News / Rückblick

Montagsrunde II/20 mit Achim Hochdörfer, Museum Brandhorst

Wir freuen uns, den Referenten für die nächste Montagsrunde bekannt geben zu können. Es wird Achim Hochdörfer sein, Direktor am Brandhorst Museum München. Interviewt wird er von Sarah Haugeneder, Espace Louis Vuitton. Termin: 25. Mai 2020.

Weitere Details in Kürze.

9. Kunstpreis PERSPEKTIVEN // ausgelobt

München .- Der Kunstclub13 e.V. hat in 2020 die neunte Folge seines Kunspreises PERSPEKTIVEN // für KünstlerInnen an der Schwelle zur Professionalität ausgelobt. Auch dieses Jahr soll die Prämierung wieder in Zusammenarbeit mit der PLATFORM in München-Sendling durchgeführt werden. Das Preisgeld beträgt dieses Jahr 9.000 Euro. Der Jurytermin findet am 27. Mai statt. Weitere Infos

Montagsrunde I/2020 mit Wolfgang Ullrich: Welche Zukunft hat die westliche Kunst? Gedanken zur Globalisierung
10. Februar 2020

Die Globalisierung des Kunstbetriebs hat Folgen für den Kunstbegriff und, im weiteren, für den Charakter der Kunst selbst. So zeigt sich, dass das westlich-moderne Verständnis von Kunst, ja die Idee einer Kunstgeschichte sowie einer daraus abgeleiteten autonomen Kunst, lediglich einen Sonderfall darstellte. In den meisten anderen Kulturen gibt es z.B. weder eine klare Trennung zwischen freier und angewandter Kunst noch eine zwischen ‚high‘ und ‚low‘. Der Vortrag wird beleuchten, wie die Akteure des globalen Kunstmarkts Kategorien der Kunstbeurteilung relativieren, die von Theorie und Kritik zwar immer wieder infrage gestellt worden waren, sich aber dennoch lange Zeit gehalten hatten. Werden sie nun endgültig obsolet? Und wie sieht die Kunst aus, die dann entsteht?

Thesenstark, kenntnisreich und nicht selten provokant: Mit seinen pointierten Analysen zu Kunst und Kultur der Gegenwart bereichert Wolfgang Ullrich seit vielen Jahren den theoretischen Diskurs. Wir freuen uns, dass wir den Kunstwissenschaftler und Autor für unsere Montagsrunde am 10. Februar 2020 gewinnen konnten. Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit dem Deutschen Werbund Bayern.

Über den Referenten:

Wolfgang Ullrich, geboren 1967 in München, lebt als freier Autor und Kulturwissenschaftler in Leipzig. Von 2006 bis 2015 war er Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Er forscht und publiziert zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, zu bildsoziologischen Themen sowie zu Konsumtheorie.  Jüngste Buchveröffentlichungen: Des Geistes Gegenwart. Eine Wissenschaftspoetik, Berlin 2014; Siegerkunst. Neuer Adel, teure Lust, Berlin 2016; Der kreative Mensch. Streit um eine Idee, Salzburg 2016; Wahre Meisterwerte. Stilkritik einer neuen Bekenntniskultur, Berlin 2017; Selfies. Die Rückkehr des öffentlichen Lebens, Berlin 2019.    www.ideenfreiheit.de

08. 02.: Rundgang durch die Diplomausstellung in der AdBK München
8. Februar 2020
AdBK München Jahresausstellung

Auch dieses Jahr boten wir am 08. Februar wieder einen Rundgang durch ausgewählte Positionen bei der Diplomausstellung an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie entdeckten mit uns junge Talente. Die Künstler waren in der Regel anwesend. Die Tour machten die drei Vorstandsmitglieder des Kunstclub13: Dr. Susanna Ott, Dr. Arnold Lösler und Hans-Joachim Heins. Nach der Führung bestand die Möglichkeit, sich auf eigene Faust weiter umzusehen. Rund 80 Künstlerinnen und Künstler galt es bei der diesjährigen Diplomausstellung in der Akademie der bildenden Künste zu entdecken.

Bei einem 2-stündigen Rundgang stellten die Vorstandsmitglieder Dr. Arno Lösler, Hans-Joachim Heins und Dr. Susanna Ott ihre Favoriten vor. Sophia Mainka wurde für ihre Video-Installation CarMen, die die Verschmelzung eines Menschen mit seinem Automobil zum Thema hat, mit dem Preis der Gisela und Erwin Steiner Stiftung ausgezeichnet. Patrick Ostrowsky gelang es mit einem leidenschaftlichen Referat, unsere Gruppe für seine filigranen Skulpturen aus einfachen Baumaterialien zu begeistern. Die vom Menschen als Erklärungsmodell entworfene biologische Systematik beschäftigt Jakob Gilg in seiner Arbeit Phylum, während sein Raumnachbar Jaemin Lee aus Südkorea der Natur mit maskenbewehrten Vogelhäuschen auf die Sprünge hilft, die nicht nur zauberhaft anzusehen sind, sondern auch von ihren tierischen Bewohnern weltweit als Unterkunft geschätzt werden.

Im Untergeschoss besuchten wir gleich drei Werkstätten, deren Arbeitsatmosphäre die Künstlerinnen Diana Akoto-Yip und Danni Chen gekonnt für ihre Inszenierungen zu nutzen wussten. Chens bronzene Folterinstrumente für zarte Früchte ließen ein irritierendes Gefühl des Unwohlseins zurück, wohingegen Akoto-Yips übermalte Fotografien von Industrielandschaften ihrer Heimat im Ruhrgebiet auf geradezu beruhigende Weise nostalgisch wirken.

Und noch einmal Natur bei Nico Kiese, der in seinem andauernden Projekt Vegetationsdeckentransplantation Rasenstücke über europäische Grenzen hinweg verpflanzt und mit der Dokumentation seiner Road Trips zur Reflexion über Migration und Umweltschutz anregt. Eindrucksvoller Schlusspunkt war schließlich eine Perfomance von Stephan George im Garten der Akademie. Unter Aufbietung aller Kräfte zog dieser zwei mit Gipsschutt gefüllte Loren auf Schienen im Kreis. Die Sisyphos-Metaphorik lässt sich mühelos auf die Jetztzeit übertragen – so mancher mag dabei an seinen eigenen Arbeitsalltag oder gar an die den Absolventen bevorstehenden Mühen des Künstlerlebens gedacht haben. Allerdings, so erinnerte uns George, gibt es auch noch eine andere Perspektive: Albert Camus nämlich denkt Sisyphos als sinnerfüllten und damit glücklichen Mensch. 

17. und 23.01. 2020: Führung durch die Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“
23. Januar 2020
Tell me NS Dokuzentrum

Eine Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums München über die Zukunft der Vergangenheit, kuratiert von Nicolaus Schafhausen  

Die zu einem großen Teil neu entwickelten Arbeiten von mehr als 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern beschäftigen sich mit der Deutung von Vergangenheit und der Anknüpfung an unsere Gegenwart und werden im NS-Dokumentationszentrum München sowie an assoziierten Orten in der Stadt präsentiert.

Die künstlerischen Werke sind Kommentar, kritische Fußnote oder zweite Ebene zur historischen Dauerausstellung des Dokumentationszentrums, erweitern sie auf ästhetische, poetische und mehrdeutige Weise und ermöglichen Reflektionen über Geschichte und ihre Darstellung: Wer deutet Vergangenheit und vor welchem Erfahrungshorizont? Welche Geschichten werden gehört – oder erzählt? Wie prägen historische Ereignisse unser Verständnis der aktuellen Welt, und unsere Vorstellung von Zukunft? Ausgehend von der Geschichte des Nationalsozialismus werden mit den Mitteln der Kunst Merkmale, Auswirkungen und Folgen von Rassismus, Genozid und Diktatur in ihrer gegenwärtigen Bedeutung verhandelt. 

Die Ausstellung präsentiert sich auf allen 6 Ebenen des Dokumentationszentrums.

Aufgrund der großen Nachrage boten wir zwei Termine an: am 17. und 23. Januar 2020.

Durch die Arbeiten führten uns jeweils Co-Kuratorin Juliane Bischoff und Barbara Reis.

Die Kunstakademie München zu Gast in den Beschwerdekammern der European Patent Agency
3. Dezember 2019

Mit START-UP ergreift das EPA die Initiative zur Förderung junger Kunst in einem neuen Community Outreach Programme. Fünf junge Künstler, die an der Akademie der Bildenden Künste München studieren oder aus ihr hervorgegangen sind, wurden eingeladen, Räume der Beschwerdekammern des EPA am Standort Haar mit temporären Interventionen zu bespielen.

Künstlerraum 1: Lena Policzkas künstlerischer Ansatz ist geprägt von einem konzeptionellen Zugriff auf die sichtbare Welt. Ihre Arbeiten, die sich in den Bereichen Skulptur, kinetische Installation, Fotografie und Video bewegen, setzen sich mit Sachverhalten aus Natur und Wissenschaft sowie gesellschaftlichen Konventionen einer postindustriellen Welt auseinander. Mit Hilfe ihrer Kunst gelingt es Policzka, aktuell diskutierte Themen wie Genforschung und Optimierungsdrang des Menschen aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Häufig bezeichnet die Künstlerin ihre Werke als Denkmodelle und reagiert mit den Inhalten, die sie in ihren Projekten verhandelt, auf die drängenden Fragen der Gegenwart. Optimatics II und Golden Spike repräsentieren dabei zwei Facetten ihrer Auseinandersetzung mit der Stammzellenforschung und der Frage, ob der Mensch die Natur als gestaltende Kraft abgelöst hat.

Künstlerraum 2: Pauline Stroux betreibt Foodure-/ Food-Future-Forschung und tritt darin auch als Kunstfigur in verschiedenen Rollen auf. Dabei reflektiert sie unsere heutigen Formen der Nahrungsaufnahme und konzipiert davon ausgehend zukünftige Ernährungsweisen. Die Idee einer Infusion für einen optimierten Lebensstil führte zur Gründung des fiktiven Unternehmens OYL. Optimize Your Life. Dessen Produkte und Angebote werden im EPA im Rahmen von multimedialen Installationen als auch mithilfe einer Pop-up Bar präsentiert, bei der es möglich ist, mit der eigenen Stoffwechsel-Optimierung zu beginnen. Mit dem einheitlichen, sehr sorgfältig inszenierten Auftreten bewegt sich die Künstlerin bewusst zwischen einer an Labor, Krankenhaus oder Wellness erinnernden Ästhetik und gleichzeitig einem sehr modernen und futuristischen Erscheinungsbild.

Künstlerraum 3: Rosa Stern ist ein künstlerisches Duo, dessen Name sich aus den Namen der Künstler Rosanna Marie Pondorf und Simon Sternal zusammensetzt; die beiden arbeiten seit ca. zwei Jahren zusammen und gestalten hier einen Raum gemeinsam. Internationale Zahlungsströme im virtuellen Geldverkehr, die Offenlegung von Information zur Produktion von Blanko-Kreditkarten über Open Source Software sowie unser Umgang mit physischem Geld sind Gegenstand der Arbeiten von Rosanna Marie Pondorf.
Simon Sternal interessiert sich für die digitalen Spuren von Computerspiel-Communities, die er in Form einer mehrteiligen Wandtafel-Installation mit zeichnerischen Mitteln umsetzt. Seine Tusche-Zeichnungen verwenden Symbole aus den Skripten dieser Games und verweben diese zu einem virtuellen Universum, das Fetische der Pop-Kultur aufgreift und die digitale Persönlichkeit des Nutzers sichtbar macht.

Eine tolle Idee, kreative Umsetzung, die allen viel Spaß bereitet hat.

Einen Einlick in die Sammlung des EPA können Sie hier werfen.

Weihnachtsplausch bei einem Münchner Sammlerpaar
2. Dezember 2019
Weihnachtsplausch_2019

Leuchtende Augen hatten die Teilnehmer beim Weihnachtsplausch, zu dem der Kunstclub13 exklusiv die Mitglieder in die Wohnung eines Münchner Sammlers und seiner Frau in München-Schwabing einlud. Der Sammler holte wissensreich über seine Sammlungsstücke aus; auch das Gesellige sollte bei Plätzchen, Glühwein und Crémant nicht zu kurz kommen. Schade nur, dass wir nicht alle Interessenten unterbringen konnten.

Führung „Zimmer frei“ im Hotel Mariandl
16. Oktober 2019

Das Künstlerprojekt ZIMMER FREI ist seit 1999 zu einem beliebten Bestandteil der Münchner Ausstellungsszene herangewachsen. Jedes Jahr nach dem Oktoberfest beziehen Münchner KünstlerInnen mit internationalem Hintergrund Zimmer auf zwei Etagen des Hotel Mariandl und bringen für eine Woche den Hotelalltag durcheinander. Sie setzen sich mit den Räumlichkeiten und der Atmosphäre des Hotels auseinander, entwickeln Geschichten, Inszenierungen, situative Experimente, Performances, Videoarbeiten und Vieles mehr.

Auch dieses Jahr führte der Kunstclub13 eine Führung am Abend des 16. Oktober durch. Mit HJ Heins besuchten wir nacheinander alle bespielten Räume im 1. und 2. Stock. Beteiligte KünstlerInnen: Jie Li, Kazuyo Yabuuchi, Judith Neunhäuserer, Mehmet & Kazim Akal, Natalya Borushchak, Cordula Schieri, Patrik Tircher, Philipp Lier, Ivan Baschang, Esther Zahel, Katarina Sopcic, Klaudia Kolaric.

Zum Abschluss gab es ein gemütliches Get-Together im Café Beethoven unten im Haus.

Führung über die Kunstmesse POSITIONS Munich Art Fair
1. Oktober 2019

Max. Teilnehmerzahl: 25    

1894 wurde die „Reithalle“ als Exerzierhalle des Königlich Bayerischen Regiments erbaut. Wo einst die Pferde der Kavallerie trabten, fand vom 17. bis 20. Oktober auf rund 1200 qm die „Positions Munich Art Fair“ statt. 2014 von Kristian Jarmuschek und Heinrich Carstens in Berlin gegründet, ist die „Positions“ inzwischen als Teil der Berliner Art Week im September sowie mit ihren Ablegern in Frankfurt und Basel ein fester Programmpunkt im deutschsprachigen Kunstherbst. Nach zwei erfolgreichen Ausgaben der auf Papierarbeiten fokussierten Ausgabe „Paper Positions“ in der Alten Bayerischen Staatsbank wurde das Konzept in München 2019 erweitert zur „POSITIONS Munich Art Fair“. Zeit für einen Besuch! 

Den Papierarbeiten galt nach wie vor besonderes Augenmerk – ihnen war eine eigene Rubrik gewidmet, die mit ihren kleinen und für viele wohl auch noch erschwinglichen Formaten den Reiz der Messe ausmachte. 37 Aussteller präsentierten sich in der Reithalle sowohl mit international etablierten, als auch mit aufstrebenden Positionen zeitgenössischer Kunst. Kristian Jarmuschek, nicht nur Direktor der Messe, sondern auch selbst Galerist aus Berlin und Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Galerien und Kunsthändler, stellte uns bei einem Rundgang seine persönlichen Highlights vor. Darunter gefielen vor allem die ungewöhnlichen Objekte aus gerissenen Papierbahnen von Angela Glajcar bei Nanna Preußners aus Hamburg und die immer wieder ob ihrer handwerklichen Perfektion auffallenden japanischen Künstler*innen der Münchener Galerie Micheko. Auch Hell Gette, die dieses Jahr für den Förderpreis des Kunsclub13 nominiert war, konnten wir mit einer ungewöhnlichen Papierarbeit entdecken. 

Mit ihrer vergleichsweise kleinen Zahl ausgewählter Aussteller haben wir die POSITIONS Munich Art Fair als eine konzentrierte und sympathische Kunstmesse erlebt, die mit vielen spannenende Arbeiten zum genaueren Hinsehen verleitete. Und so manchen unserer im Anschluss noch ausschwärmenden Teilnehmer vielleicht ja sogar zum Kauf…

Montagsrunde III/2019 mit Dirk Boll: Die Ökonomie des guten Geschmacks
16. September 2019
Kunstclub13 Montagsrunde Dirk Boll

Wer kauft heute noch Kunst, wo, wann und warum? Trends und Entwicklungen der internationalen Kunstmärkte – darüber referierte Dirk Boll, Präsident Christie’s EMERI (Europe & UK, Middle East, Russia & India) in seinem Vortrag vor rund 90 Teilnehmern. Die Montagsrunde fand ausnahmsweise in den Räumen der Galerie Thomas statt, die mit den leuchtenden Arbeiten des Künstlers Peter Halley einen perfekten Rahmen für den Abend bot.

Neben vielen überraschenden Zahlen und Fakten gab Dirk Boll seinen Zuhörern einen erhellenden Überblick über die Strukturen und Mechanismen der Kunstmärkte, wobei er sowohl die „Kunstvermittler“ wie Handel und Museen als auch verschiedene Sammlertypen und Sammeltrends unter die Lupe nahm. Gehöre ich noch zu den „Shoppern“ und „Furnishern“ oder bin ich schon „Collector“, mag sich so mancher im Saal gefragt haben.

Und wie steht es eigentlich mit der Provenienz meiner letzten Errungenschaft? Glücklich schätzen können sich die Eigentümer von hochwertigen Asiatica, für die auf dem boomenden asiatischen Kunstmarkt immer neue Höchstpreise erzielt werden. Ob im fernen Osten über die Zukunft der Kunst entschieden wird, konnte an diesem Abend zwar nicht abschließend geklärt werden. Bei kühlen Getränken wurde aber im Anschluss noch lange weiter angeregt über dieses spannende Themenfeld diskutiert.

Über den Referenten:

Prof. Dr. Dirk Boll studierte in Göttingen und Freiburg/Br. Rechtswissenschaften. Nach dem Referendariat in Stuttgart und Brüssel und dem Aufbaustudium Kulturmanagement in Ludwigsburg promovierte er über Strukturen und rechtliche Rahmenbedingungen der Kunstmärkte.

Er begann seine Karriere bei Christie’s 1998 in London. Nachdem er im Jahr 2000 Repräsentant in Stuttgart geworden war, stand er von 2004-2011 der Schweizer Tochterfirma als Geschäftsführer in Zürich vor. 2011-2016 hatte er Managementverantwortung für die Geschäftsentwicklung von Christie’s in Kontinentaleuropa als Managing Director Continental Europe. Seit 2017 ist er Präsident Christie’s EMERI (Europe & UK, Middle East, Russia & India).

Darüber hinaus lehrt er als Professor für Kulturmanagement in Hamburg und publiziert regelmässig in internationalen Magazinen wie Tageszeitungen zu aktuellen Entwicklungen der Kunstmärkte. Er hat mehrere Bücher geschrieben.

Galerieführung zur Open Art am 14. September 2019
14. September 2019
Galerietour-München-190914

Pünktlich zum Ende der Ferienzeit startete auch dieses Jahr die „Open Art“, das Kunstwochenende der Münchner Galerien. Am Eröffnungswochenende zeigten Galerien und Institutionen bei verlängerten Öffnungszeiten ein besonders attraktives Programm, das durch Performances, Paneldiskussionen und natürlich eine Party komplettiert wurde.

Der Kunstclub13 bot zu diesem Anlass eine von Mitgliedern des Vorstands geführte Tour durch einige ausgewählte Stationen innerhalb der Maxvorstadt. Der ca. 2-stündige „Kunstspaziergang“ startete um 14:00 Uhr und bot Gelegenheit, anschließend auch noch individuelle Entdeckungen zu unternehmen. Ein Schwerpunkt der Tour war der Besuch von Galerien, die bei der bereits im vergangenen Jahr gestarteten Initiative „Various Others“ mitmachten. Die beteiligten Galeristen luden Kollegen aus dem In- und Ausland zu Gastausstellungen ein, so dass der Focus über die Kunstszene München hinaus reichte.

Startpunkt war allerdings keine kommerzielle Galerie sein, sondern die „Galerie der DG Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst“. Hier zeigte die auch international hoch angesehene tschechische Künstlerin Magdalena Jetelová ihren jüngsten Werkzyklus „Pacific Ring of Fire“. Das Thema der Grenze, bzw. der Ausgrenzung besitzt einen starken aktuellen Bezug und spielt seit Jahren eine zentrale Rolle in Jetelovás Arbeit.

Jahresausstellung AdBK und zweiter Teil der Diplomausstellung
27. Juli 2019
Akademie München

Heiß war es, sehr heiß, und die vorbereitete Tour bot zwar keine Abkühlung, aber interessante und abwechslungsreiche Einblicke in das Schaffen junger Künstler.

Das Diorama der Klasse Pitz reflektiert die Situation der Jahresausstellung. Die Besuchenden kommen, um Entwicklungen, Prozess an der Akademie zu sehen, mitzuerleben – aus Schaulust. Studierende präsentieren ihre Arbeiten einem Publikum, jede*r in eigener Weise, und beobachten genau die Reaktionen. Die Akademie wird für ein paar Tage zum Ort der Präsentation der Produktion der Studierenden, anstatt ein Ort des Produzierens zu sein. Die Rolle der Arbeiten der Studierenden ändert sich, genauso wie soziale Dynamiken. Die Akademie wird durch die Jahresausstellung in einen für diesen Ort der Lehre, des Experiments und der Produktion artifiziellen Zustand versetzt. Den Kunstmarktindex „Die Stars von morgen“ hat sich Florian Huth, aus der Klasse von Olaf Metzel, als Grundlage für seine Diplomarbeit genommen. Er hat Arbeiten von Künstlern, die vor ihm auf der Liste stehen, im Internet gesucht, sie nachgemacht und stellt somit den Kult der Originalität in Frage. Sind wir nicht alle igendwie Kopisten?

Lilian Robl, aus der Klasse von Alexandra Bircken, ist bekannt durch Arbeiten, die sich mit Sprache und Worten beschäftigen. Ihre Diplomarbeit ist ein Video in dem sie das Wort „kippen“ seziert. Wenn man sagt, etwas stehe auf der Kippe, ist damit der Zustand zwischen Ruhen und Fallen gemeint, wobei das Fallen die wahrscheinlichere Option ist. Bei Lilian kippte sogar die Bank im Raum.

Die Klasse von Julian Rosenfeldt blickt aus dem Jahr 4589 zurück in unsere Ist-Zeit. Die Archäologen entdecken dann recht lustige Dinge, u.a. eine Parfümflasche von Rudolph Moshammer und ein @-Zeichen.

Die Klasse des ehemaligen Professors Jean Marc Bustamente lebt seit Jahren von nur temporär gelöster Professorennachfolge. Mit einem 1-Jahresvertrag wird die Klasse jetzt von der Künstlerin Anna McCarthy, unserer Förderpreisträgerin von 2014, und dem Künstler Andreas Chwatal betreut. Jacob Gilg stellte uns seine Arbeiten und die der Malerklasse vor.

Wie der Name schon sagt: Der Kolosssaal ist tatsächlich ein Koloss von einem Saal. Die Studierenden der Klasse von Alexandra Bircken haben die große Herausforderung angenommen, diesen schwer zu gestaltenden Raum mit ihren Arbeiten zu bändigen. Und sie haben die Aufgabe als Team mit Bravour gelöst. Eine mit dem 3D-Drucker entstandene engelhafte Skulptur von Alexander Scharf bespielt zusammen mit seiner noch nicht abgeschlossenen Videoarbeit die kapellenartige Apsis des Raumes. Sophia Mainka verbindet sperrige Metallobjekte, die dem Fitness-/Wellness-Bereich entnommen scheinen mit ihrem Video, welches mit seinen körperbezogenen Sequenzen thematisch daran anschließt. Und Nikolai Gümbel gelingt es sehr gut, die Höhe des Raumes durch eine geradezu elgante Setzung mit zwei voreinander schwebenden Bannern künstlerisch und kunstvoll zu beherrschen.

Zum Abschluss gab es noch den preisgekrönten und sehr sehenswerten Film von Paul Valentin.

Die Sorge der Stellenbesetzung zog sich durch jedes Gespräch. Jorinde Voigt geht, wer kommt danach? Olaf Metzel ist aus Altersgründen schon ausgeschieden. Wer kommt danach? Bustamante – Wie geht es weiter mit der Klasse? Neben dem sehr warmen Wetter waren das für viele Studierende die heißen Fragen.

Tagesausflug nach Traunreut und Bad Aibling
29. Juni 2019
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Tagesausflug nach Traunreut und Führung durch „DASMAXIMUM“.  Anschließend Besuch in Bad Aibling bei dem Sammler Dr. Rainer Neumann.

Am Samstag, den 29. Juni 2019 unternehmen wir einen Tagesausflug an den Chiemsee. Wir besichtigen zunächst das Museum DASMAXIMUM in Traunreut und besuchen nach einer Einkehr im Biergarten die Sammler Eva-Maria und Dr. Rainer Neumann in Bad Aibling. Dazu werden wir einen Bus mieten und laden Sie herzlich ein, mitzukommen.

DASMAXIMUM zeigt seit 2011 vier deutsche und vier amerikanische Künstler, die die Kunst seit den 1960er Jahren bis heute auf entscheidende Weise prägen. Sie gehören zu den engsten Weggefährten des Galeristen Heiner Friedrich, der seit seinen Anfängen in München, Köln und New York international als Mittler zwischen Künstlern und Museen und als Mitbegründer so bedeutender Stiftungen wie der Dia Art Foundation aktiv ist.

Es war früh morgens schon recht heiß, aber im wohltemperierten Bus ließ sich die Reise der 30 Teilnehmer sehr gut an. Bereits auf der A8 vor Unterhaching überholte die letzte Teilnehmerin mit einem Taxi den Bus und wechselte auf dem Aldi Parkplatz vom Taxi in unseren Bus. Die Gruppe war komplett.

DASMAXIMUM muss man erlebt haben. Es zeigt seit 2011 vier deutsche und vier amerikanische Künstler, die die Kunst seit den 1960er Jahren bis heute auf entscheidende Weise prägen. Sie gehören zu den engsten Weggefährten des Galeristen Heiner Friedrich, der seit seinen Anfängen in München, Köln und New York international als Mittler zwischen Künstlern und Museen und als Mitbegründer so bedeutender Stiftungen wie der Dia Art Foundation aktiv ist. Auf einem 3000 m² großen Gelände hat Friedrich für DASMAXIMUM einen zuvor industriell genutzten Gebäudekomplex in ein Tageslicht-Museum umgewandelt.

In den weiträumigen Hallen bieten größere Werkgruppen und Serien einen eindrucksvollen Überblick über das Werk von Georg Baselitz, Uwe Lausen, Imi Knoebel, Blinky Palermo und Maria Zerres. Darüber hinaus gibt es mehr als 20 Bilder von Andy Warhol, jeweils eigene Hallen für die Skulpturen von John Chamberlain und Walter De Maria sowie die Lichtinstallation aller „European Couples“ von Dan Flavin, welche die intensive Verbindung der amerikanischen und deutschen Kunst seit den 60er Jahren vor Augen führt. Die Führung durch Dr. Birgit Löffler und Dr. Maria Schindelegger war beeindruckend.

Im Freigelände lagen sie wieder, die Basaltstelen, die Joseph Beuys zur Documenta7 vor dem Fridericianum in Kassel aufhäufte. Unter dem Titel „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ wurden in den folgenden 5 Jahren tatsächlich die 7000 Bäume, mit jeweils eine der Stelen, gepflanzt. Heiner Friedrich hatte die Beuys Aktion teilweise finanziert und das Projekt für Traunreut fortgeführt.

Nach der Erholung im Wochinger Brauhaus ging es nach Bad-Aibling-Berbling zum historischen Leiblhof, dem Wohnsitz des Ehepaares Eva-Maria und Rainer Neumann. Das lässt sich kaum beschreiben, man muss es erlebt haben. Drei Generationen Neumann begrüßten uns, ein Buffet mit süßen Teilchen und Canapes war aufgebaut und uns schlug eine außergewöhnliche Herzlichkeit entgegen. Die besondere Vorliebe des Ehepaars gilt den österreichischen Künstlern Hermann Nitsch, Hubert Scheibl und Julius Deutschbauer. Nachdem sich die Werke viele Jahre in verschiedenen Geschäftsräumen befanden, bespielen die passionierten Kunstfreunde heute ein eigenes „Bilderhaus“ mit ihrer Sammlung. Einige von uns schafften auch noch den Spaziergang zur nahegelegenen Rokoko-Kirche zum Heiligen Kreuz auf den Spuren des Malers Wilhelm Leibl, der von 1878 bis 1881 in Berbling lebte.

Wir wären alle gerne noch Stunden bei der reizenden Familie geblieben, nur der Busfahrer mahnte zum Aufbruch, er hatte noch einen späteren Termin. Es war ein wunderbarer Tag, der uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Preisträger Kunstpreis PERSPEKTIVEN 2019 ermittelt
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Die Preisträger für den Kunstpreis PERSPEKTIVEN des Kunstclub13 2019 stehen fest. Der Förderpreis geht dieses Jahr an Stefan Fuchs. Er erhält ein Preisgeld von 3.500 Euro. In seiner Arbeit findet ein Wechselspiel zwischen Malerei, Objekt, dem institutionellen und dem städtischen Raum statt. Sandra Bejarano ist Gewinnerin des Publikumspreises. Sie arbeitet mit Körperflüssigkeiten und wandelt sie anhand Prozessen der Molekularküche in unterschiedliche Formen um. Gestiftet wird der mit 500 Euro dotierte Publikumspreis von Andreas Wiede-Kurz (Wiede-Fabrik). Die Fachjury bestand aus Achim Hochdörfer (Direktor der Sammlung Brandhorst), Prof. Magdalena Jetelová (Künstlerin),  Jörg Koopmann (Kurator Lothringer13/Fotograf), Joana Ortmann (Redakteurin kulturWelt, Bayerischer Rundfunk) und Dr. Erika Wäcker-Babnik  (Kuratorin, Büro Wäcker & Graupner).

Weitere Infos

Führung durch Z COMMON GROUND
23. Mai 2019
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4000 qm, mehr als 100 Künstler*innen und Kulturschaffende – das Projekt Z aktiviert das ungenutzte Potenzial des ehemaligen Gewerbehofs in der Zschokkestraße 36, in München Laim. Unter dem Motto »Zerneuerung« bietet das Gebäude als Material und Experimentierfeld zugleich allen Akteur*innen die Möglichkeit und Freiheit, den vorhandenen (Frei-) Raum neu zu denken, zu nutzen und zu gestalten. Es war ein unterhaltsamer und spannungsreicher Parcours gestern mit der Kuratorin Laura Lang.

Die meisten von uns hielten über 2 Stunden aus. Bildende Kunst, Street Art, Performance, Musik und Theater bietet das abwechslungsreiche Programm noch bis zur Finissage am 2. Juni 2019. Auch die Einstudierung von „Werther’s quest for love“ der Kammerspiele wird es am 2. und auch 5. Juni jeweils um 21.15 Uhr noch einmal geben. Für alle Theaterfreunde eine absolute Empfehlung.

Ach ja, die Finissage, unser Förderpreisträger 2017, Andreas Peiffer, will den Fahrstuhl abends zum Absturz bringen. Aber wohl ohne Besucher. Bis dahin spielt im Treppenhaus Miles Davis mit seiner coolen Trompete die Titelmelodie aus dem Film „Fahrstuhl zum Schafott“.

Danke an Laura für den tollen Abend und an Marc Sander für die Fotos.