künstlers bearbeitet ohne ihre Funktion des Sockels zu verlieren. Dabei werden sie selbst zur Skulptur. Der abgeschlagene Marmorbruch wird anschließend als Plastik aufwendig „aufgepfropft“ und gegebenenfalls mit Ölfarbe bemalt. Denn auch hier gilt wieder: Auf eine schnelle Geste des Künstlers folgt ein verhältnismäßig langer Prozess der Ausarbeitung und Veredelung – ganz im Sinne Bennets: Time is a Waste.

Anschließend fanden sich die Teilnehmer zum geselligen Abendessen im Wirtshaus „Hohenwart“ ein.

Werkstattführung beim Rahmenmacher Werner Murrer
8. November 2016
Murrer

Am 8. November 2016 öffnete WERNER MURRER RAHMEN exklusiv die Türen seiner Thalkirchner Rahmenwerkstatt für den Kunstclub13. Die Führung gab Einblick in die vielfältige Arbeit seines Teams, das aus Schreinern, Vergoldern, Buchbindern, Glasern, Holzbildhauern, Künstlern sowie Kunsthistorikern besteht.

Das Highlight der Werkstatt sind die 2.500 historischen Rahmen, die aus dem 16.-20. Jahrhundert stammen und sowohl als Muster für Kopien als auch als Verkaufsexemplare für Künstler, Sammler und Museen dienen. Anhand der originalen Rahmungen gibt Werner Murrer einen kurzen Abriss über die Geschichte des Rahmens bis hin zu zeitgenössischen rahmenlosen Präsentationsformen.

In der Schreinerei und Vergolderei sah man schließlich die verschiedenen Werkzeuge und Materialien, die zum Entstehen und zur Fertigstellung eines Rahmens beitragen. Neben Sägen, Fräsen und Blattgold gab es dabei auch Überraschendes und Ungewöhnliches wie etwa Flammenwerfer und Halbedelsteine.

Während die Rahmenrekonstruktionen und Kopien nach Möglichkeit in traditionellen Herstellungsverfahren gefertigt werden, wird in der Einrahmerei nach modernen konservatorischen Richtlinien eingerahmt. Säurefreie Passepartouts und schützendes UV-Glas werden dort ins passende Format gebracht.

Die Auswahl eines Rahmens geschieht natürlich nicht nur in enger Absprache mit dem Kunden, sondern auch mithilfe eingehender kunsthistorischer Recherche. Eine eigene interne Bibliothek zum Schwerpunkt Bilderrahmen, sowie ein Bildarchiv mit über 75.000 Bilddateien helfen dabei, für jedes Kunstwerk den optimalen Rahmen zu finden.

Alle Kunst- und Rahmeninteressierten waren im Anschluss eingeladen, den Abend zwischen jahrhundertealten Meisterwerken der Rahmenkunst mit Wein und Häppchen ausklingen zu lassen.

Weitere Infos zu Werner Murrer Rahmen

Führung durch „Zimmer Frei“ im Hotel Mariandl
12. Oktober 2016
Zimmer Frei

In Zimmer 23 liegt Robert Crotla in der mit warmem Wasser gefüllten Badewanne, mit Taucherbrille und Schwimmflossen…und planscht…..und im Hintergrund schmalzt Hans Albers sein „La Paloma adé….auf Matrosen ohéeeiiii…..“

„Hat der ’ne Badehose an?“ „Neee, jetzt schau doch einfach mal hin…!“

Robert hatte sich für uns diese Einlage ausgedacht. Die Matrosenanzüge und Kleider der Vernissagen Performance lagen überall im Zimmer herum, am Vorabend waren das die Verkleidungen lebender und tanzender Statisten gewesen. Der Förg Schüler hatte auch seinen eigenen Chefpoeten mitgebracht, dessen Redefluss musste man irgendwann stoppen. Vor 17 Jahren hatte der Kurator Mehmet Dayi dieses Format erfunden. Jedes Jahr im Oktober – nach der Wies’n – beziehen Münchner KünstlerInnen 12 Zimmer auf zwei Etagen des Hotels und bringen den Hotelalltag durcheinander. Es entstehen ortsbezogene Arbeiten, Installationen, Projektionen, Inszenierungen und Performances – in Reaktion auf den Ort, seine Geschichte und seine einzigartige Atmosphäre.

Alle 5 Sinne werden angesprochen. Bei dem Duo Schwaiger / Häsler sind es die Hinterlassenschaften der Übernachtenden. Befleckte Matrazen, Assoziationen von Haaren aller Körperteile und ein unangenehmer Geruch von ausgelegten Käsescheibletten, der sich bis zur Finissage wohl noch verstärken wird.

Farblich sind sie bereits in Ocker übergegangen. Ähnlich intensiv ist es im Zimmer von Marc Avrel. Auf dem Bett liegen Koran, Bibel und Tora getränkt mit dem Blut des Künstlers. Ein subtiler Aufruf gegen Gewalt. Marco Miehling zieht mit einer physikalischen Installation den Baum, also die Natur, ins Zimmer. Auch die Künstler Oliver Winheim, Thomas Silberhorn, Shinae Kim, Yeonsoo Kim, Julien Viala und Kitty & Joy sind sehr sinnliche Erlebnisse.

Olga Wiedenhöft verknüpft Geist und Seele und lässt uns an eigenen Herzschlagerlebnissen, da wird nichts verraten, im Raum 26 teilhaben.

Zurück auf der Straße hört man dann auch die Soundinstallation von Hisashi Yamamoto. Oben war das Zimmer 11abgeschlossen.

Im nächsten Jahr wird das „Baby“ von Mehmet Dayi 18 Jahre alt, also volljährig. Dann schauen wir mal, womit er uns dann überraschen wird. Danke an Julia Rennschmid und Hilke Bode für die Führung und Interpretionshilfen.

Die Gruppe vom Kunstclub13 jedenfalls hatte viel Spaß, weil in einigen der Zimmer immer auch eigene Erlebnisse mit Hotelzimmern hoch kamen.