Rückblick Führungen

Kunstvisite #4
23. Februar 2021

Wer in diesen Wochen das Bedürfnis verspürt, Kunst zu sehen, die nicht hinter Schaufenstern oder auf digitalen Bildschirmen präsentiert wird, für den empfiehlt sich ein Besuch im „Apartment der Kunst“. Der nicht-kommerzielle Kunstraum liegt in einem Hinterhof nahe dem Südeingang zum Englischen Garten und wurde 2013 vom Künstler Lars Koepsel gegründet. Er organisiert hier unter anderem regelmäßig Ausstellungen mit Austauschkünstler*innen aus Taiwan oder nutzt die Räumlichkeiten über den Winter selbst als Atelier.

Ausstellungsansicht SHELTER im Apartment der Kunst

Der Lockdown im Frühjahr gab den Anstoß für ein neues Ausstellungsformat, welches seit Ende Dezember 2020 im Apartment stattfindet. SHELTER ist als sogenannte Mikroveranstaltung konzipiert, die eine intime Begegnung mit der Kunst ermöglicht. Besuchende in Museen nehmen sich durchschnittlich etwa 30 Sekunden Zeit pro Werkbetrachtung – wer sich für das Apartment der Kunst einen freien Termin sichert, dem stehen hingegen zwei volle Stunden zur Verfügung, um die wenigen Werke auf den etwa 30qm auf sich wirken zu lassen. Statt anderen Besucher*innen zu begegnen oder den Blicken des Aufsichtspersonals ausgesetzt zu sei, ist man hier auf sich allein zurückgeworfen und darf es sich mit einer Begleitperson seiner Wahl in den alten grünen Vintage-Sesseln in der Mitte des Raumes gemütlich machen. Kein White Cube, stattdessen ist die Kunst eingebettet in ein Wohnzimmer-Setting und es herrscht eine heimelige Atmosphäre, die zu einer kontemplativen Begegnung einlädt. Trotz Corona kann man der Kunst hier endlich wieder nah sein, näher sogar als normalerweise: Neben Texten zur vertiefenden Lektüre, Snacks und einer Flasche Wein, liegen Handschuhe parat, mit welchen man die Werke tatsächlich berühren darf.

Solarworld (2019), nach Gottfried Mittelberg

Lars Koepsels erprobt in seinen Arbeiten das Schreiben als gestisch-performative, fast rituelle Handlung. Ähnlich wie Mönche in mittelalterlichen Klöstern beschäftigt er sich mit dem langwierigen Kopieren von Texten, wobei der handschriftliche Duktus eine Nähe zu ostasiatischer Kalligraphie erkennen lässt. Diese gleichsam spirituelle Komponente im Werk des Künstlers wird ergänzt durch politische, philosophische und humanistische Inhalte. Die Texte, die Ausgangspunkt für Koepsels Arbeiten sind, stammen aus den Federn von Hannah Ahrendt, Descartes, Max Frisch oder Erich Fromm. Doch schreibt der Künstler diese nicht linear ab, sondern ändert den Schreibfluss, schlägt immer wieder neue Richtungen ein, sodass Bestehendes überschrieben wird, sich Schichtungen bilden und so eine Textur aus Zeichen entsteht. Dabei geht zwar die Lesbarkeit verloren, doch bildet sich eine neue Formensprache heraus, welche Papier, ehemalige Landkarten oder Globen überzieht.

Detailaufnahme von ICOMEFROMABEAUTIFULPLACE (2019), nach Hannah Ahrend

Noch bis zum 21. März können individuelle Termine im SHELTER gebucht werden, für zwei exklusive Stunden mit Lars Koepsels Kunst im Hinterhofgebäude der Schönfeldstraße 19.

Kunstvisite ist ein wöchentliches Format des Kunstclub13 e.V., das in Zusammenarbeit mit Hotspots of Art erscheint.


Text und Fotocredits: Hanna Banholzer

Kunstvisite #3
16. Februar 2021

Die dieswöchige Kunstvisite lässt sich ideal mit einem Spaziergang durch den Hofgarten verbinden. Der dort beheimate Kunstverein München bespielt seit 2014 eines seiner Schaufenster als Ausstellungsfläche im halböffentlichen Raum. Mit Gloria Hasnay als Kuratorin wurde 2019 hier der Schwerpunkt auf die Präsentation von filmischen Arbeiten gelegt. Es entstand ein vom Ausstellungsprogramm unabhängiges Format. Um die größtmögliche Zugänglichkeit zu gewährleisten, wurde das Videoprogramm sowohl für den physischen als auch den digitalen Raum konzipiert und kann somit orts- und zeitunabhängig auf der Webseite rezipiert werden. „Unsere Institution ist ein diskursiver Raum, auch außerhalb der Ausstellungsmauern“ so die Kuratorin Hasnay.

Dass Zugänglichkeit ein zentrales Thema des Kunstvereins ist, spiegelt sich in seiner inhaltlichen und programmatischen Ausrichtung wider. So auch in der aktuell im Schaufenster zu sehenden Arbeit „A Recipe for Disaster“ von Carolyn Lazard (*1987 in Kalifornien/US). Ausgangspunkt sind Ausschnitte aus der US-Kochsendung „The French Chef“ von Julia Child – eine Show, welche in den 1970er Jahren die French Cuisine massentauglich machte und hier Zugang erleichterte. Um auch gehörlose und schwerhörige Zuschauer*innen zu erreichen, kamen damals erstmals Untertitel zum Einsatz. Das Amerikanische Publikum allerdings reagierte mit starker Kritik und Ablehnung auf die eingeblendete Textebene. In der Videoarbeit von 2018 stellt Lazard dem eine Weiterführung und Überzeichnung von medialer Barrierefreiheit entgegen. Zunächst werden die Videoausschnitte um eine deskriptive Audiospur für sehbehinderte Personen ergänzt. Es folgt ein zusätzlicher manifestartiger Text, welcher als weitere visuelle sowie akustische Schicht die Bild- und Tonaufnahmen überlagert. Der Fokus wird so auf Fragen nach Barrierefreiheit und Zugänglichkeit für körperlich beeinträchtigte Menschen gelenkt. Carolyn Lazard lebt selbst mit einer chronischen Immunkrankheit und setzt sich künstlerisch für Inklusion ein. Für Kuratorin Hasnay gelingt es Lazard in „A Recipe for Disaster“ gesellschaftliche Dysfunktionalitäten ohne erhobenen Zeigefinger aufzuzeigen und gleichzeitig gewisse humoristische Elemente einzuflechten.

[Julia Child holds a pan over a stove in a rustic pink and beige kitchen. She is a white woman with short curly brown hair. She wears an orange button down shirt with a black apron. On the counter is a bowl of eggs and a glass container of whisked eggs. Behind her is a wall of kitchen utensils. Behind her is also a doorway leading into a courtyard with plants. On top of this image, aligned to the center of the frame is a block of yellow, san serif text. It reads, “WHAT YOU HEAR, IS WHAT YOU GET./AND WHAT YOU GET, IS WHAT YOU HEAR./A REDUNDANCY FOR SOME./A CLARITY FOR OTHERS./A MEDIA OF MEDIAS./A NEW MATERIALISM./A WAY OF MAKING AND CONSUMING/THAT REFUSES TRANSLATION./THAT WE CANNOT IMAGINE,/BECAUSE WE HAVE NOT CREATED/THE CONDITIONS FOR ITS PRODUCTION./THE POSSIBILITY OF AN INTEGRATED AUDIENCE./LISTEN, I’M TRYING TO STAY SOMETHING./LOOK, I'M TRYING TO DO SOMETHING./WE ARE MAKING AN OMELET.” Layered on top of this text is a white subtitle at the bottom of the frame that reads, “Another way, which is a good way, is what I call a scrambled omelet.”]

Noch bis zum 07. März ist das 27-minütige Video im Schaufenster im Hofgarten einsehbar sowie online auf der Homepage des Kunstvereins zu finden.

Kunstvisite ist ein wöchentliches Format des Kunstclub13 e.V., das in Zusammenarbeit mit Hotspots of Art erscheint.


Fotocredits: (1) Hanna Banholzer. (2) Carolyn Lazard, A Recipe for Disaster, 2018, Installationsansicht, Schaufenster, Kunstverein München, 2021. Courtesy die Künstler*inne, ESSEX STREET, New York und Kunstverein München e.V.; Foto: Sebastian Kissel. (3) Video still: Carolyn Lazard, A Recipe for Disaster, 2018. Courtesy die Künstler*innen and ESSEX STREET, New York. [Julia Child holds a pan over a stove in a rustic pink and beige kitchen. She is a white woman with short curly brown hair. She wears an orange button down shirt with a black apron. On the counter is a bowl of eggs and a glass container of whisked eggs. Behind her is a wall of kitchen utensils. Behind her is also a doorway leading into a courtyard with plants. On top of this image, aligned to the center of the frame is a block of yellow, san serif text. It reads, “WHAT YOU HEAR, IS WHAT YOU GET./AND WHAT YOU GET, IS WHAT YOU HEAR./A REDUNDANCY FOR SOME./A CLARITY FOR OTHERS./A MEDIA OF MEDIAS./A NEW MATERIALISM./A WAY OF MAKING AND CONSUMING/THAT REFUSES TRANSLATION./THAT WE CANNOT IMAGINE,/BECAUSE WE HAVE NOT CREATED/THE CONDITIONS FOR ITS PRODUCTION./THE POSSIBILITY OF AN INTEGRATED AUDIENCE./LISTEN, I’M TRYING TO STAY SOMETHING./LOOK, I’M TRYING TO DO SOMETHING./WE ARE MAKING AN OMELET.” Layered on top of this text is a white subtitle at the bottom of the frame that reads, “Another way, which is a good way, is what I call a scrambled omelet.”]

Kunstvisite #2
9. Februar 2021

Diese Woche führt uns die Kunstvisite in die Maxvorstadt zum super+CENTERCOURT. Die einst offene Passage an der Kreuzung Adalbert- / Türkenstraße wurde in den 60er Jahren zu einem geschlossenen Raum mit großen Schaufenstern umgebaut. 2014 übernahm der super+ e.V. die Räumlichkeiten und organisiert dort seitdem regelmäßig Ausstellungen – seit 2018 unter der kuratorischen Leitung von Sophie-Charlotte Bombeck. Auch während Corona lohnt sich stets ein Abstecher zu dem Offspace, wo weiterhin Programm stattfindet, welches von außen ideal einsehbar ist.

Seit vergangener Woche gibt es eine neue Ausstellung in dem nicht-kommerziellen Kunstraum zu entdecken. Unter dem Titel „Die wirklich wichtigen Dinge“ ist bis Anfang März eine Rauminstallation der Künstlerin Esther Zahel (*1988 in Hanau) zu sehen, die speziell für den Raum geschaffen wurde. Studiert hat die Künstlerin an der Akademie der Künste München, wo sie 2018 als Meisterschülerin von Prof. Gregor Hildebrandt abschloss. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit klassischen Themen der Malerei auseinander, etwa mit der Bildfläche und deren Limitierungen. Anfangs arbeitet Zahel mit installativen Hängungen kleinflächigerer Werke. Durch weitere räumliche Experimente mit dem zweidimensionalen Medium Leinwand, entstehen schließlich begehbare Malerei-Installationen. Mitglieder des Kunstclub13 konnten Zahels Arbeit bereits kennenlernen im Rahmen unseres Rundgangs durch die Diplomausstellung 2019 an der Akademie der Bildenden Künste, wo wir ihr Polyptichon „Die Öffnung des Universums in das Haus der vielen Wohnungen“ in der Aula besichtigt haben.

Auch im super+CENTERCOURT sind die Wand- und Bodenflächen lückenlos bedeckt mit perspektivischen Darstellungen abstrahierter Räume und architektonischer Elemente. Die Künstlerin lässt so eine Raumillusion entstehen und setzt dabei auf kräftige Farbflächen. Oft ergänzt Esther Zahel ihre malerischen Räume mit Darstellungen von Mobiliar und anderen Gegenständen und untersucht so auf welche Weise persönliche Objekte Zuhause verkörpern können. „Dabei geht es mir vor allem um die Essenz der Dinge, um ihre individuelle emotionale Wertigkeit und Aufladung.“ In ihrer aktuellen Ausstellung in der Adalbertstraße verzichtet die Künstlerin interessanterweise gänzlich auf Gegenständliches, sondern rückt das Architektonische in den Vordergrund. Der Besucher ist also eingeladen selbst Antworten auf die titelgebende Frage nach den wirklich wichtigen Dingen zu finden, die das eigene Innenleben erfüllen.

Bis zum 08. März 2021 ist die Ausstellung „Die wirklich wichtigen Dinge“ noch zu sehen. Der super+CENTERCOURT in der Adalbertstr. 44 ist durchgängig von außen einsehbar.

Kunstvisite ist ein wöchentliches Format des Kunstclub13 e.V., das in Zusammenarbeit mit Hotspots of Art erscheint.


Text: Hanna Banholzer
Fotocredits: Esther Zahel / Peter Langenhahn

Kunstvisite in Corona-Zeiten #1
2. Februar 2021

Bekannterweise müssen wir pandemiebedingt noch eine Weile auf gemeinsame Events und Kunstführungen verzichten. Um diese Zeit zu überbrücken, hat sich der Kunstclub13 etwas überlegt und möchte Ihnen über den Februar hinweg ein paar Tipps für das private Kunsterlebnis präsentieren. Dafür haben wir Hanna Banholzer von „Hotspots of Art“ eingeladen für uns stellvertretend einige alternative Ausstellungsformate zu besuchen und vorzustellen. Jede Woche lassen wir Ihnen einen neuen corona-konformen Tipp aus Münchens non-profit Kunstszene zukommen. Denn auch im Lock-Down gibt es noch Entdeckungen. Spazieren Sie doch einfach mal vorbei!

Den Anfang macht diese Woche der „No Depression Room“ in der Dachauerstraße 157. Seit Ende November 2020 kuratiert die Kunstpädagogik-Studentin Marlene Meier den temporären Projektraum. Dieser entstand also inmitten des zweiten Lockdowns, sodass das Raumkonzept von Anfang an speziell für ein vorbei flanierendes Publikum gedacht wurde. Die großen Glasfronten der ehemaligen Apotheke eignen sich ideal für Ausstellungen, die ausschließlich von außen einsichtig sind.

Im wöchentlichen Wechsel lädt die Initiatorin junge Nachwuchskünstler*innen aus München und Umgebung ein, hier auszustellen. Neben Studierenden der Kunstakademie sind ebenso Künstler*innen aus den Subkulturen und Autodidakten vertreten, was sich im Ausstellungsprogramm quer durch alle Disziplinen widerspiegelt. Dieser Abwechslungsreichtum sei es, was laut Marlene Meier einen besonderen Reiz für das Publikum ausmache.

In der ersten Februarwoche wird der „No Depression Room“ von den beiden Künstlerinnen Pauline Stumpf und Ida Lutzenberger bespielt, deren Arbeiten beide durch feministische Ansätze gekennzeichnet sind. Pauline Stumpf beschreibt ihre Skulpturen und Zeichnungen als Verhandlung von Zwischenmenschlichkeit, Sexualität und Grenzen: „In meinen Arbeiten setze ich mich mit körperlichen als auch emotionalen Berührungen aus einer weiblichen Perspektive auseinander.“ Ihren filigranen, farblich zurückgenommenen Zeichnungen stehen die flächigen Acrylmalereien in leuchtenden Farben von Ida Lutzenberger gegenüber. In der Schaufenster-Galerie ist unter anderem ihre Serie „Frau Pissnelke“ zu sehen, in welcher sie romantische Vorstellungen von Schönheit in Frage stellt. Das zentrale Motiv: Frauenfiguren, welche ungeniert unter freiem Himmel ihre Blasen entleeren. Humorvoll stilisiert Lutzenberger das Urinieren in freier Natur zum weiblichen Befreiungsakt.

Noch bis Ende dieser Woche (07.02.2021) ist die Ausstellung im „No Depression Room“ in der Dachauerstraße 157 von außen einsehbar. Das Programm der Pop-Up-Galerie läuft voraussichtlich noch bis Ende Februar 2021.

Kunstvisite ist ein wöchentliches Format des Kunstclub13 e.V., das in Zusammenarbeit mit Hotspots of Art erscheint.


Text und Fotocredits: Hanna Banholzer

Pop-up Ausstellung: Living Art – leben mit Kunst, lebende Kunst
21. Oktober 2020
living_art_cortesao

Raum für Kunst ist schon lange knapp in München, und derzeit ist der Zugang sogar noch beschränkter. Unsere Mitglieder Dr. Isabella Grahsl und Dr. Christian B. Fulda haben daher die Gelegenheit der Zwischennutzung von privaten Räumen beim Schopf gepackt und eine Pop-up-Ausstellung unter dem Motto „Living Art – leben mit Kunst, lebende Kunst“ organisiert, zu der sie den Kunstclub13 herzlich einluden. Im kleinen Kreis konnten wir in einer leerstehenden Wohnung einen „temporären Lebensraum“ für die zeitgenössische Kunst erleben. Über 60 Arbeiten münchner, deutscher und internationaler Künstler, darunter viele Installationen und Videoarbeiten, waren zu entdecken. Der off space Rosa Stern bespielte einen Raum mit 25 überwiegend zeichnerischen Positionen, und eine Live Performance von Nicola Kötterl und Jakob Braito rundete das außergewöhnliche Erlebnis ab. 

Die Idee für dieses ungewöhnliche Projekt hatten unsere Gastgeber der Zeit des lock downs: zum Einen jüngste Produktionen aus der coronabedingten Isolation präsentieren, andererseits Kunst jenseits des White Cube zeigen, dort, wo sie im Lebensraum der Sammler hängt und sich behaupten muss. Jeder Raum war mit Bedacht thematisch kuratiert, von zeitgenössischen Perspektiven auf das Stilleben über Kunst in Auseinandersetzung mit Musik und Literatur zu (sub)urbanen Utopien und Dystopien. Im Rahmen des Möglichen gesellig wurde der Abend nicht zuletzt durch die feine kulinarische Begleitung von Heinrich Matters. Wir hoffen, dass diese private Initiative Schule macht und unsere Mitglieder zum Nachahmen inspiriert.

Bildnachweis: Living Art: Gil Heitor Cortesão, Room, 2016 © Bruno Lopes

12. Sept. 2020: Galerietour zu „Various Others“
12. September 2020
Various_Others_2020

Eine Galerietour des Kunstclub13 in Kooperation mit VARIOUS OTHERS bildete den Auftakt für unseren Kunstherbst 2020.

VARIOUS OTHERS ist eine Initiative Münchner Galerien und Kunstinstitutionen, die dieses Jahr zum dritten Mal stattfand. Das Ziel ist ein intensiverer Austausch Münchner Kuratoren, Künstler und Galeristen mit internationalen Partnern. Dazu laden die teilnehmenden Galerien Partnergalerien aus dem In- und Ausland zu gemeinsamen Projekten ein. Eine schöne Gelegenheit für das Münchner Kunstpublikum, neue Künstler zu entdecken und das hochkarätige Rahmenprogramm zu nutzen. Am Eröffnungswochenend führte uns Felicitas Kaspar, eine Mitarbeiterin des VARIOUS OTHERS-Teams, durch Galerien in der Maxvorstadt und gab uns Einblicke in die Arbeit der Initiative. 

In der Galerie Klüser 1 führte uns die Galeristin durch die kuratierte Ausstellung „Il Mondo Umano“, in der uns vor allem die von der Christine König Galerie in Wien beigesteuerten großformatigen Fotografien Jürgen Tellers und zwei frühe Arbeiten von Tony Cragg begeisterten. Bei Rüdiger Schöttle freuten wir uns in der spätsommerlichen Nachmittagssonne auf der Dachterasse über Keramikmasken von Michael Sailstorfer die auf ozeanische oder afrikanische Vorbilder zu referieren scheinen. Auch die überzeugende Installation von Thu Van Tran ein Stockwerk tiefer konnte in einem postkolonialen Kontext gelesen werden, als Auseinandersetzung der heute in Paris lebenden Künstlerin mit ihrer Kindheit in Vietnam. Im Erdgeschoss hieß es dann genauer hinschauen: Die filigrane Malerei der Berlinerin Helene Appel setzt einfache Vorlagen aus der Natur in frappierender Trompe-l’Oeil-Manier um.  Den Abschluss bildete eine Einführung des Galeristen Matthias Kunz (Knust Kunz Galerie) in die Technik der Monotypie. Die farbintensiven Unikat-Drucke der New Yorker Künstlerin Shara Hughes wurden noch kurz vor Beginn der Covid19-Pandemie in der spezialisierten Druckerei Pace Prints in New York angefertigt und konnten deshalb jetzt pünktlich zum Saisonstart erstmals in Deutschland gezeigt werden. 

Mit einem Bündel von Tipps für weitere interessante Programmpunkte im Rahmen von Various Others entließ und Felicitas Kaspar nach gut zwei Stunden in das Kunstwochenende. Bis Mitte Oktober ist unser Terminkalender nun randvoll!

ABGESAGT: 12. Nov. 2020: ABOUT US. JUNGE FOTOGRAFIE AUS CHINA
23. August 2020

Führung durch die Ausstellung in der Alexander Tutsek-Stiftung, München

Liebe Freunde des Kunstclub13,

aufgrund der neu geltenden Regelungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus müssen wir die geplanten Führungen durch die Ausstellung „ABOUT US. JUNGE FOTOGRAFIE AUS CHINA“ am 12. November 2020 leider absagen, werden den gemeinsamen Besuch aber so bald wie möglich nachholen.

Mit besten Grüßen,
Ihr Kunstclub13 Team

Was erzählt Fotografie über die Lebenserfahrungen des Einzelnen angesichts eines radikalen Wandels der Gesellschaft? Welche Bildsprachen erfinden jungen Künstlerinnen und Künstlern in China auf der Suche nach dem eigenen Selbstverständnis?

Eine neue Generation von Kunstschaffenden hatte in den 1980er und 1990er Jahren nach dem Ende der Kulturrevolution in China einen fundamentalen Wandel der künstlerischen Produktion vollzogen. Nach sozialem Realismus, Ideologie und Propaganda entwickelte sie neue Konzepte, Stile und Techniken. Die komplexen und sehr unterschiedlichen experimentellen und konzeptuellen Arbeiten, die seit den 1990er Jahren bis heute entstanden sind, lassen sich unsre dem Begriff „Experimentelle Fotografie“ zusammenfassen. Deren Vielfalt spiegelt sich in der Auswahl der in der Ausstellung repräsentierten Künstlerinnen und Künstlern, von denen einige international renommiert, andere außerhalb Chinas weitgehend unbekannt sind.

Die Ausstellung versteht sich als ein Beitrag zum Diskurs über die gegenwärtige Fotografie in China, einem Land, das zunehmend als wesentliche globale politische und wirtschaftliche Macht in Erscheinung tritt, dessen Bilderwelten im Medium der Fotografie in der westlichen Hemisphäre jedoch wenig bekannt sind.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Kunst-Radltour München am 18. Juli 2020
18. Juli 2020

Nach einem halben Jahr Stillstand haben wir am Samstag, den 18. Juli 2020 wieder mit unserem Programm begonnen.

Kunst im öffentlichen Raum mit frischer Luft war die Devise. Die 15 Teilnehmer trafen sich an der „Bavaria“, eine Bronzestatue von Alicja Kwade, Corneliusbrücke, Ecke Erhardtsraße.

Diese temporäre Installation ist keine exakte Kopie von Ludwig Schanthalers monumentaler Arbeit auf der Theresienwiese. Kwades Arbeit hat menschliches Maß, exakt auf die Größe der Künstlerin herunterskaliert und aller Symbole der Macht und des Sieges, wie Löwe, Schwert und Lorbeer beraubt, erscheint sie gleich berechtigt zu uns Betrachtern.

Weiter ging es, alle ohne E-Bike, zum Jüdischen Museum und der Textarbeit von Sharone Lifschitz (2004-2007) an den Scheiben rund um das Museum herum.

Die Texte sind das Ergebnis eines Dialoges der Künstlerin mit ca 180 deutschen Bürgern, die sie zufällig über Anzeigen in Zeitungen kennenlernte, und über die individuelle Haltung zur deutschen Geschichte und zur jüdischen Kultur mit ihnen diskutierte.

Weiter in die „Gasse ohne Namen“ die zum Oberanger führt und die Lichtarbeit „Passage Rot Blau“ von Keith Sonnier an der Fassade des Angerhofkomplexes.

Das ist sicherlich noch wirkungsvoller bei Dunkelheit und dann sieht man auch besser die Bewegung von Kreis und Viereck.

Im Boden eingelassen sind die Klangsteine von Andrea Schmeing-Häusler (2008) Fünf klassische Kirchenglocken, aus Bronze gegossen, sind unterirdisch in einem Hohlraum montiert. Die Töne erklingen aus dem Schachtgitter rechts.

Die Idee: Anders als die Viscardigasse hinter der Feldherrnhalle, die früher voller Hast von Münchnern genutzt wurde, die sich vor dem Hitlergruß am Odeonsplatz drücken wollten, soll diese neue Gasse die Menschen erfreuen, das Glockenspiel „Erinnerungen an Momente kindlicher, selbstvergessener Unbeschwertheit“ aufkommen lassen. Bei der Vorbesichtigung haben wir alle Glocken zum klingen gebracht, schade, bei unserer Tour schwiegen sie.

Die Bodenarbeit Oberanger, Ecke Dultstraße ist von Ulla von Brandenburg (2017) und erinnert an die vom Nazionalsozialismus verfolgten Lesben und Schwulen. Die Stadt lernt – endlich gibt es mal eine Tafel mit guter Erklärung.

Neben der Bodenplatte in der Kardinal Fauhaber Straße, wird endlich der 1919 ermordete erste Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Kurt Eisner, würdig geehrt. Die Künstlerin Rotraut Fischer hat einen ästhetischen Glaskubus realisiert mit dem Satz von Eisner selber: „Jedes Menschenleben soll heilig sein“. Nachts ist die Skulptur illuminiert.

Weiter zu „Waterfall“ von Tatjana Trouvé vor dem Eingang des alten Südlichen Friedhofs am Stephansplatz. Die Skulptur „Waterfall“ schuf die italienische Künstlerin Tatiana Trouvé, die das klassische Motiv des Brunnens im städtischen Raum aufgriff. Ihre Skulptur kombiniert den Alltagsgegenstand einer alten Matratze aus hochwertigem Bronzeguss mit dem gängigen Baumaterial Beton. Wenn der Brunnen läuft, häng die Matratze wie ein nasser Sack über der „Betonmauer“. Eine Matratze die der Funktion nach weich ist und auch so aussieht, ist in dieser Realität aus harter Bronze. Es war eines der Werke des Projekts  <a space called public>, die die Kunst im öffentlichen Raum aufrief, sich auf Identitätssuche der Stadt zu machen.

Dann zur Theresienwiese, wo man noch mal den Eindruck der riesigen „Bavaria“ bekam und weiter zum Quartiersplatz, einer Landschaftsskulptur aus bis zu drei Meter hohen Rasenhügeln und einer bespielbaren „Dünenlandschaft“ mit Klettergräten und Trampolinen, eingerahmt von einem orangenen Betonsockel sowie einer Aufenthaltsfläche, die mit dunklem Basaltsplitt belegt ist.

Erstmals wurde in München vom Baureferat ein Platz realisiert, bei dem bereits in der Wettbewerbsphase Künstler und Landschaftsarchitekten kooperierten. Rosemarie Trockel (Künstlerin, Köln) entwickelte mit Catherine Venart (Architektin, Halifax) und Topotek1 (Landschaftsarchitekten, Berlin) die Idee einer bespielbaren Landschaftsskulptur auf dem Quartiersplatz Theresienhöhe, der seit dem 12. Juni für die Öffentlichkeit freigegeben ist.

Der Platz entstand auf einer 300 Meter langen und 50 Meter breiten Betonplatte über der Bahnlinie München-Rosenheim und einem Teil der ehemaligen Messetiefgarage. Der Quartiersplatz ist Bestandteil der Kunstprojekte „1a Orte“ auf der Theresienhöhe, einem Projekt von QUIVID, dem Kunst-am-Bau-Programm der Stadt München.

Wir jedenfalls blieben etwas nachdenklich zurück; man möge sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Der Abschluss war SWEET BROWN SNAIL: Als Jason Rhoades eingeladen wurde, im Neubaugebiet Theresienhöhe* eine Arbeit für den Platz vor dem Verkehrszentrum des Deutschen Museums zu realisieren, stand der Vorschlag im Raum, an diesem Ort das Thema „globale Geschwindigkeit“ aufzugreifen. Rhoades reagierte mit einer Schnecke, jenem Tier also, das als sprichwörtlich langsam gilt, das aber auch, äußerst mobil, sein „Haus auf dem Rücken trägt“. Die süße braune Schnecke ist die monumentale Vergrößerung einer Nippesschnecke und steht in enger Verbindung mit einer Serie anderer Arbeiten. Ende der neunziger Jahre hatte Jason Rhoades zusammen mit Paul McCarthy – die beiden renommierten Künstler stammen von der US-amerikanischen Westküste – die so genannten „Proppositions“ entwickelt.

Das Wort erscheint auf den ersten Blick wie eine Falschschreibung des englischen „Proposition“ (Vorschlag). Es kann aber auch als eine Addition aus „Prop“ (Eigentum) und „Position“ gelesen werden, was dann etwa soviel bedeutet wie Besitz in Relation zu seiner Position oder das in Position gebrachte Eigentum.

Gut, dass gegenüber gleich der Biergarten lag, mit Maske hinein, und ohne Maske dann ein Bier oder Opfelschorle genossen war ein netter Ausklang eines schönen Nachmittags.

Wir denken auch über eine Führung Mitte September, angelehnt an das Programm
von Various Others, nach.

Geplant ist für September auch ein Ausflug nach
Polling, zu der Säulenhalle von Bernd Zimmer u.a., STOA169. Details dazu folgen.

Radlausflug zu Kunst im Öffentlichen Raum München
9. Juni 2020

Dr. Susanna Ott und Hans-Joachim Heins bieten auch in diesem Sommer wieder eine Tour mit dem Fahrrad zu Kunstobjekten im Münchner Öffentlichen Raum an.

Termin: Samstag, 18. Juli ab 14:00 Uhr
(bei schlechtem Wetter Verschiebung in den August)

Treffpunkt und Details folgen in den nächsten Tagen.

21.03.: Führung durch RischART | JAJA NEINNEIN VIELLEICHT
15. März 2020

Liebe Freunde des Kunstclub13,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf das Coronavirus haben wir uns gemeinsam mit den Veranstaltern entschieden, die geplante Führung durch die Ausstellung „RischArt – JAJA NEINNEIN VIELLEICHT“ am 21. März im Gasteig abzusagen

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 15. März ab 11.00 Uhr formlos eröffnet. Einmalig wird dann um 12.00 Uhr im Außenbereich die Perfomance von Sophia Süßmilch „Denkmal der Beleidigung“ zu sehen sein. Danach haben Sie bis zum 5. April Gelegenheit, auf eigene Faust und mit ausreichendem Abstand zu anderen Kunstinteressierten durch das erste Obergeschoss des Gasteig zu schlendern. Die Ausstellung kreist um die Vielschichtigkeit der Sprache. Es gibt Werke von Albert Coers, Maximilian Erbacher, Alicia Framis, Dana Lürken, Bea Meyer, Clara Oppel, Thomas Rentmeister, Wolfgang Stehle, Sophia Süßmilch und Thomas Thiede zu entdecken. Wir sind sicher, dass sich der Besuch lohnt!

Weitere Informationen zu Ausstellung und Künstlern finden Sie hier.

Mit den besten Wünschen und Grüßen, Ihr Vorstand des Kunstclub13

15. RischArt_Projekt 2020
 
JAJA NEINNEIN VIELLEICHT

Eine Ausstellung im Gasteig München
13.03. – 05.04.2020

Eröffnung: Sonntag, 15. März 2020, 11.00 Uhr

Ort: Gasteig München, Rosenheimer Str. 5, 81667 München

Seit 1983 wagen die RischArt_Projekte immer wieder neue Wege, um Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen. Kurz vor der Sanierung des Gasteigs wird nun eine inhaltlich spannende Symbiose mit Europas größten Kulturzentrum eingegangen.

Im 3. Jahrzehnt des noch jungen 21. Jahrhunderts werden die teils ambivalenten Auswirkungen der immer schneller voranschreitenden Globalisierung auch auf lokaler Ebene zunehmend sichtbar. Der Mythos des Turmbaus zu Babel scheint Wirklichkeit geworden zu sein. Neben wichtigen Themen wie Klimawandel und Massenmigration stellt sich die Frage, wie man auch sprachlich die Welt neu ordnen bzw. überhaupt verstehen kann. 10 eingeladene Künstler*Innen nähern sich dem vielschichtigen Thema Sprache und Kommunikation mit ihren speziell für den Gasteig konzipierten Arbeiten.

KünstlerInnen

Albert Coers, Maximilian Erbacher, Alicia Framis, Dana Lürken, Bea Meyer, Clara Oppel, Thomas Rentmeister, Wolfgang Stehle, Sophia Süßmilch, Thomas Thiede

Initiatoren
Gerhard Müller-Rischart
Magnus Müller-Rischart

Kuratorin
Katharina Keller, Freie Kuratorin und Künstlermanagerin
Hat 13 von insgesamt 15 RischArt_Projekten kuratiert.

Organisatorische Leitung
Kirsten Wengmann, Kulturmanagement

Bildnachweis: Alicia Framis, Is My Body Public?, 2018
© Alicia Framis, VG Bild-Kunst Bonn, 2020

08. 02.: Rundgang durch die Diplomausstellung in der AdBK München
8. Februar 2020
AdBK München Jahresausstellung

Auch dieses Jahr boten wir am 08. Februar wieder einen Rundgang durch ausgewählte Positionen bei der Diplomausstellung an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie entdeckten mit uns junge Talente. Die Künstler waren in der Regel anwesend. Die Tour machten die drei Vorstandsmitglieder des Kunstclub13: Dr. Susanna Ott, Dr. Arnold Lösler und Hans-Joachim Heins. Nach der Führung bestand die Möglichkeit, sich auf eigene Faust weiter umzusehen. Rund 80 Künstlerinnen und Künstler galt es bei der diesjährigen Diplomausstellung in der Akademie der bildenden Künste zu entdecken.

Bei einem 2-stündigen Rundgang stellten die Vorstandsmitglieder Dr. Arno Lösler, Hans-Joachim Heins und Dr. Susanna Ott ihre Favoriten vor. Sophia Mainka wurde für ihre Video-Installation CarMen, die die Verschmelzung eines Menschen mit seinem Automobil zum Thema hat, mit dem Preis der Gisela und Erwin Steiner Stiftung ausgezeichnet. Patrick Ostrowsky gelang es mit einem leidenschaftlichen Referat, unsere Gruppe für seine filigranen Skulpturen aus einfachen Baumaterialien zu begeistern. Die vom Menschen als Erklärungsmodell entworfene biologische Systematik beschäftigt Jakob Gilg in seiner Arbeit Phylum, während sein Raumnachbar Jaemin Lee aus Südkorea der Natur mit maskenbewehrten Vogelhäuschen auf die Sprünge hilft, die nicht nur zauberhaft anzusehen sind, sondern auch von ihren tierischen Bewohnern weltweit als Unterkunft geschätzt werden.

Im Untergeschoss besuchten wir gleich drei Werkstätten, deren Arbeitsatmosphäre die Künstlerinnen Diana Akoto-Yip und Danni Chen gekonnt für ihre Inszenierungen zu nutzen wussten. Chens bronzene Folterinstrumente für zarte Früchte ließen ein irritierendes Gefühl des Unwohlseins zurück, wohingegen Akoto-Yips übermalte Fotografien von Industrielandschaften ihrer Heimat im Ruhrgebiet auf geradezu beruhigende Weise nostalgisch wirken.

Und noch einmal Natur bei Nico Kiese, der in seinem andauernden Projekt Vegetationsdeckentransplantation Rasenstücke über europäische Grenzen hinweg verpflanzt und mit der Dokumentation seiner Road Trips zur Reflexion über Migration und Umweltschutz anregt. Eindrucksvoller Schlusspunkt war schließlich eine Perfomance von Stephan George im Garten der Akademie. Unter Aufbietung aller Kräfte zog dieser zwei mit Gipsschutt gefüllte Loren auf Schienen im Kreis. Die Sisyphos-Metaphorik lässt sich mühelos auf die Jetztzeit übertragen – so mancher mag dabei an seinen eigenen Arbeitsalltag oder gar an die den Absolventen bevorstehenden Mühen des Künstlerlebens gedacht haben. Allerdings, so erinnerte uns George, gibt es auch noch eine andere Perspektive: Albert Camus nämlich denkt Sisyphos als sinnerfüllten und damit glücklichen Mensch. 

17. und 23.01. 2020: Führung durch die Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“
23. Januar 2020
Tell me NS Dokuzentrum

Eine Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums München über die Zukunft der Vergangenheit, kuratiert von Nicolaus Schafhausen  

Die zu einem großen Teil neu entwickelten Arbeiten von mehr als 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern beschäftigen sich mit der Deutung von Vergangenheit und der Anknüpfung an unsere Gegenwart und werden im NS-Dokumentationszentrum München sowie an assoziierten Orten in der Stadt präsentiert.

Die künstlerischen Werke sind Kommentar, kritische Fußnote oder zweite Ebene zur historischen Dauerausstellung des Dokumentationszentrums, erweitern sie auf ästhetische, poetische und mehrdeutige Weise und ermöglichen Reflektionen über Geschichte und ihre Darstellung: Wer deutet Vergangenheit und vor welchem Erfahrungshorizont? Welche Geschichten werden gehört – oder erzählt? Wie prägen historische Ereignisse unser Verständnis der aktuellen Welt, und unsere Vorstellung von Zukunft? Ausgehend von der Geschichte des Nationalsozialismus werden mit den Mitteln der Kunst Merkmale, Auswirkungen und Folgen von Rassismus, Genozid und Diktatur in ihrer gegenwärtigen Bedeutung verhandelt. 

Die Ausstellung präsentiert sich auf allen 6 Ebenen des Dokumentationszentrums.

Aufgrund der großen Nachrage boten wir zwei Termine an: am 17. und 23. Januar 2020.

Durch die Arbeiten führten uns jeweils Co-Kuratorin Juliane Bischoff und Barbara Reis.

Die Kunstakademie München zu Gast in den Beschwerdekammern der European Patent Agency
3. Dezember 2019

Mit START-UP ergreift das EPA die Initiative zur Förderung junger Kunst in einem neuen Community Outreach Programme. Fünf junge Künstler, die an der Akademie der Bildenden Künste München studieren oder aus ihr hervorgegangen sind, wurden eingeladen, Räume der Beschwerdekammern des EPA am Standort Haar mit temporären Interventionen zu bespielen.

Künstlerraum 1: Lena Policzkas künstlerischer Ansatz ist geprägt von einem konzeptionellen Zugriff auf die sichtbare Welt. Ihre Arbeiten, die sich in den Bereichen Skulptur, kinetische Installation, Fotografie und Video bewegen, setzen sich mit Sachverhalten aus Natur und Wissenschaft sowie gesellschaftlichen Konventionen einer postindustriellen Welt auseinander. Mit Hilfe ihrer Kunst gelingt es Policzka, aktuell diskutierte Themen wie Genforschung und Optimierungsdrang des Menschen aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Häufig bezeichnet die Künstlerin ihre Werke als Denkmodelle und reagiert mit den Inhalten, die sie in ihren Projekten verhandelt, auf die drängenden Fragen der Gegenwart. Optimatics II und Golden Spike repräsentieren dabei zwei Facetten ihrer Auseinandersetzung mit der Stammzellenforschung und der Frage, ob der Mensch die Natur als gestaltende Kraft abgelöst hat.

Künstlerraum 2: Pauline Stroux betreibt Foodure-/ Food-Future-Forschung und tritt darin auch als Kunstfigur in verschiedenen Rollen auf. Dabei reflektiert sie unsere heutigen Formen der Nahrungsaufnahme und konzipiert davon ausgehend zukünftige Ernährungsweisen. Die Idee einer Infusion für einen optimierten Lebensstil führte zur Gründung des fiktiven Unternehmens OYL. Optimize Your Life. Dessen Produkte und Angebote werden im EPA im Rahmen von multimedialen Installationen als auch mithilfe einer Pop-up Bar präsentiert, bei der es möglich ist, mit der eigenen Stoffwechsel-Optimierung zu beginnen. Mit dem einheitlichen, sehr sorgfältig inszenierten Auftreten bewegt sich die Künstlerin bewusst zwischen einer an Labor, Krankenhaus oder Wellness erinnernden Ästhetik und gleichzeitig einem sehr modernen und futuristischen Erscheinungsbild.

Künstlerraum 3: Rosa Stern ist ein künstlerisches Duo, dessen Name sich aus den Namen der Künstler Rosanna Marie Pondorf und Simon Sternal zusammensetzt; die beiden arbeiten seit ca. zwei Jahren zusammen und gestalten hier einen Raum gemeinsam. Internationale Zahlungsströme im virtuellen Geldverkehr, die Offenlegung von Information zur Produktion von Blanko-Kreditkarten über Open Source Software sowie unser Umgang mit physischem Geld sind Gegenstand der Arbeiten von Rosanna Marie Pondorf.
Simon Sternal interessiert sich für die digitalen Spuren von Computerspiel-Communities, die er in Form einer mehrteiligen Wandtafel-Installation mit zeichnerischen Mitteln umsetzt. Seine Tusche-Zeichnungen verwenden Symbole aus den Skripten dieser Games und verweben diese zu einem virtuellen Universum, das Fetische der Pop-Kultur aufgreift und die digitale Persönlichkeit des Nutzers sichtbar macht.

Eine tolle Idee, kreative Umsetzung, die allen viel Spaß bereitet hat.

Einen Einlick in die Sammlung des EPA können Sie hier werfen.

Weihnachtsplausch bei einem Münchner Sammlerpaar
2. Dezember 2019
Weihnachtsplausch_2019

Leuchtende Augen hatten die Teilnehmer beim Weihnachtsplausch, zu dem der Kunstclub13 exklusiv die Mitglieder in die Wohnung eines Münchner Sammlers und seiner Frau in München-Schwabing einlud. Der Sammler holte wissensreich über seine Sammlungsstücke aus; auch das Gesellige sollte bei Plätzchen, Glühwein und Crémant nicht zu kurz kommen. Schade nur, dass wir nicht alle Interessenten unterbringen konnten.

Führung „Zimmer frei“ im Hotel Mariandl
16. Oktober 2019

Das Künstlerprojekt ZIMMER FREI ist seit 1999 zu einem beliebten Bestandteil der Münchner Ausstellungsszene herangewachsen. Jedes Jahr nach dem Oktoberfest beziehen Münchner KünstlerInnen mit internationalem Hintergrund Zimmer auf zwei Etagen des Hotel Mariandl und bringen für eine Woche den Hotelalltag durcheinander. Sie setzen sich mit den Räumlichkeiten und der Atmosphäre des Hotels auseinander, entwickeln Geschichten, Inszenierungen, situative Experimente, Performances, Videoarbeiten und Vieles mehr.

Auch dieses Jahr führte der Kunstclub13 eine Führung am Abend des 16. Oktober durch. Mit HJ Heins besuchten wir nacheinander alle bespielten Räume im 1. und 2. Stock. Beteiligte KünstlerInnen: Jie Li, Kazuyo Yabuuchi, Judith Neunhäuserer, Mehmet & Kazim Akal, Natalya Borushchak, Cordula Schieri, Patrik Tircher, Philipp Lier, Ivan Baschang, Esther Zahel, Katarina Sopcic, Klaudia Kolaric.

Zum Abschluss gab es ein gemütliches Get-Together im Café Beethoven unten im Haus.