News / Rückblick

Pop-up Ausstellung: Living Art – leben mit Kunst, lebende Kunst
21. Oktober 2020
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Raum für Kunst ist schon lange knapp in München, und derzeit ist der Zugang sogar noch beschränkter. Unsere Mitglieder Dr. Isabella Grahsl und Dr. Christian B. Fulda haben daher die Gelegenheit der Zwischennutzung von privaten Räumen beim Schopf gepackt und eine Pop-up-Ausstellung unter dem Motto „Living Art – leben mit Kunst, lebende Kunst“ organisiert, zu der sie den Kunstclub13 herzlich einluden. Im kleinen Kreis konnten wir in einer leerstehenden Wohnung einen „temporären Lebensraum“ für die zeitgenössische Kunst erleben. Über 60 Arbeiten münchner, deutscher und internationaler Künstler, darunter viele Installationen und Videoarbeiten, waren zu entdecken. Der off space Rosa Stern bespielte einen Raum mit 25 überwiegend zeichnerischen Positionen, und eine Live Performance von Nicola Kötterl und Jakob Braito rundete das außergewöhnliche Erlebnis ab. 

Die Idee für dieses ungewöhnliche Projekt hatten unsere Gastgeber der Zeit des lock downs: zum Einen jüngste Produktionen aus der coronabedingten Isolation präsentieren, andererseits Kunst jenseits des White Cube zeigen, dort, wo sie im Lebensraum der Sammler hängt und sich behaupten muss. Jeder Raum war mit Bedacht thematisch kuratiert, von zeitgenössischen Perspektiven auf das Stilleben über Kunst in Auseinandersetzung mit Musik und Literatur zu (sub)urbanen Utopien und Dystopien. Im Rahmen des Möglichen gesellig wurde der Abend nicht zuletzt durch die feine kulinarische Begleitung von Heinrich Matters. Wir hoffen, dass diese private Initiative Schule macht und unsere Mitglieder zum Nachahmen inspiriert.

Bildnachweis: Living Art: Gil Heitor Cortesão, Room, 2016 © Bruno Lopes

Fortbildungsprogramm von PLATFORM und BBK

Das gemeinsame Fortbildungsprogramm UPDATE der PLATFORM und des Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V. (BBK) für Künstler*innen und Kulturmanager*innen geht in die nächste Runde! Von Oktober 2020 bis Februar 2021 haben Sie wieder die Möglichkeit, an Seminaren und Vorträgen teilzunehmen und sich in verschiedenen Bereichen fortzubilden. Die 15 Veranstaltungen finden in der PLATFORM, der Galerie der Künstler und, dieses Mal neu, online statt. Ab heute können Sie sich über die Webseite anmelden.

12. Sept. 2020: Galerietour zu „Various Others“
12. September 2020
Various_Others_2020

Eine Galerietour des Kunstclub13 in Kooperation mit VARIOUS OTHERS bildete den Auftakt für unseren Kunstherbst 2020.

VARIOUS OTHERS ist eine Initiative Münchner Galerien und Kunstinstitutionen, die dieses Jahr zum dritten Mal stattfand. Das Ziel ist ein intensiverer Austausch Münchner Kuratoren, Künstler und Galeristen mit internationalen Partnern. Dazu laden die teilnehmenden Galerien Partnergalerien aus dem In- und Ausland zu gemeinsamen Projekten ein. Eine schöne Gelegenheit für das Münchner Kunstpublikum, neue Künstler zu entdecken und das hochkarätige Rahmenprogramm zu nutzen. Am Eröffnungswochenend führte uns Felicitas Kaspar, eine Mitarbeiterin des VARIOUS OTHERS-Teams, durch Galerien in der Maxvorstadt und gab uns Einblicke in die Arbeit der Initiative. 

In der Galerie Klüser 1 führte uns die Galeristin durch die kuratierte Ausstellung „Il Mondo Umano“, in der uns vor allem die von der Christine König Galerie in Wien beigesteuerten großformatigen Fotografien Jürgen Tellers und zwei frühe Arbeiten von Tony Cragg begeisterten. Bei Rüdiger Schöttle freuten wir uns in der spätsommerlichen Nachmittagssonne auf der Dachterasse über Keramikmasken von Michael Sailstorfer die auf ozeanische oder afrikanische Vorbilder zu referieren scheinen. Auch die überzeugende Installation von Thu Van Tran ein Stockwerk tiefer konnte in einem postkolonialen Kontext gelesen werden, als Auseinandersetzung der heute in Paris lebenden Künstlerin mit ihrer Kindheit in Vietnam. Im Erdgeschoss hieß es dann genauer hinschauen: Die filigrane Malerei der Berlinerin Helene Appel setzt einfache Vorlagen aus der Natur in frappierender Trompe-l’Oeil-Manier um.  Den Abschluss bildete eine Einführung des Galeristen Matthias Kunz (Knust Kunz Galerie) in die Technik der Monotypie. Die farbintensiven Unikat-Drucke der New Yorker Künstlerin Shara Hughes wurden noch kurz vor Beginn der Covid19-Pandemie in der spezialisierten Druckerei Pace Prints in New York angefertigt und konnten deshalb jetzt pünktlich zum Saisonstart erstmals in Deutschland gezeigt werden. 

Mit einem Bündel von Tipps für weitere interessante Programmpunkte im Rahmen von Various Others entließ und Felicitas Kaspar nach gut zwei Stunden in das Kunstwochenende. Bis Mitte Oktober ist unser Terminkalender nun randvoll!

Kunst-Radltour München am 18. Juli 2020
18. Juli 2020

Nach einem halben Jahr Stillstand haben wir am Samstag, den 18. Juli 2020 wieder mit unserem Programm begonnen.

Kunst im öffentlichen Raum mit frischer Luft war die Devise. Die 15 Teilnehmer trafen sich an der „Bavaria“, eine Bronzestatue von Alicja Kwade, Corneliusbrücke, Ecke Erhardtsraße.

Diese temporäre Installation ist keine exakte Kopie von Ludwig Schanthalers monumentaler Arbeit auf der Theresienwiese. Kwades Arbeit hat menschliches Maß, exakt auf die Größe der Künstlerin herunterskaliert und aller Symbole der Macht und des Sieges, wie Löwe, Schwert und Lorbeer beraubt, erscheint sie gleich berechtigt zu uns Betrachtern.

Weiter ging es, alle ohne E-Bike, zum Jüdischen Museum und der Textarbeit von Sharone Lifschitz (2004-2007) an den Scheiben rund um das Museum herum.

Die Texte sind das Ergebnis eines Dialoges der Künstlerin mit ca 180 deutschen Bürgern, die sie zufällig über Anzeigen in Zeitungen kennenlernte, und über die individuelle Haltung zur deutschen Geschichte und zur jüdischen Kultur mit ihnen diskutierte.

Weiter in die „Gasse ohne Namen“ die zum Oberanger führt und die Lichtarbeit „Passage Rot Blau“ von Keith Sonnier an der Fassade des Angerhofkomplexes.

Das ist sicherlich noch wirkungsvoller bei Dunkelheit und dann sieht man auch besser die Bewegung von Kreis und Viereck.

Im Boden eingelassen sind die Klangsteine von Andrea Schmeing-Häusler (2008) Fünf klassische Kirchenglocken, aus Bronze gegossen, sind unterirdisch in einem Hohlraum montiert. Die Töne erklingen aus dem Schachtgitter rechts.

Die Idee: Anders als die Viscardigasse hinter der Feldherrnhalle, die früher voller Hast von Münchnern genutzt wurde, die sich vor dem Hitlergruß am Odeonsplatz drücken wollten, soll diese neue Gasse die Menschen erfreuen, das Glockenspiel „Erinnerungen an Momente kindlicher, selbstvergessener Unbeschwertheit“ aufkommen lassen. Bei der Vorbesichtigung haben wir alle Glocken zum klingen gebracht, schade, bei unserer Tour schwiegen sie.

Die Bodenarbeit Oberanger, Ecke Dultstraße ist von Ulla von Brandenburg (2017) und erinnert an die vom Nazionalsozialismus verfolgten Lesben und Schwulen. Die Stadt lernt – endlich gibt es mal eine Tafel mit guter Erklärung.

Neben der Bodenplatte in der Kardinal Fauhaber Straße, wird endlich der 1919 ermordete erste Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Kurt Eisner, würdig geehrt. Die Künstlerin Rotraut Fischer hat einen ästhetischen Glaskubus realisiert mit dem Satz von Eisner selber: „Jedes Menschenleben soll heilig sein“. Nachts ist die Skulptur illuminiert.

Weiter zu „Waterfall“ von Tatjana Trouvé vor dem Eingang des alten Südlichen Friedhofs am Stephansplatz. Die Skulptur „Waterfall“ schuf die italienische Künstlerin Tatiana Trouvé, die das klassische Motiv des Brunnens im städtischen Raum aufgriff. Ihre Skulptur kombiniert den Alltagsgegenstand einer alten Matratze aus hochwertigem Bronzeguss mit dem gängigen Baumaterial Beton. Wenn der Brunnen läuft, häng die Matratze wie ein nasser Sack über der „Betonmauer“. Eine Matratze die der Funktion nach weich ist und auch so aussieht, ist in dieser Realität aus harter Bronze. Es war eines der Werke des Projekts  <a space called public>, die die Kunst im öffentlichen Raum aufrief, sich auf Identitätssuche der Stadt zu machen.

Dann zur Theresienwiese, wo man noch mal den Eindruck der riesigen „Bavaria“ bekam und weiter zum Quartiersplatz, einer Landschaftsskulptur aus bis zu drei Meter hohen Rasenhügeln und einer bespielbaren „Dünenlandschaft“ mit Klettergräten und Trampolinen, eingerahmt von einem orangenen Betonsockel sowie einer Aufenthaltsfläche, die mit dunklem Basaltsplitt belegt ist.

Erstmals wurde in München vom Baureferat ein Platz realisiert, bei dem bereits in der Wettbewerbsphase Künstler und Landschaftsarchitekten kooperierten. Rosemarie Trockel (Künstlerin, Köln) entwickelte mit Catherine Venart (Architektin, Halifax) und Topotek1 (Landschaftsarchitekten, Berlin) die Idee einer bespielbaren Landschaftsskulptur auf dem Quartiersplatz Theresienhöhe, der seit dem 12. Juni für die Öffentlichkeit freigegeben ist.

Der Platz entstand auf einer 300 Meter langen und 50 Meter breiten Betonplatte über der Bahnlinie München-Rosenheim und einem Teil der ehemaligen Messetiefgarage. Der Quartiersplatz ist Bestandteil der Kunstprojekte „1a Orte“ auf der Theresienhöhe, einem Projekt von QUIVID, dem Kunst-am-Bau-Programm der Stadt München.

Wir jedenfalls blieben etwas nachdenklich zurück; man möge sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Der Abschluss war SWEET BROWN SNAIL: Als Jason Rhoades eingeladen wurde, im Neubaugebiet Theresienhöhe* eine Arbeit für den Platz vor dem Verkehrszentrum des Deutschen Museums zu realisieren, stand der Vorschlag im Raum, an diesem Ort das Thema „globale Geschwindigkeit“ aufzugreifen. Rhoades reagierte mit einer Schnecke, jenem Tier also, das als sprichwörtlich langsam gilt, das aber auch, äußerst mobil, sein „Haus auf dem Rücken trägt“. Die süße braune Schnecke ist die monumentale Vergrößerung einer Nippesschnecke und steht in enger Verbindung mit einer Serie anderer Arbeiten. Ende der neunziger Jahre hatte Jason Rhoades zusammen mit Paul McCarthy – die beiden renommierten Künstler stammen von der US-amerikanischen Westküste – die so genannten „Proppositions“ entwickelt.

Das Wort erscheint auf den ersten Blick wie eine Falschschreibung des englischen „Proposition“ (Vorschlag). Es kann aber auch als eine Addition aus „Prop“ (Eigentum) und „Position“ gelesen werden, was dann etwa soviel bedeutet wie Besitz in Relation zu seiner Position oder das in Position gebrachte Eigentum.

Gut, dass gegenüber gleich der Biergarten lag, mit Maske hinein, und ohne Maske dann ein Bier oder Opfelschorle genossen war ein netter Ausklang eines schönen Nachmittags.

Wir denken auch über eine Führung Mitte September, angelehnt an das Programm
von Various Others, nach.

Geplant ist für September auch ein Ausflug nach
Polling, zu der Säulenhalle von Bernd Zimmer u.a., STOA169. Details dazu folgen.

Performance von Kalas Liebfried im Lenbachhaus

Kalas Liebfried, Nominee unseres diesjährigen Kunstpreises, führt am Abend des 22. Juli im Lenbachhaus die von ihm konzipierte und produzierte Performance „Ports in Transition“ auf.

Die Sound-Performance „Ports in Transition“ erkundet die akustischen Landschaften des Mittelmeerraums. Ein zentraler Referenzpunkt ist eine Feldaufnahme von Schiffshörnern am Hafen von Piräus: Zu Epiphanias lassen alle Schiffe ihre Hörner unisono erklingen. Diese Aufnahmen werden als Signale für Modular-Synthesizer und Samples verwendet sowie in Spielanleitungen für ein Bläserquartett übertragen.

In einer performativen Live-Version des Klangstücks wird der Garten des Lenbachhauses als ein offenes Feld des Sendens und Empfangens definiert. Rezipient*innen können als Kompliz*innen der Aufführung aktiv werden: Ausgestattet mit einer Gebrauchsanweisung und einem Walkie-Talkie können sie Signale an eine monumentale Klangskulptur aus Gitarrenverstärkern senden und zu einem gestaltenden Teil der Aufführung werden.

Das Klangstück wurde auf dem Festival „Movement 1920-2020“ (Onassis Stegi, Athen) uraufgeführt und ist ein Auftragswerk des Goethe-Institut Athen und der Onassis Foundation.

Performance von
Kalas Liebfried feat. Jonas Yamer und Kompliz*innen

Sound-Stück (Recording-Sessions)
Kalas Liebfried | Konzeption, Komposition, Produktion, Synthesizer
Lobo | Produktion, Mixing, Mastering
Ralph Heidel | Arrangement, Altsaxophon, Bass-Klarinette
Jonas Yamer | Bass-Gitarre, Electronics
Bastien Rieser | Trompete, Horn

Weitere Infos: https://www.lenbachhaus.de/entdecken/kalender/termin/performance-2260

Preisträgerin des Publikumspreises beim Kunstpreis PERSPEKTIVEN 2020 festgestellt
lina-zylla

19.06.2020 | Als Gewinnerin des Publikumspreises 2020 hat sich Lina Zylla durchgesetzt. Herzlichen Glückwunsch! Die Teilnahme bei der Abstimmung, die dieses Jahr als Briefwahl stattfand, war sehr gut. Insgesamt gingen rund 270 Stimmkarten in der Geschäftsstelle des Kunstclub13 ein. Wir bedanken uns bei allen, die mit abgestimmt haben und natürlich bei der PLATFORM für die Ausrichtung der Präsentationen.

Radlausflug zu Kunst im Öffentlichen Raum München
9. Juni 2020

Dr. Susanna Ott und Hans-Joachim Heins bieten auch in diesem Sommer wieder eine Tour mit dem Fahrrad zu Kunstobjekten im Münchner Öffentlichen Raum an.

Termin: Samstag, 18. Juli ab 14:00 Uhr
(bei schlechtem Wetter Verschiebung in den August)

Treffpunkt und Details folgen in den nächsten Tagen.

Umfrage über digitales Angebot

In Corona-Zeiten können viele unserer gewohnten Veranstaltungsformate nicht stattfinden. Wir denken deshalb über einige digitale Alternativen nach. Sie haben das Wort! Machen Sie mit bei der Umfrage, damit wir Ihre Wünsche besser einschätzen können.

Kunstpreis PERSPEKTIVEN findet 2020 virtuell statt

Der Kunstpreis PERSPEKTIVEN 2020 von Kunstclub13 und PLATFORM wird aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen in anderer Form durchgeführt. Der Jurytermin wurde abgesagt, dafür gibt es 5 gleichberechtige Preisträger. Der Publikumspreis wird vergeben; die Abstimmung findet per Briefwahl statt. Alle Mitglieder bekommen das Booklet und einen Stimmzettel zugesandt. Auch weitere Interessenten können bei der PLATFORM ein Abstimmungspaket beantragen. Vom 01. bis 05. Juni können die Präsentationen der Künstler jeweils live auf dem Instagram Profil der PLATFORM verfolgt werden (siehe Link unten).

Termine und Links:

Nominierte Künstler*innen:
KALAS LIEBFRIED
PATRICK OSTROWSKY
ALINA SCHWEIZER
MAX WEISTHOFF
LINA ZYLLA

01. → 05. JUNI 2020, jeweils um 19 Uhr:
Vorstellungen der nominierten Künstler*innen auf dem Instragram-Account der PLATFORM @platformmuc

Hier können Sie die bereits gelaufenen Vorstellungen sehen.

27. MAI → 15. JUNI 2020 Briefwahl

19. JUNI 2020, 19 Uhr: Online-Preisverleihung des Publikumspreises

Ab 27. MAI: Wahlurne im Foyer des Referats für Arbeit und Wirtschaft, Herzog-Wilhelm-Str. 15

Ort: 
→ PLATFORM INSTAGRAM KANAL

Anfrage der Briefunterlagen (ab 27. MAI):
→ PLATFORM-Homepage

Alle Infos zum Kunstpreis

Kunstclub13 in Corona-Zeiten
Corona_Virus

Liebe Kunstfreunde,

im Zuge des Corona-Lockdowns ist das öffentliche Leben zum Erliegen gekommen. Dies betrifft auch unsere Kunstevents. In diesem Sinne mussten wir leider die für die nächste Zeit geplanten Führungen absagen. Auch die geplante Jurysitzung für den Kunstpreis entfällt.

Wir halten Sie auf dem Laufenden über Ersatzmaßnahmen.

Ihr Kunstclub13 Vorstand

21.03.: Führung durch RischART | JAJA NEINNEIN VIELLEICHT
15. März 2020

Liebe Freunde des Kunstclub13,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf das Coronavirus haben wir uns gemeinsam mit den Veranstaltern entschieden, die geplante Führung durch die Ausstellung „RischArt – JAJA NEINNEIN VIELLEICHT“ am 21. März im Gasteig abzusagen

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 15. März ab 11.00 Uhr formlos eröffnet. Einmalig wird dann um 12.00 Uhr im Außenbereich die Perfomance von Sophia Süßmilch „Denkmal der Beleidigung“ zu sehen sein. Danach haben Sie bis zum 5. April Gelegenheit, auf eigene Faust und mit ausreichendem Abstand zu anderen Kunstinteressierten durch das erste Obergeschoss des Gasteig zu schlendern. Die Ausstellung kreist um die Vielschichtigkeit der Sprache. Es gibt Werke von Albert Coers, Maximilian Erbacher, Alicia Framis, Dana Lürken, Bea Meyer, Clara Oppel, Thomas Rentmeister, Wolfgang Stehle, Sophia Süßmilch und Thomas Thiede zu entdecken. Wir sind sicher, dass sich der Besuch lohnt!

Weitere Informationen zu Ausstellung und Künstlern finden Sie hier.

Mit den besten Wünschen und Grüßen, Ihr Vorstand des Kunstclub13

15. RischArt_Projekt 2020
 
JAJA NEINNEIN VIELLEICHT

Eine Ausstellung im Gasteig München
13.03. – 05.04.2020

Eröffnung: Sonntag, 15. März 2020, 11.00 Uhr

Ort: Gasteig München, Rosenheimer Str. 5, 81667 München

Seit 1983 wagen die RischArt_Projekte immer wieder neue Wege, um Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen. Kurz vor der Sanierung des Gasteigs wird nun eine inhaltlich spannende Symbiose mit Europas größten Kulturzentrum eingegangen.

Im 3. Jahrzehnt des noch jungen 21. Jahrhunderts werden die teils ambivalenten Auswirkungen der immer schneller voranschreitenden Globalisierung auch auf lokaler Ebene zunehmend sichtbar. Der Mythos des Turmbaus zu Babel scheint Wirklichkeit geworden zu sein. Neben wichtigen Themen wie Klimawandel und Massenmigration stellt sich die Frage, wie man auch sprachlich die Welt neu ordnen bzw. überhaupt verstehen kann. 10 eingeladene Künstler*Innen nähern sich dem vielschichtigen Thema Sprache und Kommunikation mit ihren speziell für den Gasteig konzipierten Arbeiten.

KünstlerInnen

Albert Coers, Maximilian Erbacher, Alicia Framis, Dana Lürken, Bea Meyer, Clara Oppel, Thomas Rentmeister, Wolfgang Stehle, Sophia Süßmilch, Thomas Thiede

Initiatoren
Gerhard Müller-Rischart
Magnus Müller-Rischart

Kuratorin
Katharina Keller, Freie Kuratorin und Künstlermanagerin
Hat 13 von insgesamt 15 RischArt_Projekten kuratiert.

Organisatorische Leitung
Kirsten Wengmann, Kulturmanagement

Bildnachweis: Alicia Framis, Is My Body Public?, 2018
© Alicia Framis, VG Bild-Kunst Bonn, 2020

9. Kunstpreis PERSPEKTIVEN // ausgelobt

München – Der Kunstclub13 e.V. hat in 2020 die neunte Folge seines Kunspreises PERSPEKTIVEN // für KünstlerInnen an der Schwelle zur Professionalität ausgelobt. Auch dieses Jahr soll die Prämierung wieder in Zusammenarbeit mit der PLATFORM in München-Sendling durchgeführt werden. Das Preisgeld beträgt dieses Jahr 9.000 Euro.

Weitere Infos

Montagsrunde I/2020 mit Wolfgang Ullrich: Welche Zukunft hat die westliche Kunst? Gedanken zur Globalisierung
10. Februar 2020

Die Globalisierung des Kunstbetriebs hat Folgen für den Kunstbegriff und, im weiteren, für den Charakter der Kunst selbst. So zeigt sich, dass das westlich-moderne Verständnis von Kunst, ja die Idee einer Kunstgeschichte sowie einer daraus abgeleiteten autonomen Kunst, lediglich einen Sonderfall darstellte. In den meisten anderen Kulturen gibt es z.B. weder eine klare Trennung zwischen freier und angewandter Kunst noch eine zwischen ‚high‘ und ‚low‘. Der Vortrag wird beleuchten, wie die Akteure des globalen Kunstmarkts Kategorien der Kunstbeurteilung relativieren, die von Theorie und Kritik zwar immer wieder infrage gestellt worden waren, sich aber dennoch lange Zeit gehalten hatten. Werden sie nun endgültig obsolet? Und wie sieht die Kunst aus, die dann entsteht?

Thesenstark, kenntnisreich und nicht selten provokant: Mit seinen pointierten Analysen zu Kunst und Kultur der Gegenwart bereichert Wolfgang Ullrich seit vielen Jahren den theoretischen Diskurs. Wir freuen uns, dass wir den Kunstwissenschaftler und Autor für unsere Montagsrunde am 10. Februar 2020 gewinnen konnten. Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit dem Deutschen Werbund Bayern.

Über den Referenten:

Wolfgang Ullrich, geboren 1967 in München, lebt als freier Autor und Kulturwissenschaftler in Leipzig. Von 2006 bis 2015 war er Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Er forscht und publiziert zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, zu bildsoziologischen Themen sowie zu Konsumtheorie.  Jüngste Buchveröffentlichungen: Des Geistes Gegenwart. Eine Wissenschaftspoetik, Berlin 2014; Siegerkunst. Neuer Adel, teure Lust, Berlin 2016; Der kreative Mensch. Streit um eine Idee, Salzburg 2016; Wahre Meisterwerte. Stilkritik einer neuen Bekenntniskultur, Berlin 2017; Selfies. Die Rückkehr des öffentlichen Lebens, Berlin 2019.    www.ideenfreiheit.de

08. 02.: Rundgang durch die Diplomausstellung in der AdBK München
8. Februar 2020
AdBK München Jahresausstellung

Auch dieses Jahr boten wir am 08. Februar wieder einen Rundgang durch ausgewählte Positionen bei der Diplomausstellung an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie entdeckten mit uns junge Talente. Die Künstler waren in der Regel anwesend. Die Tour machten die drei Vorstandsmitglieder des Kunstclub13: Dr. Susanna Ott, Dr. Arnold Lösler und Hans-Joachim Heins. Nach der Führung bestand die Möglichkeit, sich auf eigene Faust weiter umzusehen. Rund 80 Künstlerinnen und Künstler galt es bei der diesjährigen Diplomausstellung in der Akademie der bildenden Künste zu entdecken.

Bei einem 2-stündigen Rundgang stellten die Vorstandsmitglieder Dr. Arno Lösler, Hans-Joachim Heins und Dr. Susanna Ott ihre Favoriten vor. Sophia Mainka wurde für ihre Video-Installation CarMen, die die Verschmelzung eines Menschen mit seinem Automobil zum Thema hat, mit dem Preis der Gisela und Erwin Steiner Stiftung ausgezeichnet. Patrick Ostrowsky gelang es mit einem leidenschaftlichen Referat, unsere Gruppe für seine filigranen Skulpturen aus einfachen Baumaterialien zu begeistern. Die vom Menschen als Erklärungsmodell entworfene biologische Systematik beschäftigt Jakob Gilg in seiner Arbeit Phylum, während sein Raumnachbar Jaemin Lee aus Südkorea der Natur mit maskenbewehrten Vogelhäuschen auf die Sprünge hilft, die nicht nur zauberhaft anzusehen sind, sondern auch von ihren tierischen Bewohnern weltweit als Unterkunft geschätzt werden.

Im Untergeschoss besuchten wir gleich drei Werkstätten, deren Arbeitsatmosphäre die Künstlerinnen Diana Akoto-Yip und Danni Chen gekonnt für ihre Inszenierungen zu nutzen wussten. Chens bronzene Folterinstrumente für zarte Früchte ließen ein irritierendes Gefühl des Unwohlseins zurück, wohingegen Akoto-Yips übermalte Fotografien von Industrielandschaften ihrer Heimat im Ruhrgebiet auf geradezu beruhigende Weise nostalgisch wirken.

Und noch einmal Natur bei Nico Kiese, der in seinem andauernden Projekt Vegetationsdeckentransplantation Rasenstücke über europäische Grenzen hinweg verpflanzt und mit der Dokumentation seiner Road Trips zur Reflexion über Migration und Umweltschutz anregt. Eindrucksvoller Schlusspunkt war schließlich eine Perfomance von Stephan George im Garten der Akademie. Unter Aufbietung aller Kräfte zog dieser zwei mit Gipsschutt gefüllte Loren auf Schienen im Kreis. Die Sisyphos-Metaphorik lässt sich mühelos auf die Jetztzeit übertragen – so mancher mag dabei an seinen eigenen Arbeitsalltag oder gar an die den Absolventen bevorstehenden Mühen des Künstlerlebens gedacht haben. Allerdings, so erinnerte uns George, gibt es auch noch eine andere Perspektive: Albert Camus nämlich denkt Sisyphos als sinnerfüllten und damit glücklichen Mensch. 

17. und 23.01. 2020: Führung durch die Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“
23. Januar 2020
Tell me NS Dokuzentrum

Eine Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums München über die Zukunft der Vergangenheit, kuratiert von Nicolaus Schafhausen  

Die zu einem großen Teil neu entwickelten Arbeiten von mehr als 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern beschäftigen sich mit der Deutung von Vergangenheit und der Anknüpfung an unsere Gegenwart und werden im NS-Dokumentationszentrum München sowie an assoziierten Orten in der Stadt präsentiert.

Die künstlerischen Werke sind Kommentar, kritische Fußnote oder zweite Ebene zur historischen Dauerausstellung des Dokumentationszentrums, erweitern sie auf ästhetische, poetische und mehrdeutige Weise und ermöglichen Reflektionen über Geschichte und ihre Darstellung: Wer deutet Vergangenheit und vor welchem Erfahrungshorizont? Welche Geschichten werden gehört – oder erzählt? Wie prägen historische Ereignisse unser Verständnis der aktuellen Welt, und unsere Vorstellung von Zukunft? Ausgehend von der Geschichte des Nationalsozialismus werden mit den Mitteln der Kunst Merkmale, Auswirkungen und Folgen von Rassismus, Genozid und Diktatur in ihrer gegenwärtigen Bedeutung verhandelt. 

Die Ausstellung präsentiert sich auf allen 6 Ebenen des Dokumentationszentrums.

Aufgrund der großen Nachrage boten wir zwei Termine an: am 17. und 23. Januar 2020.

Durch die Arbeiten führten uns jeweils Co-Kuratorin Juliane Bischoff und Barbara Reis.