Rückblick Führungen

12. Sept. 2020: Galerietour zu „Various Others“
12. September 2020
Various_Others_2020

Eine Galerietour des Kunstclub13 in Kooperation mit VARIOUS OTHERS bildete den Auftakt für unseren Kunstherbst 2020.

VARIOUS OTHERS ist eine Initiative Münchner Galerien und Kunstinstitutionen, die dieses Jahr zum dritten Mal stattfand. Das Ziel ist ein intensiverer Austausch Münchner Kuratoren, Künstler und Galeristen mit internationalen Partnern. Dazu laden die teilnehmenden Galerien Partnergalerien aus dem In- und Ausland zu gemeinsamen Projekten ein. Eine schöne Gelegenheit für das Münchner Kunstpublikum, neue Künstler zu entdecken und das hochkarätige Rahmenprogramm zu nutzen. Am Eröffnungswochenend führte uns Felicitas Kaspar, eine Mitarbeiterin des VARIOUS OTHERS-Teams, durch Galerien in der Maxvorstadt und gab uns Einblicke in die Arbeit der Initiative. 

In der Galerie Klüser 1 führte uns die Galeristin durch die kuratierte Ausstellung „Il Mondo Umano“, in der uns vor allem die von der Christine König Galerie in Wien beigesteuerten großformatigen Fotografien Jürgen Tellers und zwei frühe Arbeiten von Tony Cragg begeisterten. Bei Rüdiger Schöttle freuten wir uns in der spätsommerlichen Nachmittagssonne auf der Dachterasse über Keramikmasken von Michael Sailstorfer die auf ozeanische oder afrikanische Vorbilder zu referieren scheinen. Auch die überzeugende Installation von Thu Van Tran ein Stockwerk tiefer konnte in einem postkolonialen Kontext gelesen werden, als Auseinandersetzung der heute in Paris lebenden Künstlerin mit ihrer Kindheit in Vietnam. Im Erdgeschoss hieß es dann genauer hinschauen: Die filigrane Malerei der Berlinerin Helene Appel setzt einfache Vorlagen aus der Natur in frappierender Trompe-l’Oeil-Manier um.  Den Abschluss bildete eine Einführung des Galeristen Matthias Kunz (Knust Kunz Galerie) in die Technik der Monotypie. Die farbintensiven Unikat-Drucke der New Yorker Künstlerin Shara Hughes wurden noch kurz vor Beginn der Covid19-Pandemie in der spezialisierten Druckerei Pace Prints in New York angefertigt und konnten deshalb jetzt pünktlich zum Saisonstart erstmals in Deutschland gezeigt werden. 

Mit einem Bündel von Tipps für weitere interessante Programmpunkte im Rahmen von Various Others entließ und Felicitas Kaspar nach gut zwei Stunden in das Kunstwochenende. Bis Mitte Oktober ist unser Terminkalender nun randvoll!

Kunst-Radltour München am 18. Juli 2020
18. Juli 2020

Nach einem halben Jahr Stillstand haben wir am Samstag, den 18. Juli 2020 wieder mit unserem Programm begonnen.

Kunst im öffentlichen Raum mit frischer Luft war die Devise. Die 15 Teilnehmer trafen sich an der „Bavaria“, eine Bronzestatue von Alicja Kwade, Corneliusbrücke, Ecke Erhardtsraße.

Diese temporäre Installation ist keine exakte Kopie von Ludwig Schanthalers monumentaler Arbeit auf der Theresienwiese. Kwades Arbeit hat menschliches Maß, exakt auf die Größe der Künstlerin herunterskaliert und aller Symbole der Macht und des Sieges, wie Löwe, Schwert und Lorbeer beraubt, erscheint sie gleich berechtigt zu uns Betrachtern.

Weiter ging es, alle ohne E-Bike, zum Jüdischen Museum und der Textarbeit von Sharone Lifschitz (2004-2007) an den Scheiben rund um das Museum herum.

Die Texte sind das Ergebnis eines Dialoges der Künstlerin mit ca 180 deutschen Bürgern, die sie zufällig über Anzeigen in Zeitungen kennenlernte, und über die individuelle Haltung zur deutschen Geschichte und zur jüdischen Kultur mit ihnen diskutierte.

Weiter in die „Gasse ohne Namen“ die zum Oberanger führt und die Lichtarbeit „Passage Rot Blau“ von Keith Sonnier an der Fassade des Angerhofkomplexes.

Das ist sicherlich noch wirkungsvoller bei Dunkelheit und dann sieht man auch besser die Bewegung von Kreis und Viereck.

Im Boden eingelassen sind die Klangsteine von Andrea Schmeing-Häusler (2008) Fünf klassische Kirchenglocken, aus Bronze gegossen, sind unterirdisch in einem Hohlraum montiert. Die Töne erklingen aus dem Schachtgitter rechts.

Die Idee: Anders als die Viscardigasse hinter der Feldherrnhalle, die früher voller Hast von Münchnern genutzt wurde, die sich vor dem Hitlergruß am Odeonsplatz drücken wollten, soll diese neue Gasse die Menschen erfreuen, das Glockenspiel „Erinnerungen an Momente kindlicher, selbstvergessener Unbeschwertheit“ aufkommen lassen. Bei der Vorbesichtigung haben wir alle Glocken zum klingen gebracht, schade, bei unserer Tour schwiegen sie.

Die Bodenarbeit Oberanger, Ecke Dultstraße ist von Ulla von Brandenburg (2017) und erinnert an die vom Nazionalsozialismus verfolgten Lesben und Schwulen. Die Stadt lernt – endlich gibt es mal eine Tafel mit guter Erklärung.

Neben der Bodenplatte in der Kardinal Fauhaber Straße, wird endlich der 1919 ermordete erste Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Kurt Eisner, würdig geehrt. Die Künstlerin Rotraut Fischer hat einen ästhetischen Glaskubus realisiert mit dem Satz von Eisner selber: „Jedes Menschenleben soll heilig sein“. Nachts ist die Skulptur illuminiert.

Weiter zu „Waterfall“ von Tatjana Trouvé vor dem Eingang des alten Südlichen Friedhofs am Stephansplatz. Die Skulptur „Waterfall“ schuf die italienische Künstlerin Tatiana Trouvé, die das klassische Motiv des Brunnens im städtischen Raum aufgriff. Ihre Skulptur kombiniert den Alltagsgegenstand einer alten Matratze aus hochwertigem Bronzeguss mit dem gängigen Baumaterial Beton. Wenn der Brunnen läuft, häng die Matratze wie ein nasser Sack über der „Betonmauer“. Eine Matratze die der Funktion nach weich ist und auch so aussieht, ist in dieser Realität aus harter Bronze. Es war eines der Werke des Projekts  <a space called public>, die die Kunst im öffentlichen Raum aufrief, sich auf Identitätssuche der Stadt zu machen.

Dann zur Theresienwiese, wo man noch mal den Eindruck der riesigen „Bavaria“ bekam und weiter zum Quartiersplatz, einer Landschaftsskulptur aus bis zu drei Meter hohen Rasenhügeln und einer bespielbaren „Dünenlandschaft“ mit Klettergräten und Trampolinen, eingerahmt von einem orangenen Betonsockel sowie einer Aufenthaltsfläche, die mit dunklem Basaltsplitt belegt ist.

Erstmals wurde in München vom Baureferat ein Platz realisiert, bei dem bereits in der Wettbewerbsphase Künstler und Landschaftsarchitekten kooperierten. Rosemarie Trockel (Künstlerin, Köln) entwickelte mit Catherine Venart (Architektin, Halifax) und Topotek1 (Landschaftsarchitekten, Berlin) die Idee einer bespielbaren Landschaftsskulptur auf dem Quartiersplatz Theresienhöhe, der seit dem 12. Juni für die Öffentlichkeit freigegeben ist.

Der Platz entstand auf einer 300 Meter langen und 50 Meter breiten Betonplatte über der Bahnlinie München-Rosenheim und einem Teil der ehemaligen Messetiefgarage. Der Quartiersplatz ist Bestandteil der Kunstprojekte „1a Orte“ auf der Theresienhöhe, einem Projekt von QUIVID, dem Kunst-am-Bau-Programm der Stadt München.

Wir jedenfalls blieben etwas nachdenklich zurück; man möge sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Der Abschluss war SWEET BROWN SNAIL: Als Jason Rhoades eingeladen wurde, im Neubaugebiet Theresienhöhe* eine Arbeit für den Platz vor dem Verkehrszentrum des Deutschen Museums zu realisieren, stand der Vorschlag im Raum, an diesem Ort das Thema „globale Geschwindigkeit“ aufzugreifen. Rhoades reagierte mit einer Schnecke, jenem Tier also, das als sprichwörtlich langsam gilt, das aber auch, äußerst mobil, sein „Haus auf dem Rücken trägt“. Die süße braune Schnecke ist die monumentale Vergrößerung einer Nippesschnecke und steht in enger Verbindung mit einer Serie anderer Arbeiten. Ende der neunziger Jahre hatte Jason Rhoades zusammen mit Paul McCarthy – die beiden renommierten Künstler stammen von der US-amerikanischen Westküste – die so genannten „Proppositions“ entwickelt.

Das Wort erscheint auf den ersten Blick wie eine Falschschreibung des englischen „Proposition“ (Vorschlag). Es kann aber auch als eine Addition aus „Prop“ (Eigentum) und „Position“ gelesen werden, was dann etwa soviel bedeutet wie Besitz in Relation zu seiner Position oder das in Position gebrachte Eigentum.

Gut, dass gegenüber gleich der Biergarten lag, mit Maske hinein, und ohne Maske dann ein Bier oder Opfelschorle genossen war ein netter Ausklang eines schönen Nachmittags.

Wir denken auch über eine Führung Mitte September, angelehnt an das Programm
von Various Others, nach.

Geplant ist für September auch ein Ausflug nach
Polling, zu der Säulenhalle von Bernd Zimmer u.a., STOA169. Details dazu folgen.

21.03.: Führung durch RischART | JAJA NEINNEIN VIELLEICHT
15. März 2020

Liebe Freunde des Kunstclub13,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf das Coronavirus haben wir uns gemeinsam mit den Veranstaltern entschieden, die geplante Führung durch die Ausstellung „RischArt – JAJA NEINNEIN VIELLEICHT“ am 21. März im Gasteig abzusagen

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 15. März ab 11.00 Uhr formlos eröffnet. Einmalig wird dann um 12.00 Uhr im Außenbereich die Perfomance von Sophia Süßmilch „Denkmal der Beleidigung“ zu sehen sein. Danach haben Sie bis zum 5. April Gelegenheit, auf eigene Faust und mit ausreichendem Abstand zu anderen Kunstinteressierten durch das erste Obergeschoss des Gasteig zu schlendern. Die Ausstellung kreist um die Vielschichtigkeit der Sprache. Es gibt Werke von Albert Coers, Maximilian Erbacher, Alicia Framis, Dana Lürken, Bea Meyer, Clara Oppel, Thomas Rentmeister, Wolfgang Stehle, Sophia Süßmilch und Thomas Thiede zu entdecken. Wir sind sicher, dass sich der Besuch lohnt!

Weitere Informationen zu Ausstellung und Künstlern finden Sie hier.

Mit den besten Wünschen und Grüßen, Ihr Vorstand des Kunstclub13

15. RischArt_Projekt 2020
 
JAJA NEINNEIN VIELLEICHT

Eine Ausstellung im Gasteig München
13.03. – 05.04.2020

Eröffnung: Sonntag, 15. März 2020, 11.00 Uhr

Ort: Gasteig München, Rosenheimer Str. 5, 81667 München

Seit 1983 wagen die RischArt_Projekte immer wieder neue Wege, um Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen. Kurz vor der Sanierung des Gasteigs wird nun eine inhaltlich spannende Symbiose mit Europas größten Kulturzentrum eingegangen.

Im 3. Jahrzehnt des noch jungen 21. Jahrhunderts werden die teils ambivalenten Auswirkungen der immer schneller voranschreitenden Globalisierung auch auf lokaler Ebene zunehmend sichtbar. Der Mythos des Turmbaus zu Babel scheint Wirklichkeit geworden zu sein. Neben wichtigen Themen wie Klimawandel und Massenmigration stellt sich die Frage, wie man auch sprachlich die Welt neu ordnen bzw. überhaupt verstehen kann. 10 eingeladene Künstler*Innen nähern sich dem vielschichtigen Thema Sprache und Kommunikation mit ihren speziell für den Gasteig konzipierten Arbeiten.

KünstlerInnen

Albert Coers, Maximilian Erbacher, Alicia Framis, Dana Lürken, Bea Meyer, Clara Oppel, Thomas Rentmeister, Wolfgang Stehle, Sophia Süßmilch, Thomas Thiede

Initiatoren
Gerhard Müller-Rischart
Magnus Müller-Rischart

Kuratorin
Katharina Keller, Freie Kuratorin und Künstlermanagerin
Hat 13 von insgesamt 15 RischArt_Projekten kuratiert.

Organisatorische Leitung
Kirsten Wengmann, Kulturmanagement

Bildnachweis: Alicia Framis, Is My Body Public?, 2018
© Alicia Framis, VG Bild-Kunst Bonn, 2020

08. 02.: Rundgang durch die Diplomausstellung in der AdBK München
8. Februar 2020
AdBK München Jahresausstellung

Auch dieses Jahr boten wir am 08. Februar wieder einen Rundgang durch ausgewählte Positionen bei der Diplomausstellung an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie entdeckten mit uns junge Talente. Die Künstler waren in der Regel anwesend. Die Tour machten die drei Vorstandsmitglieder des Kunstclub13: Dr. Susanna Ott, Dr. Arnold Lösler und Hans-Joachim Heins. Nach der Führung bestand die Möglichkeit, sich auf eigene Faust weiter umzusehen. Rund 80 Künstlerinnen und Künstler galt es bei der diesjährigen Diplomausstellung in der Akademie der bildenden Künste zu entdecken.

Bei einem 2-stündigen Rundgang stellten die Vorstandsmitglieder Dr. Arno Lösler, Hans-Joachim Heins und Dr. Susanna Ott ihre Favoriten vor. Sophia Mainka wurde für ihre Video-Installation CarMen, die die Verschmelzung eines Menschen mit seinem Automobil zum Thema hat, mit dem Preis der Gisela und Erwin Steiner Stiftung ausgezeichnet. Patrick Ostrowsky gelang es mit einem leidenschaftlichen Referat, unsere Gruppe für seine filigranen Skulpturen aus einfachen Baumaterialien zu begeistern. Die vom Menschen als Erklärungsmodell entworfene biologische Systematik beschäftigt Jakob Gilg in seiner Arbeit Phylum, während sein Raumnachbar Jaemin Lee aus Südkorea der Natur mit maskenbewehrten Vogelhäuschen auf die Sprünge hilft, die nicht nur zauberhaft anzusehen sind, sondern auch von ihren tierischen Bewohnern weltweit als Unterkunft geschätzt werden.

Im Untergeschoss besuchten wir gleich drei Werkstätten, deren Arbeitsatmosphäre die Künstlerinnen Diana Akoto-Yip und Danni Chen gekonnt für ihre Inszenierungen zu nutzen wussten. Chens bronzene Folterinstrumente für zarte Früchte ließen ein irritierendes Gefühl des Unwohlseins zurück, wohingegen Akoto-Yips übermalte Fotografien von Industrielandschaften ihrer Heimat im Ruhrgebiet auf geradezu beruhigende Weise nostalgisch wirken.

Und noch einmal Natur bei Nico Kiese, der in seinem andauernden Projekt Vegetationsdeckentransplantation Rasenstücke über europäische Grenzen hinweg verpflanzt und mit der Dokumentation seiner Road Trips zur Reflexion über Migration und Umweltschutz anregt. Eindrucksvoller Schlusspunkt war schließlich eine Perfomance von Stephan George im Garten der Akademie. Unter Aufbietung aller Kräfte zog dieser zwei mit Gipsschutt gefüllte Loren auf Schienen im Kreis. Die Sisyphos-Metaphorik lässt sich mühelos auf die Jetztzeit übertragen – so mancher mag dabei an seinen eigenen Arbeitsalltag oder gar an die den Absolventen bevorstehenden Mühen des Künstlerlebens gedacht haben. Allerdings, so erinnerte uns George, gibt es auch noch eine andere Perspektive: Albert Camus nämlich denkt Sisyphos als sinnerfüllten und damit glücklichen Mensch. 

17. und 23.01. 2020: Führung durch die Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“
23. Januar 2020
Tell me NS Dokuzentrum

Eine Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums München über die Zukunft der Vergangenheit, kuratiert von Nicolaus Schafhausen  

Die zu einem großen Teil neu entwickelten Arbeiten von mehr als 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern beschäftigen sich mit der Deutung von Vergangenheit und der Anknüpfung an unsere Gegenwart und werden im NS-Dokumentationszentrum München sowie an assoziierten Orten in der Stadt präsentiert.

Die künstlerischen Werke sind Kommentar, kritische Fußnote oder zweite Ebene zur historischen Dauerausstellung des Dokumentationszentrums, erweitern sie auf ästhetische, poetische und mehrdeutige Weise und ermöglichen Reflektionen über Geschichte und ihre Darstellung: Wer deutet Vergangenheit und vor welchem Erfahrungshorizont? Welche Geschichten werden gehört – oder erzählt? Wie prägen historische Ereignisse unser Verständnis der aktuellen Welt, und unsere Vorstellung von Zukunft? Ausgehend von der Geschichte des Nationalsozialismus werden mit den Mitteln der Kunst Merkmale, Auswirkungen und Folgen von Rassismus, Genozid und Diktatur in ihrer gegenwärtigen Bedeutung verhandelt. 

Die Ausstellung präsentiert sich auf allen 6 Ebenen des Dokumentationszentrums.

Aufgrund der großen Nachrage boten wir zwei Termine an: am 17. und 23. Januar 2020.

Durch die Arbeiten führten uns jeweils Co-Kuratorin Juliane Bischoff und Barbara Reis.

Die Kunstakademie München zu Gast in den Beschwerdekammern der European Patent Agency
3. Dezember 2019

Mit START-UP ergreift das EPA die Initiative zur Förderung junger Kunst in einem neuen Community Outreach Programme. Fünf junge Künstler, die an der Akademie der Bildenden Künste München studieren oder aus ihr hervorgegangen sind, wurden eingeladen, Räume der Beschwerdekammern des EPA am Standort Haar mit temporären Interventionen zu bespielen.

Künstlerraum 1: Lena Policzkas künstlerischer Ansatz ist geprägt von einem konzeptionellen Zugriff auf die sichtbare Welt. Ihre Arbeiten, die sich in den Bereichen Skulptur, kinetische Installation, Fotografie und Video bewegen, setzen sich mit Sachverhalten aus Natur und Wissenschaft sowie gesellschaftlichen Konventionen einer postindustriellen Welt auseinander. Mit Hilfe ihrer Kunst gelingt es Policzka, aktuell diskutierte Themen wie Genforschung und Optimierungsdrang des Menschen aus einer anderen Perspektive zu beleuchten. Häufig bezeichnet die Künstlerin ihre Werke als Denkmodelle und reagiert mit den Inhalten, die sie in ihren Projekten verhandelt, auf die drängenden Fragen der Gegenwart. Optimatics II und Golden Spike repräsentieren dabei zwei Facetten ihrer Auseinandersetzung mit der Stammzellenforschung und der Frage, ob der Mensch die Natur als gestaltende Kraft abgelöst hat.

Künstlerraum 2: Pauline Stroux betreibt Foodure-/ Food-Future-Forschung und tritt darin auch als Kunstfigur in verschiedenen Rollen auf. Dabei reflektiert sie unsere heutigen Formen der Nahrungsaufnahme und konzipiert davon ausgehend zukünftige Ernährungsweisen. Die Idee einer Infusion für einen optimierten Lebensstil führte zur Gründung des fiktiven Unternehmens OYL. Optimize Your Life. Dessen Produkte und Angebote werden im EPA im Rahmen von multimedialen Installationen als auch mithilfe einer Pop-up Bar präsentiert, bei der es möglich ist, mit der eigenen Stoffwechsel-Optimierung zu beginnen. Mit dem einheitlichen, sehr sorgfältig inszenierten Auftreten bewegt sich die Künstlerin bewusst zwischen einer an Labor, Krankenhaus oder Wellness erinnernden Ästhetik und gleichzeitig einem sehr modernen und futuristischen Erscheinungsbild.

Künstlerraum 3: Rosa Stern ist ein künstlerisches Duo, dessen Name sich aus den Namen der Künstler Rosanna Marie Pondorf und Simon Sternal zusammensetzt; die beiden arbeiten seit ca. zwei Jahren zusammen und gestalten hier einen Raum gemeinsam. Internationale Zahlungsströme im virtuellen Geldverkehr, die Offenlegung von Information zur Produktion von Blanko-Kreditkarten über Open Source Software sowie unser Umgang mit physischem Geld sind Gegenstand der Arbeiten von Rosanna Marie Pondorf.
Simon Sternal interessiert sich für die digitalen Spuren von Computerspiel-Communities, die er in Form einer mehrteiligen Wandtafel-Installation mit zeichnerischen Mitteln umsetzt. Seine Tusche-Zeichnungen verwenden Symbole aus den Skripten dieser Games und verweben diese zu einem virtuellen Universum, das Fetische der Pop-Kultur aufgreift und die digitale Persönlichkeit des Nutzers sichtbar macht.

Eine tolle Idee, kreative Umsetzung, die allen viel Spaß bereitet hat.

Einen Einlick in die Sammlung des EPA können Sie hier werfen.

Weihnachtsplausch bei einem Münchner Sammlerpaar
2. Dezember 2019
Weihnachtsplausch_2019

Leuchtende Augen hatten die Teilnehmer beim Weihnachtsplausch, zu dem der Kunstclub13 exklusiv die Mitglieder in die Wohnung eines Münchner Sammlers und seiner Frau in München-Schwabing einlud. Der Sammler holte wissensreich über seine Sammlungsstücke aus; auch das Gesellige sollte bei Plätzchen, Glühwein und Crémant nicht zu kurz kommen. Schade nur, dass wir nicht alle Interessenten unterbringen konnten.

Führung „Zimmer frei“ im Hotel Mariandl
16. Oktober 2019

Das Künstlerprojekt ZIMMER FREI ist seit 1999 zu einem beliebten Bestandteil der Münchner Ausstellungsszene herangewachsen. Jedes Jahr nach dem Oktoberfest beziehen Münchner KünstlerInnen mit internationalem Hintergrund Zimmer auf zwei Etagen des Hotel Mariandl und bringen für eine Woche den Hotelalltag durcheinander. Sie setzen sich mit den Räumlichkeiten und der Atmosphäre des Hotels auseinander, entwickeln Geschichten, Inszenierungen, situative Experimente, Performances, Videoarbeiten und Vieles mehr.

Auch dieses Jahr führte der Kunstclub13 eine Führung am Abend des 16. Oktober durch. Mit HJ Heins besuchten wir nacheinander alle bespielten Räume im 1. und 2. Stock. Beteiligte KünstlerInnen: Jie Li, Kazuyo Yabuuchi, Judith Neunhäuserer, Mehmet & Kazim Akal, Natalya Borushchak, Cordula Schieri, Patrik Tircher, Philipp Lier, Ivan Baschang, Esther Zahel, Katarina Sopcic, Klaudia Kolaric.

Zum Abschluss gab es ein gemütliches Get-Together im Café Beethoven unten im Haus.

Führung über die Kunstmesse POSITIONS Munich Art Fair
1. Oktober 2019

Max. Teilnehmerzahl: 25    

1894 wurde die „Reithalle“ als Exerzierhalle des Königlich Bayerischen Regiments erbaut. Wo einst die Pferde der Kavallerie trabten, fand vom 17. bis 20. Oktober auf rund 1200 qm die „Positions Munich Art Fair“ statt. 2014 von Kristian Jarmuschek und Heinrich Carstens in Berlin gegründet, ist die „Positions“ inzwischen als Teil der Berliner Art Week im September sowie mit ihren Ablegern in Frankfurt und Basel ein fester Programmpunkt im deutschsprachigen Kunstherbst. Nach zwei erfolgreichen Ausgaben der auf Papierarbeiten fokussierten Ausgabe „Paper Positions“ in der Alten Bayerischen Staatsbank wurde das Konzept in München 2019 erweitert zur „POSITIONS Munich Art Fair“. Zeit für einen Besuch! 

Den Papierarbeiten galt nach wie vor besonderes Augenmerk – ihnen war eine eigene Rubrik gewidmet, die mit ihren kleinen und für viele wohl auch noch erschwinglichen Formaten den Reiz der Messe ausmachte. 37 Aussteller präsentierten sich in der Reithalle sowohl mit international etablierten, als auch mit aufstrebenden Positionen zeitgenössischer Kunst. Kristian Jarmuschek, nicht nur Direktor der Messe, sondern auch selbst Galerist aus Berlin und Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Galerien und Kunsthändler, stellte uns bei einem Rundgang seine persönlichen Highlights vor. Darunter gefielen vor allem die ungewöhnlichen Objekte aus gerissenen Papierbahnen von Angela Glajcar bei Nanna Preußners aus Hamburg und die immer wieder ob ihrer handwerklichen Perfektion auffallenden japanischen Künstler*innen der Münchener Galerie Micheko. Auch Hell Gette, die dieses Jahr für den Förderpreis des Kunsclub13 nominiert war, konnten wir mit einer ungewöhnlichen Papierarbeit entdecken. 

Mit ihrer vergleichsweise kleinen Zahl ausgewählter Aussteller haben wir die POSITIONS Munich Art Fair als eine konzentrierte und sympathische Kunstmesse erlebt, die mit vielen spannenende Arbeiten zum genaueren Hinsehen verleitete. Und so manchen unserer im Anschluss noch ausschwärmenden Teilnehmer vielleicht ja sogar zum Kauf…

Galerieführung zur Open Art am 14. September 2019
14. September 2019
Galerietour-München-190914

Pünktlich zum Ende der Ferienzeit startete auch dieses Jahr die „Open Art“, das Kunstwochenende der Münchner Galerien. Am Eröffnungswochenende zeigten Galerien und Institutionen bei verlängerten Öffnungszeiten ein besonders attraktives Programm, das durch Performances, Paneldiskussionen und natürlich eine Party komplettiert wurde.

Der Kunstclub13 bot zu diesem Anlass eine von Mitgliedern des Vorstands geführte Tour durch einige ausgewählte Stationen innerhalb der Maxvorstadt. Der ca. 2-stündige „Kunstspaziergang“ startete um 14:00 Uhr und bot Gelegenheit, anschließend auch noch individuelle Entdeckungen zu unternehmen. Ein Schwerpunkt der Tour war der Besuch von Galerien, die bei der bereits im vergangenen Jahr gestarteten Initiative „Various Others“ mitmachten. Die beteiligten Galeristen luden Kollegen aus dem In- und Ausland zu Gastausstellungen ein, so dass der Focus über die Kunstszene München hinaus reichte.

Startpunkt war allerdings keine kommerzielle Galerie sein, sondern die „Galerie der DG Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst“. Hier zeigte die auch international hoch angesehene tschechische Künstlerin Magdalena Jetelová ihren jüngsten Werkzyklus „Pacific Ring of Fire“. Das Thema der Grenze, bzw. der Ausgrenzung besitzt einen starken aktuellen Bezug und spielt seit Jahren eine zentrale Rolle in Jetelovás Arbeit.

Jahresausstellung AdBK und zweiter Teil der Diplomausstellung
27. Juli 2019
Akademie München

Heiß war es, sehr heiß, und die vorbereitete Tour bot zwar keine Abkühlung, aber interessante und abwechslungsreiche Einblicke in das Schaffen junger Künstler.

Das Diorama der Klasse Pitz reflektiert die Situation der Jahresausstellung. Die Besuchenden kommen, um Entwicklungen, Prozess an der Akademie zu sehen, mitzuerleben – aus Schaulust. Studierende präsentieren ihre Arbeiten einem Publikum, jede*r in eigener Weise, und beobachten genau die Reaktionen. Die Akademie wird für ein paar Tage zum Ort der Präsentation der Produktion der Studierenden, anstatt ein Ort des Produzierens zu sein. Die Rolle der Arbeiten der Studierenden ändert sich, genauso wie soziale Dynamiken. Die Akademie wird durch die Jahresausstellung in einen für diesen Ort der Lehre, des Experiments und der Produktion artifiziellen Zustand versetzt. Den Kunstmarktindex „Die Stars von morgen“ hat sich Florian Huth, aus der Klasse von Olaf Metzel, als Grundlage für seine Diplomarbeit genommen. Er hat Arbeiten von Künstlern, die vor ihm auf der Liste stehen, im Internet gesucht, sie nachgemacht und stellt somit den Kult der Originalität in Frage. Sind wir nicht alle igendwie Kopisten?

Lilian Robl, aus der Klasse von Alexandra Bircken, ist bekannt durch Arbeiten, die sich mit Sprache und Worten beschäftigen. Ihre Diplomarbeit ist ein Video in dem sie das Wort „kippen“ seziert. Wenn man sagt, etwas stehe auf der Kippe, ist damit der Zustand zwischen Ruhen und Fallen gemeint, wobei das Fallen die wahrscheinlichere Option ist. Bei Lilian kippte sogar die Bank im Raum.

Die Klasse von Julian Rosenfeldt blickt aus dem Jahr 4589 zurück in unsere Ist-Zeit. Die Archäologen entdecken dann recht lustige Dinge, u.a. eine Parfümflasche von Rudolph Moshammer und ein @-Zeichen.

Die Klasse des ehemaligen Professors Jean Marc Bustamente lebt seit Jahren von nur temporär gelöster Professorennachfolge. Mit einem 1-Jahresvertrag wird die Klasse jetzt von der Künstlerin Anna McCarthy, unserer Förderpreisträgerin von 2014, und dem Künstler Andreas Chwatal betreut. Jacob Gilg stellte uns seine Arbeiten und die der Malerklasse vor.

Wie der Name schon sagt: Der Kolosssaal ist tatsächlich ein Koloss von einem Saal. Die Studierenden der Klasse von Alexandra Bircken haben die große Herausforderung angenommen, diesen schwer zu gestaltenden Raum mit ihren Arbeiten zu bändigen. Und sie haben die Aufgabe als Team mit Bravour gelöst. Eine mit dem 3D-Drucker entstandene engelhafte Skulptur von Alexander Scharf bespielt zusammen mit seiner noch nicht abgeschlossenen Videoarbeit die kapellenartige Apsis des Raumes. Sophia Mainka verbindet sperrige Metallobjekte, die dem Fitness-/Wellness-Bereich entnommen scheinen mit ihrem Video, welches mit seinen körperbezogenen Sequenzen thematisch daran anschließt. Und Nikolai Gümbel gelingt es sehr gut, die Höhe des Raumes durch eine geradezu elgante Setzung mit zwei voreinander schwebenden Bannern künstlerisch und kunstvoll zu beherrschen.

Zum Abschluss gab es noch den preisgekrönten und sehr sehenswerten Film von Paul Valentin.

Die Sorge der Stellenbesetzung zog sich durch jedes Gespräch. Jorinde Voigt geht, wer kommt danach? Olaf Metzel ist aus Altersgründen schon ausgeschieden. Wer kommt danach? Bustamante – Wie geht es weiter mit der Klasse? Neben dem sehr warmen Wetter waren das für viele Studierende die heißen Fragen.

Tagesausflug nach Traunreut und Bad Aibling
29. Juni 2019
das-maximum

Tagesausflug nach Traunreut und Führung durch „DASMAXIMUM“.  Anschließend Besuch in Bad Aibling bei dem Sammler Dr. Rainer Neumann.

Am Samstag, den 29. Juni 2019 unternehmen wir einen Tagesausflug an den Chiemsee. Wir besichtigen zunächst das Museum DASMAXIMUM in Traunreut und besuchen nach einer Einkehr im Biergarten die Sammler Eva-Maria und Dr. Rainer Neumann in Bad Aibling. Dazu werden wir einen Bus mieten und laden Sie herzlich ein, mitzukommen.

DASMAXIMUM zeigt seit 2011 vier deutsche und vier amerikanische Künstler, die die Kunst seit den 1960er Jahren bis heute auf entscheidende Weise prägen. Sie gehören zu den engsten Weggefährten des Galeristen Heiner Friedrich, der seit seinen Anfängen in München, Köln und New York international als Mittler zwischen Künstlern und Museen und als Mitbegründer so bedeutender Stiftungen wie der Dia Art Foundation aktiv ist.

Es war früh morgens schon recht heiß, aber im wohltemperierten Bus ließ sich die Reise der 30 Teilnehmer sehr gut an. Bereits auf der A8 vor Unterhaching überholte die letzte Teilnehmerin mit einem Taxi den Bus und wechselte auf dem Aldi Parkplatz vom Taxi in unseren Bus. Die Gruppe war komplett.

DASMAXIMUM muss man erlebt haben. Es zeigt seit 2011 vier deutsche und vier amerikanische Künstler, die die Kunst seit den 1960er Jahren bis heute auf entscheidende Weise prägen. Sie gehören zu den engsten Weggefährten des Galeristen Heiner Friedrich, der seit seinen Anfängen in München, Köln und New York international als Mittler zwischen Künstlern und Museen und als Mitbegründer so bedeutender Stiftungen wie der Dia Art Foundation aktiv ist. Auf einem 3000 m² großen Gelände hat Friedrich für DASMAXIMUM einen zuvor industriell genutzten Gebäudekomplex in ein Tageslicht-Museum umgewandelt.

In den weiträumigen Hallen bieten größere Werkgruppen und Serien einen eindrucksvollen Überblick über das Werk von Georg Baselitz, Uwe Lausen, Imi Knoebel, Blinky Palermo und Maria Zerres. Darüber hinaus gibt es mehr als 20 Bilder von Andy Warhol, jeweils eigene Hallen für die Skulpturen von John Chamberlain und Walter De Maria sowie die Lichtinstallation aller „European Couples“ von Dan Flavin, welche die intensive Verbindung der amerikanischen und deutschen Kunst seit den 60er Jahren vor Augen führt. Die Führung durch Dr. Birgit Löffler und Dr. Maria Schindelegger war beeindruckend.

Im Freigelände lagen sie wieder, die Basaltstelen, die Joseph Beuys zur Documenta7 vor dem Fridericianum in Kassel aufhäufte. Unter dem Titel „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ wurden in den folgenden 5 Jahren tatsächlich die 7000 Bäume, mit jeweils eine der Stelen, gepflanzt. Heiner Friedrich hatte die Beuys Aktion teilweise finanziert und das Projekt für Traunreut fortgeführt.

Nach der Erholung im Wochinger Brauhaus ging es nach Bad-Aibling-Berbling zum historischen Leiblhof, dem Wohnsitz des Ehepaares Eva-Maria und Rainer Neumann. Das lässt sich kaum beschreiben, man muss es erlebt haben. Drei Generationen Neumann begrüßten uns, ein Buffet mit süßen Teilchen und Canapes war aufgebaut und uns schlug eine außergewöhnliche Herzlichkeit entgegen. Die besondere Vorliebe des Ehepaars gilt den österreichischen Künstlern Hermann Nitsch, Hubert Scheibl und Julius Deutschbauer. Nachdem sich die Werke viele Jahre in verschiedenen Geschäftsräumen befanden, bespielen die passionierten Kunstfreunde heute ein eigenes „Bilderhaus“ mit ihrer Sammlung. Einige von uns schafften auch noch den Spaziergang zur nahegelegenen Rokoko-Kirche zum Heiligen Kreuz auf den Spuren des Malers Wilhelm Leibl, der von 1878 bis 1881 in Berbling lebte.

Wir wären alle gerne noch Stunden bei der reizenden Familie geblieben, nur der Busfahrer mahnte zum Aufbruch, er hatte noch einen späteren Termin. Es war ein wunderbarer Tag, der uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Führung durch Z COMMON GROUND
23. Mai 2019
z common ground

4000 qm, mehr als 100 Künstler*innen und Kulturschaffende – das Projekt Z aktiviert das ungenutzte Potenzial des ehemaligen Gewerbehofs in der Zschokkestraße 36, in München Laim. Unter dem Motto »Zerneuerung« bietet das Gebäude als Material und Experimentierfeld zugleich allen Akteur*innen die Möglichkeit und Freiheit, den vorhandenen (Frei-) Raum neu zu denken, zu nutzen und zu gestalten. Es war ein unterhaltsamer und spannungsreicher Parcours gestern mit der Kuratorin Laura Lang.

Die meisten von uns hielten über 2 Stunden aus. Bildende Kunst, Street Art, Performance, Musik und Theater bietet das abwechslungsreiche Programm noch bis zur Finissage am 2. Juni 2019. Auch die Einstudierung von „Werther’s quest for love“ der Kammerspiele wird es am 2. und auch 5. Juni jeweils um 21.15 Uhr noch einmal geben. Für alle Theaterfreunde eine absolute Empfehlung.

Ach ja, die Finissage, unser Förderpreisträger 2017, Andreas Peiffer, will den Fahrstuhl abends zum Absturz bringen. Aber wohl ohne Besucher. Bis dahin spielt im Treppenhaus Miles Davis mit seiner coolen Trompete die Titelmelodie aus dem Film „Fahrstuhl zum Schafott“.

Danke an Laura für den tollen Abend und an Marc Sander für die Fotos.

Besuch bei der Munich Re und Führung durch die Ausstellung von Roland Fischer
14. Mai 2019
munich-re-roland-fischer-kunstclub13

Wir besuchten die Munich Re Art Gallery, wo derzeit die Ausstellung Roland Fischer – Portraits and Places läuft. Dr. Susanne Ehrenfried, Leitung Corporate Art bei Munich Re sowie der Künstler führten durch die Ausstellung. Während Ehrenfried die Arbeiten Roland Fischers im Sinne eines künstlerischen Diskurses präsentierte, ergänzte Fischer diese Ausführungen durch persönliche Anekdoten und Hinweise zu seiner Arbeitsweise. Beides zusammen erschloss den Teilnehmern tiefe Einblicke in das Werk Fischers.

Für seine Pool-Portraits-Serie stellte Roland Fischer seine Modelle in ein Schwimmbad: Frei von persönlichen Attributen und losgetrennt von ihren gewohnten Umgebungen tauchen sie stattdessen in das monochrome Blau oder tiefes Schwarz des bewegungslosen Wassers ein. Diese formale Reduktion macht die Gesichter des Menschen zu einer Oberfläche für Projektionen, die alles auf einmal reflektieren: Distanz und Intimität, Insider-und Außenseiten, Typen und Individuen. Fischers konzeptioneller Ansatz ist es, Gegensätze gegeneinander auszustellen, die auf „der grundsätzlichen Ambivalenz aller Dinge“ beruhen, wie er sagt. Menschen und Architektur sind seine Hauptthemen. So wird Fischer beispielsweise die Fassaden von Gebäuden – meist aus globalen Finanzzentren – in abstrakte grafische Muster verwandeln. Aus ihren architektonischen Kontexten entfernt, erzeugen die Fotografien so eine ästhetische Auseinandersetzung mit Form und Farbe, Bild versus Darstellung. Im Foyer sind zwei Werke aus der Serie Fassaden zu sehen.

Die Reihe Neue Architektur zeigt auch Arbeiten, die das Kontinuum zwischen Abstraktion und Figuration untersuchen. Hier nähert sich Fischer moderner Architektur mit einer kompositorischen Technik, die aus dem Kubismus entlehnt ist, die Bilder aus verschiedenen Perspektiven überlagert und vermischt, um multidimensionale Bereiche visueller Erfahrung zu schaffen – „neue Architekturen,“ die die Psychologie eines bestimmten Raumes.

Einen Schritt weiter geht der Künstler in seiner jüngsten Serie Transhistorical Places, in der er Fragmente kalter, brutalistischer Betonarchitektur mit Formen überlagert, die an die abstrakte Malerei des 20. Jahrhunderts erinnern. Das Ergebnis ist ein neuer, fast surrealer fotografischer Raum, der nicht nur die Grenzen zwischen Bild und Repräsentation, Architektur und Malerei schmilzt, sondern auch zwischen zwei verschiedenen modernistischen Kunstbewegungen mit all ihren Konnotationen – geradezu Ausdruck von Die aktuellen Zeiten. In diesen visuellen „Zeit-Raum-Collagen“ fordert Fischer die Perspektive des Betrachters zum Schwingen auf.

Roland Fischer ist ein international anerkannter Künstler, dessen Arbeiten bereits in 120 Museen und Kunstinstitutionen weltweit gezeigt wurden, darunter mehr als 40 Einzelausstellungen, darunter die Pinakothek der Moderne in München und das Musée d’Art Moderne in Paris. Seine Arbeiten sind in zahlreichen internationalen Sammlungen zu sehen.

Dieser Text ist eine Übersetzung des Textes auf der Munich Re Corporate Art Website.

Atelierbesuch bei Magdalena Jetelová im Werksviertel
2. April 2019
atelier-jetelova

Volles Haus, beeindruckender Vortrag, spannende Einblicke ins Atelier – unsere Veranstaltung in der White Box im Münchner Werksviertel bei der aus Tschechien stammenden Künstlerin Magdalena Jetelová (*1946) erfreute sich großen Interesses:
Vor einer Gruppe von circa 50 Besuchern gab Magdalena Jetelová nach einer kurzen Einführung durch die Kunsthistorikerin Bashira Cabbara im Rahmen eines ausführlichen Vortrags Einblick in ihr künstlerisches Werk, das sowohl Skulptur, Land Art, Installation, Fotografie als auch Performance umfasst.

Die ehemalige Documenta-Teilnehmerin und Professorin für Bildhauerei (1990-2004 an der Düsseldorfer Kunstakademie sowie 2004-2012 an der Akademie der Bildenden Künste München) zeigte Beispiele ihrer großformatigen Eichenholz-Skulpturen von formverzerrten Alltagsgegenständen, ihrer raumfüllenden und spektakulären Installationen sowie ihrer aufwändigen Landart-Projekte, die Jetelová beispielsweise in Island oder zuletzt – unter schwierigsten Wetterbedingungen – in Patagonien umsetzte. Darüber hinaus zeigte uns die Künstlerin ihre „Raumzeichnungen“, für die sie als eine der Ersten bereits früh mit Licht- und Laserprojektionen in menschenleeren Landschaften experimentierte. So entstanden unter enormem Aufwand beeindruckende poetische Bilder, die Jetelová stets photographisch festhielt.

Nach dem Vortrag hatten wir Gelegenheit, in Magdalena Jetelovás Atelier ihre neuesten Arbeiten – großformatige Photographien und Leuchtkästen – zu sehen und bei einem Glas Wein mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen. 

Wir danken Magdalena sehr herzlich für diesen außergewöhnlichen Abend! Darüber hinaus gilt unser Dank der Geschäftsführerin der White Box, Dr. Martina Taubenberger und ihrem netten Team, die uns den großen Ausstellungsraum für den Vortrag zur Verfügung gestellt und bei der Organisation unterstützt haben.