Archiv für das Jahr: 2016

Besuch im Atelier von Tim Bennett
14. Dezember 2016
Tim Bennett

Geboren 1973 in Rochdale, Großbritannien, lebt und arbeitet Tim Bennett seit über 15 Jahren in München. Nach dem Studium der Malerei und Bildhauerei bei Ben Willikens und Hermann Pitz an der Akademie der Bildenden Künste München und diversen Stipendien im In- und Ausland bis 2005, kehrte er für drei Jahre in sein Heimatland zurück, um einen Master of Fine Arts am renommierten Goldsmiths College in London zu absolvieren. Seit 2013 wird er von der Galerie Jo van de Loo vertreten.

Schon in den frühen Arbeiten Bennetts spielt das Verhältnis von spontaner künstlerischer Geste und oft langwierigen und akribischen Arbeitsprozessen, die eben aus jener hervorgehen, eine entscheidende Rolle. Dabei bedient sich der Bildhauer aus einer großen Palette von handelsüblichen Baustoffen und Materialien, die er gerade durch Verfahren der Veredelung und Neukontextualisierung in völlig neue Bedeutungsräume versetzt. Zentrale Materialien sind von jeher Gipskarton, Gips, Marmor, Zement, Holz, Furnier, aber auch Bronze oder Bierdeckel.
In den neuesten Wandarbeiten, die gerade bei seinem Galeristen Jo van de Loo zu sehen waren, wird Gipskarton mit Raufaser tapeziert, um dann als farbiger (Bild-)Träger für den eingegossenen Gips zu dienen, der wiederum den „Schutt“ des Ateliers mit einschließt und zu einem Teil der scheinbar zufällig entstandenen Form macht.

In einer zweiten Werkreihe widmet sich Tim Bennett einem weiteren „Baustoff“, aber vor allem Material der klassischen Bildhauerei, dem Marmor. Polierte Carrara-Marmor-Blöcke werden grob von Hammer und Meißel des Künstlers bearbeitet ohne ihre Funktion des Sockels zu verlieren. Dabei werden sie selbst zur Skulptur. Der abgeschlagene Marmorbruch wird anschließend als Plastik aufwendig „aufgepfropft“ und gegebenenfalls mit Ölfarbe bemalt. Denn auch hier gilt wieder: Auf eine schnelle Geste des Künstlers folgt ein verhältnismäßig langer Prozess der Ausarbeitung und Veredelung – ganz im Sinne Bennets: Time is a Waste.

Anschließend fanden sich die Teilnehmer zum geselligen Abendessen im Wirtshaus „Hohenwart“ ein.

23. Nov. 2016: Vernissage der Ausstellung: „images, I see symptoms no reflexions*“ von Sarah Lehnerer
Kunstpreis 2016

images, I see symptoms no reflexions* ist die neue Ausstellung der jungen Künstlerin Sarah Lehnerer.

Sarah Lehnerer ist die diesjährige Preisträgerin des fünften Förderpreises für junge Kunst des Kunstclub 13 e.V., der im Mai 2016 zum dritten Mal in Kooperation mit der PLATFORM vergeben wurde.

Mit ihrem Konzept für die PLATFORM, das eine Video-Sound-Installation ins Zentrum stellt, wandelt Lehnerer die Halle in einen multimedialen Raum um, in dem materielle und virtuelle Erfahrungswelt ineinanderfließen. Bei ihrem Video handelt es sich um eine Zusammenarbeit mit den Künstler_innen Juno Meinecke (locals) und Felix Leon Westner (beats).

Die interdisziplinär arbeitende Künstlerin untersucht mit forschendem Blick den Umgang mit Bildern, Texten, Räumen und Konstellationen und deren spezifischen Verhältnisse innerhalb verschiedener Systeme. Dabei interessiert sie sich für Strukturen, die erst durch Kombinationen entstehen und ein Dazwischen sichtbar machen. In ihrer künstlerischen Arbeit verbinden sich verschiedene Medien und Produktionsprozesse: Lehnerer arbeitet in Zyklen, in denen unter einer Überschrift – einem Chapter – Werkgruppen gebündelt werden, die Videoarbeiten (u.a. Musikvideos), Drucke, Zeichnungen, Skulpturen, aber auch Zines beinhalten, in denen Texte publiziert werden.

Ein Thema in den Arbeiten von Sarah Lehnerer ist das digitale Bild und die Frage nach einer Materialität im Virtuellen.

Sarah Lehnerer (geb. 1987 in München) studierte an der HfbK Hamburg und der AdbK München und schloss das Studium 2014 als Meisterschülerin von Prof. Stephan Huber mit dem Diplom ab.

2014-2016 studierte sie bei Diedrich Diederichsen im Master in Critical Studies an der AdbK Wien und erhielt dieses Jahr das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium sowie das Film- und Medien Stipendium von Schloss Solitude.

Ausstellungs-/Projektbeteiligungen erfolgten u.a. in Stuttgart, Karlsruhe, Hamburg, Berlin, Wien, New York, Genf, Athen und München.

Zur Vernissage sprachen die Künstlerinnen Sarah Lehnerer und Juno Meinecke, moderiert von Konstantin Lannert. Begrüßung von Benedict Rodenstock, Kunstclub13, und Dr. Elisabeth Hartung, PLATFORM.

Werkstattführung beim Rahmenmacher Werner Murrer
8. November 2016
Murrer

Am 8. November 2016 öffnete WERNER MURRER RAHMEN exklusiv die Türen seiner Thalkirchner Rahmenwerkstatt für den Kunstclub13. Die Führung gab Einblick in die vielfältige Arbeit seines Teams, das aus Schreinern, Vergoldern, Buchbindern, Glasern, Holzbildhauern, Künstlern sowie Kunsthistorikern besteht.

Das Highlight der Werkstatt sind die 2.500 historischen Rahmen, die aus dem 16.-20. Jahrhundert stammen und sowohl als Muster für Kopien als auch als Verkaufsexemplare für Künstler, Sammler und Museen dienen. Anhand der originalen Rahmungen gibt Werner Murrer einen kurzen Abriss über die Geschichte des Rahmens bis hin zu zeitgenössischen rahmenlosen Präsentationsformen.

In der Schreinerei und Vergolderei sah man schließlich die verschiedenen Werkzeuge und Materialien, die zum Entstehen und zur Fertigstellung eines Rahmens beitragen. Neben Sägen, Fräsen und Blattgold gab es dabei auch Überraschendes und Ungewöhnliches wie etwa Flammenwerfer und Halbedelsteine.

Während die Rahmenrekonstruktionen und Kopien nach Möglichkeit in traditionellen Herstellungsverfahren gefertigt werden, wird in der Einrahmerei nach modernen konservatorischen Richtlinien eingerahmt. Säurefreie Passepartouts und schützendes UV-Glas werden dort ins passende Format gebracht.

Die Auswahl eines Rahmens geschieht natürlich nicht nur in enger Absprache mit dem Kunden, sondern auch mithilfe eingehender kunsthistorischer Recherche. Eine eigene interne Bibliothek zum Schwerpunkt Bilderrahmen, sowie ein Bildarchiv mit über 75.000 Bilddateien helfen dabei, für jedes Kunstwerk den optimalen Rahmen zu finden.

Alle Kunst- und Rahmeninteressierten waren im Anschluss eingeladen, den Abend zwischen jahrhundertealten Meisterwerken der Rahmenkunst mit Wein und Häppchen ausklingen zu lassen.

Weitere Infos zu Werner Murrer Rahmen

Buchpräsentation Anna McCarthy: How to Start a Revolution
Anna McCarthy HowTo

»HOW TO START A REVOLUTION« ist eine vielschichtige Arbeit, die sich mit Klischees des Rebellenstums beschäftigt, eingebettet in die gesellschaftspolitischen Ereignissen zwischen 2007 und 2015 und ihrer medialen und subjektiven Rezeption. Es besteht aus einem Mikrokosmos von Menschen und Orten aus dem direkten Umfeld der Künstlerin, die globale Ereignisse auf humorvolle, absurde und kritische Art und Weise repräsentieren. Geographisch verankert in München und Bayern, greift es darüber hinaus die hiesigen Eigentümlichkeiten auf kritische und humorvolle Art auf und stellt diese immer wieder in Kontext zu historischen globalen Ereignissen und Personen, u.a. mit Dokumentarfilmen wie ‚Bored Rebel in Oberpfaffenhofen‘ oder lächerlich provokanten politischen Aktionen im öffentlichen Raum, so wie zahlreichen »in-flux« Archiven und einem pathetischen Musical, welches 2013 im Haus der Kunst uraufgeführt wurde. Das Projekt wurde international ausgestellt, u.a. in der Nottingham Gallery for Contemporary Art, Chisenhale Gallery London, Schloss Ringenberg Hamminkeln, Galleribox Iceland und in der Transmission Gallery in Glasgow.

»HOW TO START A REVOLUTION: The Books« ist zugleich eine Erweiterung des Projektes, so wie dessen Zusammenfassung. Es erscheint im Verlag Edition Taube inklusive einer Künstleredition von 50 Stück in Kooperation mit der Galerie SPERLING. Die erste Ausgabe wird gefördert vom Kunstclub13 und umfasst „The Musical“. Es werden am selbigen Abend Auszüge aus dem Musical live aufgeführt mit Anna McCarthy (Vocals) , Antenne Danger (Fake grand Piano) und Tom Wu (Percussion).

Das Buch wurde vom Kunstclub13 gefördert im Rahmen des vom Verein verliehenen Kunstpreis 2014, dessen Preisträgerin Anna McCarthy war.

Die Buchpräsentation fand am 26.10.2016  statt als Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Favoriten III – Neue Kunst aus München“ (Begleitprogramm vom 26.-29.10.2016).

 

Führung durch „Zimmer Frei“ im Hotel Mariandl
12. Oktober 2016
Zimmer Frei

In Zimmer 23 liegt Robert Crotla in der mit warmem Wasser gefüllten Badewanne, mit Taucherbrille und Schwimmflossen…und planscht…..und im Hintergrund schmalzt Hans Albers sein „La Paloma adé….auf Matrosen ohéeeiiii…..“

„Hat der ’ne Badehose an?“ „Neee, jetzt schau doch einfach mal hin…!“

Robert hatte sich für uns diese Einlage ausgedacht. Die Matrosenanzüge und Kleider der Vernissagen Performance lagen überall im Zimmer herum, am Vorabend waren das die Verkleidungen lebender und tanzender Statisten gewesen. Der Förg Schüler hatte auch seinen eigenen Chefpoeten mitgebracht, dessen Redefluss musste man irgendwann stoppen. Vor 17 Jahren hatte der Kurator Mehmet Dayi dieses Format erfunden. Jedes Jahr im Oktober – nach der Wies’n – beziehen Münchner KünstlerInnen 12 Zimmer auf zwei Etagen des Hotels und bringen den Hotelalltag durcheinander. Es entstehen ortsbezogene Arbeiten, Installationen, Projektionen, Inszenierungen und Performances – in Reaktion auf den Ort, seine Geschichte und seine einzigartige Atmosphäre.

Alle 5 Sinne werden angesprochen. Bei dem Duo Schwaiger / Häsler sind es die Hinterlassenschaften der Übernachtenden. Befleckte Matrazen, Assoziationen von Haaren aller Körperteile und ein unangenehmer Geruch von ausgelegten Käsescheibletten, der sich bis zur Finissage wohl noch verstärken wird.

Farblich sind sie bereits in Ocker übergegangen. Ähnlich intensiv ist es im Zimmer von Marc Avrel. Auf dem Bett liegen Koran, Bibel und Tora getränkt mit dem Blut des Künstlers. Ein subtiler Aufruf gegen Gewalt. Marco Miehling zieht mit einer physikalischen Installation den Baum, also die Natur, ins Zimmer. Auch die Künstler Oliver Winheim, Thomas Silberhorn, Shinae Kim, Yeonsoo Kim, Julien Viala und Kitty & Joy sind sehr sinnliche Erlebnisse.

Olga Wiedenhöft verknüpft Geist und Seele und lässt uns an eigenen Herzschlagerlebnissen, da wird nichts verraten, im Raum 26 teilhaben.

Zurück auf der Straße hört man dann auch die Soundinstallation von Hisashi Yamamoto. Oben war das Zimmer 11abgeschlossen.

Im nächsten Jahr wird das „Baby“ von Mehmet Dayi 18 Jahre alt, also volljährig. Dann schauen wir mal, womit er uns dann überraschen wird. Danke an Julia Rennschmid und Hilke Bode für die Führung und Interpretionshilfen.

Die Gruppe vom Kunstclub13 jedenfalls hatte viel Spaß, weil in einigen der Zimmer immer auch eigene Erlebnisse mit Hotelzimmern hoch kamen.

Besuch im Europäischen Künstlerhaus Schafhof in Freising
24. September 2016

Mit den Fotos von Andreas Müller wird man noch einmal zurück versetzt in einen wunderschönen Nachmittag im Schafhof in Freising. Angereist mit Auto, S-Bahn oder Fahrrad, bei eigentlich perfektem Wies’n Wetter, hatte die Gruppe ein besonderes Erlebnis. Eike Berg, der Leiter des Künstlerhauses, erzählte uns die Geschichte des Gebäudes: Es war wirklich mal ein Schafhof für Merino-Schafe, gebaut von König Max I. Joseph um 1820. Zwischenzeitlich verfallen, wurde es liebevoll restauriert und bietet mit seiner außergewöhnlichen Architektur Ausstellungsmöglichkeiten für Künstler und für den europäischen Austausch, auch Wohnateliers für Künstler aus anderen Ländern.

Die austellende Künstlerin im unteren Teil des Gebäudes ist Eszter Szabo, eine Ungarin. Deren Zeichnungen und Gemälde, die dann in einem zweiten Prozess animiert werden, sind nur im ersten Moment hübsch und niedlich. Bei längerer Betrachtung sind sie voller politischer und gesellschaftlicher Kritik. Sehenswert.

Im oberen, beeindruckenden Tonnengewölbe zeigt Tatjana Utz Malerei, Zeichnungen, Linolschnitte und Installationen in der Ausstellung Showtime.

Travestie ist eine sehr alte Theaterform, schon in der Antike spielten Männer Frauenrollen. Lange hat die Künstlerin die aktuelle Travestieszene beobachtet und mit einigen Stars zusammengearbeitet. Daraus ist Showtime entstanden. Grell und doch hintergründig, wie die Szene selber, sind die großen Formate. Und noch empfindsamer und schonungsloser dargestellt sind die Travestiekünstler durch die Objekte und Drucke in den Kabinetten.

Bis zum  9. Oktober kann man die Ausstellung noch sehen. Es lohnt sich.

Herzlichen Dank für die Einführung, den Katalog mit DVD, und Begleitung durch Tatjana Utz, und herzlichen Dank an Eike Berg für den zauberhaften Nachmittag und die leckere Bewirtung.

Galerietour zur Open Art in der Maxvorstadt
11. September 2016
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Auch in 2016 gab es wieder eine Galerietour zum Open Art Galeriewochenende in München. Der Schwerpunkt lag diesmal auf „jungen“ Galerien in der Maxvorstadt mit einem Feuerwerk an verschiedenen Eindrücken.

Unsere erste Station war die 2015 eröffnete Galerie Dirk Halverscheid mit Arbeiten von Claudia Chaseling. Die farbenfrohen Gemälde und Installationen haben bei näherer Betrachtung durchaus einen ernsten Hintergrund. In den neuen Räumen von Max Weber präsentierte Frank Balve seine Installation „Menschenleer“. Bei Knust x Kunz in der Theresienstraße zeigte uns Naneci Yurdagül seine Arbeiten, die sich kritisch-witzig mit dem Islam auseinander setzen. Gleich nebenan bei Jo van der Loo gab es aktuelle Arbeiten von Florian Haller. Francoise Heitsch zeigte Werke von Philip Gufler. Zum Abschluss gab es bei Karin Wimmer 100% Internet mit Arbeiten von Gretta Louw, Florian Freier, Barbara Herold, Florian Huth, Olaf Probst und Christina Maria Pfeifer.

Führung durch die Ausstellung FAVORITEN III – NEUE KUNST AUS MÜNCHEN
2. August 2016
Favoriten_III

Schon wenn der Besucher die Treppe zur U-Bahn und zum Kunstbau hinunter geht, empfängt ihn ein großes Plakat von Ibrahim Öztas …..Spectaculllar, Criticalll, Shrilll, Willld, Beautifulll………..

Es baut sich Spannung auf, und die wurde nicht enttäuscht. Die Kuratorin für zeitgenössische Kunst im Lenbachhaus, Stephanie Weber, hat zusammen mit Eva Huttenlauch die Ausstellung Favoriten III gestaltet. Stephanie führte gestern die 20 Mitglieder durch die 12 Positionen. Spannend, was sie uns zu den einzelnen Exponaten und den Künstlern erzählen konnte. Wie es oft so ist, die meisten guten Arbeiten sind erklärungsbedürftig. Der gemeinsame Gang gab Erhellung und finalllly, it was Lovellly…….

Wer gestern nicht dabei sein konnte, sollte sich unbedingt einer öffentlichen Führung anschließen.

Bei den teilnehmenden KünstlerInnen sind auch 2 Gewinner unseres Kunstclub13 Förderpreises und zusätzlich 3 Nominées dabei.

ANDREAS CHWATAL, BABYLONIA CONSTANTINIDES, ROBERT CROTLA, HEDWIG EBERLE, BEATE ENGL, PHILIPP GUFLER, FLAKA HALITI, FLORIAN HUTH, STEPHAN JANITZKY, ANNA MCCARTHY, CARSTEN NOLTE, FRANZ WANNER

Montagsrunde III/16: Kunst am Bau, Bau an Kunst
18. Juli 2016

Die Kooperation des Künstlerduos M+M und der Architekten Allmann Sattler Wappner hat bislang ein halbes Dutzend Projekte hervorgebracht. Nicht immer ist dabei klar, ob das künstlerische oder das architektonische Projekt der Ausgangspunkt ist. Die architekturbezogenen Arbeiten von Marc Weis und Martin De Mattia basieren auch oft auf künstlerischen Ideen, die eine architektonische Umsetzung erfahren. Dabei spielen Begriffe wie Ästhetisierung von Desorientierung und Strukturelle Offenheit eine bedeutsame Rolle.

Die Referenten Amandus Sattler, Architekturbüro Allmann Sattler Wappner, zusammen mit dem Künstlerduo M+M (Marc Weis und Martin de Mattia) zeigten uns anhand einzelner Projekte, wie man heute hochinnovative Architektur mit Kunst  kombinieren kann. Dabei muss oft anfänglicher Skepsis begegnet werden.

Tour durch die Jahresausstellung in der AdBK München
16. Juli 2016
AdBK Jahresausstellung 2016

Auch im Juli 2016 gab es wieder einen Rundgang des Kunstclub13 durch die Sommerausstellung an der Akademie der Bildenden Künste München, ein Klassiker des Kunstclub13. Wir nahmen für Sie eine Vorauswahl der besten Positionen vor und führten Sie durch das Gewirr der Gänge. Die Vorbereitung und Führung übernahmen diesmal Hans-Joachim Heins und Philipp Benkert.

Es bestand die Gelegenheit, neue Talente zu entdecken und mit den Künstlern persönlich zu sprechen. Nach der Führung konnten die Teilnehmer auf Wunsch auf eigene Faust weitermachen.

Preisträger 2016 ermittelt

Beim Jurytermin am 11. Mai 2016 in der PLATFORM wählte die Jury unter 5 Kandidaten die Künstlerin Sarah Lehnerer als Preisträgerin für 2016. Juror Michael Buhrs (Direktor Museum Villa Stuck): „Lehnerer überzeugte durch ihren vielschichtigen Ansatz“. Den Publikumspreis holte Patricia Wich.

Besuch in der Tutsek-Stiftung | Life is not a Beach
4. Mai 2016

Mit rund 20 Teilnehmern besuchten wir die Münchner Alexander Tutsek-Stiftung und bekamen eine Führung von Ayşegül Cihangir durch die aktuelle Ausstellung.

Unter dem Titel „LIFE IS NOT A BEACH“ werden die Schattenseiten des Lebens thematisiert. Ein Beispiel dafür ist die beklemmende Welt von Drogenabhängigen. Der Fotograf Matthieu Gafsou dokumentiert diese in seinen Fotografien auf eine authentische, gleichzeitig auch poetisch-achtsame Weise.

Die Skulpturen, der zweite Schwerpunkt der Ausstellung, sind aus dem alltäglichen und doch vielschichtigem Material Glas sowie Mixed Media gefertigt. International bekannte (u. a. Philip Baldwin & Monica Guggisberg, Mona Hatoum, Silvia Levenson, Janusz Walentynowicz) sowie junge Kunstschaffende ergründen in ihren unterschiedlichen Arbeiten tiefsinnig die generellen Ängste sowie die inneren und äußeren Konflikte der Menschen.

Kunst im Bau der Allianz Versicherung / Hauptverwaltung
18. April 2016

„Kunst verbindet“ heißt die Broschüre, die wir 32 Gäste am Ende der spannenden Führung von Sabine Möhle bekamen.

Und das kann man geografisch nehmen. Ein verschachtelter Gebäudekomplex ganz unterschiedlicher Stilrichtungen, der sich vom Rande des Englischen Gartens, der Königinstraße, über die Kaulbachstraße bis hin zur Leopoldstraße zieht.

Das Verbindende ist ein unterirdischer Gang und die über 800 Meter markierenden Elemente sind Arbeiten zeitgenössischer Künstler. Die Kunstwerke, welche die aneinandergreifenden Hallen, Passagen, Tunnel und Treppenhäuser akzentuieren, bieten nicht nur Orientierungs- und Unterscheidungshilfen. Sie stehen auch für die Werte und gesellschaftlichen Bezugspunkte des Unternehmens. Von der Leopoldstraße kommend sind es die Wandarbeit von Thomas Eller und der Leuchtkassten „New York“ von Dieter Rehm. Die drei großen Fotoarbeiten von Andreas Gursky fragen nach Dynamik, Spannungen und Strukturen des täglichen Lebens. Das Münchener Duo Brunner / Ritz schafft ein beeindruckendes Raumerlebnis aus Licht, Farbe und Klang. In der Kaulbachstraße kommt man kurz nach oben und wird empfangen von Arbeiten von Daniel Buren und der Außenarbeit „5 Gefäße“ von Eugenie Hinrichs. Farbe, Licht und Perspektiven, Arbeiten von Sabine Funke, Hans Jörg Wiegner und die 22-teilige Arbeit „conversation Piece“ im Restaurantbereich von Juan Munoz muss man einfach gesehen haben.

Ein beliebter Treffpunkt der Kollegen ist die Dartscheibe, die natürlich nicht so heißt, von Ekrem Yalcindag. Bevor man in den denkmalgeschützen A-Bau kommt, nehmen Stefanie Zoche und Sabine Haubitz Elemente der vorhandenen Architektur auf und schaffen eine überraschende Arbeit, die alles auf den Kopf stellt, was man über perspektivische Raumkonstruktionen zu wissen meinte. In der Broschüre heißt es dann zum Schluss: „Die Welt durch eine andere Brille sehen, Bekanntes in Frage stellen, die Wahrnehmung schärfen – wenn es der Kunst gelingt, zu neuen Sichtweisen anzuregen, ist viel erreicht.“

Wie wahr, vielen Dank an Sabine Möhle.

Mitgliederversammlung verabschiedet neue Satzung und Beitragsordnung

Am 12. April 2016 fand die jährliche Ordentliche Mitgliederversammlung des Kunstclub13 e.V. statt. Der Vorstand konnte wieder über ein dicht gefülltes Programm und gestiegene Mitgliederzahlen berichten.  Als wesentliche Ergebnisse bleibt festzuhalten: Es wurde, aufgrund veränderter gesetzlicher Vorgaben, ein neuer Satzungstext verabschiedet. Aufgrund gestiegener Aufwendungen ist es überdies notwendig geworden, nach 11 Jahren die Mitgliedsbeiträge ab 2017 anzuheben. Beide Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Montagsrunde „Art in China Today – An Insider’s View“
11. April 2016

Zu unserer nächsten Montagsrunde am 25. April erwarten wir einen internationalen Referenten: Sylvain Levy aus Paris betreibt zusammen mit seiner Frau nique die DSL Collection, die Zeitgenössische Chinesische Kunst fördert und sammelt. Sylvain und Dominique besuchen mehrmals pro Jahr jeweils für einige Wochen China, um am Puls der lokalen Kunstszene zu sein. Sie organisieren auch Ausstellungen, so z.B. letztes Jahr in Venedig zur Biennale.

Sylvain wird einen Überblick über die chinesische Kunstszene geben: Wer sind die Protagonisten – Trends und Tendenzen – Chancen und Risiken für Sammler. Er wird auch einen Einblick in die DSL Collection gewähren.

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt. Dauer: Ca. 1 Stunde.

Es besteht die Möglichkeit, vor Ort das Abendessen einzunehmen.

Anmeldung erbeten

sNOw future | Führung durch die Ausstellung in der ERES Stiftung
5. März 2016

„Die Alpen – Perspektiven einer Sehnsuchtslandschaft“ hieß der Untertitel dieser Ausstellung, die der Kunstclub13 am 5. März besuchte. Ob der Schnee im Zeitalter des globalen Klimawandels eine Zukunft hat oder nicht, stand dabei eher nicht im Vordergrund. Vielmehr machten sich die Künstler Hansjoerg Dobliar, Philipp Messner und Walter Niedermayr auf die Suche nach den offensichtlichen und schleichenden Veränderungen der Berglandschaft. Schließlich prägt der Tourismus mit Sesselliften und Schneekanonen immer radikaler das Erscheinungsbild dieser klassischen Sehnsuchtslandschaft.

Im Fokus dieser künstlerischen Spurensuche stand die Entdeckung von abstrakten Kompositionen in den meist verlassenen Schneelandschaften. In unterschiedlichen Herangehensweisen – Malerei, Skulptur, Foto und Video – brachen die beteiligten Künstler mit den Klischees über alpine Landschaften und zeigten, wie konstruiert, fiktiv und hyperartifiziell diese sein können.

Die Ausstellung wird noch bis 23. April gezeigt.

Führung durch die Messe UNPAINTED lab 3.0
20. Februar 2016

Die UNPAINTED artfair präsentierte nach ihrem Debut im Januar 2015 ihren zweiten Auftritt in München: Vom 18. bis 21. Februar zeigten unter dem Label „lab 3.0“ rund 40 internationale Digitalkünstler ohne Galerie ihre Werke bei Mixed Munich Arts in der Katharina-von-Bora-Straße. Dr. Annette Doms, künstlerische Leiterin der UNPAINTED, führte die rund 30köpfige Gruppe durch die Ausstellung mit Arbeiten von Niko Abramidis, Station Rose, Susanne Rottenbacher u.v.a.m.

Führung durch die Diplomausstellung in der AdBK München
6. Februar 2016

Am 06. Februar boten wir für rund 40 Teilnehmer eine geführte Tour durch die Diplomausstellung an der Akademie der Bildenden Künste München an. Die Auswahl und Führung übernahmen wieder die Künstler Verena Seibt und Christian Hartard, die beide selbst an der ADBK studierten und sich daher bestens auskennen. Es bestand die Möglichkeit, die Talente von morgen zu entdecken und sich mit den Künstern persönlich auszutauschen.

Folgende Positionen deckte unsere Tour ab:

  • Hsiao-Shu Chen / Klasse Nachf. Prangenberg (Keramik)
  • Boris Maximowitz / Klasse Pitz
  • Isabelle Tondre / Klasse Bustamante
  • Antje Zeiher / Klasse Bustamante
  • Justina Becker / Klasse Hildebrandt
  • Verena Barros de Oliveira / Klasse Brack (Bühnenbild)
  • Florentin Berner / Klasse Metzel
  • Lou Jaworski / Klasse Schneider
Montagsrunde „Galerieszene München“
1. Februar 2016

Die internationale Bedeutung von München als „Kunststandort“ lag in vergangenen Jahrzehnten nicht zuletzt in der zentralen Rolle innovativer Galerien begründet. Wichtige Entwicklungen in der modernen und zeitgenössischen Kunst hatten ihren Ursprung in München und wurden von weitsichtigen Galeristen gefördert. Manchen heute international bekannten Künstlern wurde hier sogar erst zum Durchbruch verholfen.

Zunehmend scheinen sich jedoch gegenwärtig die Schwerpunkte des Kunstgeschehens in Deutschland und weltweit zu verlagern und Kunstliebhaber und Sammler sich neu zu orientieren. Die erste Montagsrunde des Kunstclub13 im neuen Jahr versuchte eine Standortbestimmung der „Galerieszene München“. Welche Ziele setzen sich Münchens Galerien heute? Welche Probleme und welche Chancen erkennen sie in einem veränderten Umfeld? Wie können sie ihre Position im Vergleich zu Berlin, London oder New York behaupten?

Die Münchener GaleristInnen Barbara Gross, Matthias Kunz (Galerie Sabine Knust) und Johannes Sperling diskutierten in einem vollen Saal diese und andere brennende Fragen in einem Podiumsgespräch unter Moderation der in Berlin lebenden Kunstjournalistin Birgit Sonna. Neben Kunstlieberhabern mischten sich auch viele Art Professionals unters Publikum.