Rückblick Führungen

Atelierbesuch bei Magdalena Jetelová im Werksviertel
2. April 2019
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Volles Haus, beeindruckender Vortrag, spannende Einblicke ins Atelier – unsere Veranstaltung in der White Box im Münchner Werksviertel bei der aus Tschechien stammenden Künstlerin Magdalena Jetelová (*1946) erfreute sich großen Interesses:
Vor einer Gruppe von circa 50 Besuchern gab Magdalena Jetelová nach einer kurzen Einführung durch die Kunsthistorikerin Bashira Cabbara im Rahmen eines ausführlichen Vortrags Einblick in ihr künstlerisches Werk, das sowohl Skulptur, Land Art, Installation, Fotografie als auch Performance umfasst.

Die ehemalige Documenta-Teilnehmerin und Professorin für Bildhauerei (1990-2004 an der Düsseldorfer Kunstakademie sowie 2004-2012 an der Akademie der Bildenden Künste München) zeigte Beispiele ihrer großformatigen Eichenholz-Skulpturen von formverzerrten Alltagsgegenständen, ihrer raumfüllenden und spektakulären Installationen sowie ihrer aufwändigen Landart-Projekte, die Jetelová beispielsweise in Island oder zuletzt – unter schwierigsten Wetterbedingungen – in Patagonien umsetzte. Darüber hinaus zeigte uns die Künstlerin ihre „Raumzeichnungen“, für die sie als eine der Ersten bereits früh mit Licht- und Laserprojektionen in menschenleeren Landschaften experimentierte. So entstanden unter enormem Aufwand beeindruckende poetische Bilder, die Jetelová stets photographisch festhielt.

Nach dem Vortrag hatten wir Gelegenheit, in Magdalena Jetelovás Atelier ihre neuesten Arbeiten – großformatige Photographien und Leuchtkästen – zu sehen und bei einem Glas Wein mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen. 

Wir danken Magdalena sehr herzlich für diesen außergewöhnlichen Abend! Darüber hinaus gilt unser Dank der Geschäftsführerin der White Box, Dr. Martina Taubenberger und ihrem netten Team, die uns den großen Ausstellungsraum für den Vortrag zur Verfügung gestellt und bei der Organisation unterstützt haben. 

Führung durch die Ausstellung „Jahresausgaben“ in der Lothringer13 mit dem Kurator Jörg Koopmann
1. März 2019
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Ne travaillez assez, ne comptez jamais………… Beim Betreten der Halle Lothringer13 empfängt den Besucher ein freiberuflich arbeitendes Teammitglied, um aus verwaltungstechnischen Gründen NULL Euro zu kassieren. Dafür bekommt man auch ein Ticket mit Serialnummer.

In der Ausstellung geht es um das liebe Geld, die finanzielle Situation und das gesellschaftliche Dilemma der Kunstschaffenden.

Nachdem Ende eines jeden Jahres allerorts die Kunsträume mit den Jahresgaben ein messeähnliches Format einer Kunstaustellung bieten, widmet sich die Lothringer13 Halle zu Beginn des Jahres direkt und unverblümt einer Betrachtung nach Bedeutung und Wert des Geldes aus dem Blickwinkel von Kunstschaffenden. Die Arbeiten reflektieren die Mythen des armen, aber freien Poeten. Als Dekowandteller, mit dem Motiv von Spitzweg, ist es im ehemaligen Vorarbeiter Kabuff zu bewundern. Arm aber glücklich, oder auch nicht?

Der Kurator Jörg Koopmann führte uns durch die beeindruckende Ausstellung mit den vielfältigen Sichten der beteiligten Künstlerinnen und Künstler.

Allan Sekula schreibt einen Brief an Bill Gates und fragt dabei nach den Gründen, warum der damals reichste Mann der Welt 30 Mio. $ für ein Gemälde von Winslow Homer, „Lost on the Grand Banks“, ausgegeben habe. Wiederentdeckt wurden die Textarbeiten aus den 1970er Jahren von Ruth Rehfeld. Der damaligen DDR-Künstlerin dienten ihre Arbeiten vor allem dem Austausch zu anderen Künstlern. M+M wiederholen stundenlang das Selbstoptimierungs-Mantra „Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf Morgen….“. Eigen-Appell, um effektiver zu arbeiten? Auf dem Foto von Cyril Blazo betet ein Mann einen Geldautomaten an. Nigel Shafran fotografiert die Produkte, die man beim Einkauf im Supermarkt auf das Band legt. Jeder von uns hat sich schon mal gewundert, was der Vordermann oder die Hinterfrau da so alles auf das Band legen, auch die, die offensichtlich nur einen kleinen Geldbeutel haben. Die Videoarbeit MONEY ist der Hammer. Über 11 Jahre haben 3 Künstler Banknoten aus der ganzen Welt gesammelt, abfotografiert und vergrößert – Beschriftungen und Zahlen ließen sie weg, bis nur noch das reine Bild, die Ikonografie des Geldes übrig blieb, mit wunderschönen Motiven und Sehnsuchtsorten.

Sehenswert auch die beiden Videoarbeiten von Kasia Fudakowski, humorvolle Reflektion auf Kunstmessen und Wertsteigerungen von Kunst. Herrlich auch die Videoarbeit von Philipp Messner, der einem Esel eine Möhre vor dem Maul baumeln läßt, der Esel aber nie eine Chance bekommt, diese zu fressen. Zwei Videoarbeiten von Superflex muss man gesehen haben, um abschließend dem Hörspiel „Stripped“ von Stefan Weigl zu lauschen. Sprecher lesen die kompletten Kontoauszüge des Künstlers vor, dazwischen Briefe der Bank an Weigl. Prekärer kann man die dauerdefizitäre Finanzlage von Freiberuflern kaum dokumentieren. Eine erkenntnisreiche und sehenswerte Ausstellung, Kunst und die große Freiheit, aber auch um welchen Preis!?  Danke schön Jörg.

Die teilnehmenden Künstler: Allan Sekula \ Cyril Blažo \ Daniel Eatock \ Gabriele Obermaier&Ralf Homann \ Kasia Fudakowski \ M+M \ Nigel Shafran  \ Peter Ravn  \ Philipp Messner \ Pind \ Prill Vieceli Cremers \ Ruth Wolf-Rehfeldt \ Stefan Weigl und Superflex widmen Raum und Zeit dem Allgegenwärtigen und Unumgänglichen: dem Geld. Ja, Geld, Geld, oder wie Rolf Dieter Brinkmann* einmal in einer Aufnahme ausspuckte: „Immer mit dem Scheissgeld, immer Probleme mit dem Scheissgeld…“. Fühlt euch frei und filetiert freudig das Finanz-Fiasko…

Führung durch die Diplomausstellung in der Akademie der Bildenden Künste München
9. Februar 2019
Akademie

Wie jedes Jahr unternahmen wir wieder einen Streifzug durch die Diplomausstellung an der Akademie der Bildenden Künste. „Nur“ 28 Abschussarbeiten galt es zu durchforsten, weil dieses Jahr einmalig zwei Diplomausstellungen stattfinden werden. Der zweite Teil folgt in Kombination mit der Jahresausstellung im Juli. Grund ist eine Änderung der Studienordnung an der Akademie, die den Abschluss reformiert und dazu führte, dass die Studierenden dieses Jahr ausnahmsweise zwischen zwei Abschlüssen, dem alten und dem neuen, wählen konnten.

Dr. Susanna Ott und Hans-Joachim Heins vom Vorstand des Kunstclub13 übernahmen die Auswahl und Führung der rund 30 Mitglieder durch neun sehr unterschiedliche Positionen aus verschiedenen Klassen: Eine beklemmende Videoinstallation des Japaners Ryohei Kan und ein „begehbares Bild“ in der Aula von Esther Zahel gaben den Auftakt. Malerei sahen wir in drei Varianten, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Rokoko-Dekonstruktionen von Andreana Dobreva, konzeptuelle Arbeiten von Frank Moll sowie schräge Pop Art des mit dem Preis des Akademievereins ausgezeichneten Künstlerduos Mehmet & Kazim aus der Klasse Oehlen. Bianca Patricia Isensee faszinierte uns mit einer hochpolitischen Arbeit zur Waffenindustrie in demokratischen Gesellschaften, während die beiden Absolventinnen Jieyi Sun und Naama Bergmann aus der Schmuckklasse Karen Pontoppidans einen dagegen fast schon kontemplativen Schlusspunkt setzen.

Wie schön, dass wir nicht ein ganzes Jahr warten müssen, bis wir wieder auf Entdeckungstour gehen dürfen – denn den zweiten Teil der Diplomausstellung im Sommer lassen wir uns nach diesem gelungenen Rundgang natürlich nicht entgehen!

Generations Part 3: Künstlerinnen im Dialog|Führung mit Hauptkurator Karsten Löckemann in der Sammlung Goetz
31. Januar 2019
Sarah_Lucas

Nachdem wir im Mai sehr begeistert vom ersten Teil der Ausstellung „Generations“ waren, wollten wir unseren Mitgliedern den letzten Teil der Jubiläumsausstellung in der Sammlung Goetz natürlich nicht vorenthalten.

Der dritte Teil der Ausstellung (Teil II läuft noch bis 27.01. im Haus der Kunst) führt weit zurück zu Künstlerinnen wie der 1926 in Rumänien geborenen und letztes Jahr verstorbenen Geta Brătescu sowie der französisch-amerikanischen Bildhauerin Louise Bourgeois (1911-2010). Beide haben in ihrem Werk grundlegende Impulse zur Auseinandersetzung mit Fragen der Identität, des Geschlechts und der eigenen Biografie gegeben und damit die nachfolgende Generation beeinflusst.

Geta Brătescu entwickelte bereits in den 1960er-Jahren einen performativen Ansatz, den sie in ihren Filmen, Fotografien und Zeichnungen weiterverfolgte. Louise Bourgeois erweiterte die klassischen Materialien der Bildhauerei durch solche des Alltags wie Stoffe, Latex, Tapisserien und Kleidungsstücke. In der Gegenüberstellung mit ausgewählten Arbeiten der Young British Artists und anderen künstlerischen Positionen wird sichtbar, dass ihre Werke bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben.

Mit Tomma Abts, Diane Arbus, Maria Bartuszová, Huma Bhaba, Louise Bourgeois, Geta Brătescu, Christa Dichgans, Lecia Dole-Recio, Tracey Emin, Nan Goldin, Dominique Gonzalez-Foerster, Evelyn Hofer, Roni Horn, Louise Lawler, Sherrie Levine, Sarah Lucas, Cindy Sherman, Kiki Smith, Rosemarie Trockel, u.a.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Ingvild Goetz und Karsten Löckemann.

Führung „Citrus North” im Easy Upstream
14. November 2018

Anfang November 2018 hat das Künstlerkollektiv easy!upstream (Susi Gelb, Niko Abramidis & NE und Quirin Brunnmeier) im Rahmen der Bayerischen Kunstförderpreise den diesjährigen Spezialpreis „Künstler als Kuratoren“ erhalten. Eine Gelegenheit, sich von der kuratorischen Arbeit zu überzeugen, hatten wir am 14.11.2018.

Dort hat Susi Gelb eine stringente Ausstellung kuratiert, in der neben Arbeiten von Gelb und Abramidis, Werke auch international renommierter Künstler zu sehen sind: Ein Objekt des 2010 verstorbenen österreichischen Bildhauers Bruno Gironcoli, vier Objekte aus der Serie „Kitchen Pieces“ der Konzeptkünstlerin Karin Sander, Rauminstallationen der jungen deutschen, in New York lebenden Künstlerin Lena Henke, Arbeiten der Schweizer Künstlerin Vanessa Billy und des norwegischen Künstlers und Schriftstellers Matias Faldbakken, ein Film der Niederländerin Sakia Olde Wolbers und eine Reihe von Objekten des Amerikaners Matt Mullican. Eine hochinteressante Kuratierung und beeindruckende Einzelarbeiten von Susi und Niko.

Vorab führte uns Arndt Jagenlauf, vom Münchener Architekturbüro „03 Architekten“, in die Entstehungsgeschichte dieses neuen Quartiers ein. Das Büro war verantwortlich für die Raumplanung und auch für den Bau mehrerer Einzelobjekte. Wo früher die Metro war und die preiswerteste Tanke in München, ist neues, urbanes Leben entstanden, und das in bester Lage. Eine ca. 5 Meter lange Zeichnung von Niko Abramidis an der Wand der Tiefgarage haben wir später noch besichtigt. Vor 2 Jahren hatte easy!upstream in der noch leeren Garage eine Ausstellung kuratieren dürfen. Tja, und Niko hat auch dort seine Spuren hinterlassen.

Easy!upstream @ Schwabinger Tor, Leopoldstraße 184, München

www.easyupstream.com

Führung „Zimmer frei“ im Hotel Mariandl
18. Oktober 2018
Zimmer_Frei_Hotel_Mariandl

Das Künstlerprojekt ZIMMER FREI ist seit 1999 zu einem beliebten Bestandteil der Münchner Ausstellungsszene herangewachsen. Jedes Jahr nach dem Oktoberfest beziehen Münchner KünstlerInnen mit internationalem Hintergrund Zimmer auf zwei Etagen des Hotel Mariandl und bringen für eine Woche den Hotelalltag durcheinander. Sie setzen sich mit den Räumlichkeiten und der Atmosphäre des Hotels auseinander, entwickeln Geschichten, Inszenierungen, situative Experimente, Performances, Videoarbeiten und Vieles mehr.

Der Erfolg beruht sowohl auf der großen Gestaltungsfreude der Künstler in außergewöhnlichem Ambiente – jeder Künstler hat ein Hotelzimmer für sich und darf dort auch wohnen – als auch auf der guten Zusammenarbeit des Kulturreferates der Landeshauptstadt München mit dem Hotel Mariandl. Der verantwortliche Kurator der Stadt Mehmet Dayi hat mit dem Hotelier das Format erfunden, und in diesem Jahr findet es zum 19. Mal statt. Anschließend an die Führung können wir uns nebenan, im Café am Beethovenplatz, auf einen Drink zusammenfinden.

Weitere Infos (Hotel Mariandl Homepage)

 

Besuch im Archiv Geiger
6. Oktober 2018

Rupprecht Geiger (1908-2009) gehört zu den bedeutendsten Vertretern gegenstandsloser Malerei in Deutschland. 1949 gründete er in München die Künstlergruppe ZEN 49 mit und befasste sich ab den 1950er Jahren mit dem Thema der Farbe. Viele von uns kennen seine Pigmentarbeiten aus dem Lenbachhaus, deren verführerische Leuchtkraft nur vor dem Original erfahrbar ist.

Nur Wenigen ist aber bekannt, dass das ehemalige Atelier Geigers in Solln seit Ende 2010 der Öffentlichkeit zugänglich ist. An diesem atmosphärisch dichten Ort, an dem Geiger bis 2009 noch fast täglich umgeben von seinen Pigmenten gearbeitet hat, betreut das Archiv Geiger heute das künstlerische Werk und zeigt eine Auswahl an Bildern, aktuell aus den Jahren in Düsseldorf, wo Geiger von 1965 bis 1976 eine Professur innehatte. Diese Jahre markieren seine produktivste Phase und besitzen in Anbetracht seiner Werkentwicklung einen hohen Stellenwert innerhalb seines Werkes.

Im Rahmen einer exklusiven Führung für den Kunstclub13 wird uns Sandra Westermeyer vom Team des Archivs aufschlussreiche Einblicke in das Schaffen und die ungewöhnlichen Arbeitsprozesse Rupprecht Geigers geben.

Weitere Infos (Archiv Geiger Homepage)

Galerietour zur OpenArt 2018
15. September 2018
Galerietour Sept 2018

Die 30 Mitläufer und Mitradler erlebten einen sehr abwechslungsreichen Nachmittag.

Bei der Galerie Tanit überschüttete der Konzeptkünstler Charles Sandison die Besucher mit Zeichen, Buschstaben und Symbolen einer mehrteiligen Videoinstallation an der Schnittstelle von Computercodes und künstlicher Intelligenz. Der Künstler als Programmierer. Bei Gudrun Spielvogel und „Petersburg Konkret“ hingen die Wände voll mit konkreter Kunst, dem Schwerpunkt der Galeristin seit 27 Jahren, eine Accrochage ihrer Künstler von A – Z.

In der Galerie von Andreas Binder stellte seine Frau Veronika den Maler Matthias Meyer vor. Der Gerhard Richter Schüler beeindruckt mit vielschichtigen Landschaftsgemälden. Mit sehr dünnflüssigem Farbauftrag und damit Verlauf, entstehen Bilder mit großer Leuchtkraft und Abstraktion der Natur, die auch an Monet erinnern lassen.

Die Radlfahrer kamen dann ganz normal in der Galerie Artoxin an. Da die Tram zum Max-Weber-Platz wegen der Großdemo nicht fuhr, machten sich die andere Gruppe zu Fuß auf den Weg und kam ohne Verlust etwas später an. Der Bildhauer Ben Goosens überzeugt wieder einmal mit seinen Fotografien phantastischer, menschenleerer Architekturen. Sein Professor Stephan Hubersagt dazu „…Goosens Quartiere sind ästhetische Exerzitien voll ruinöser Schönheit, und gleichzeitig erscheinen sie als kranke Räume, als architektonische Entzündungen….“

Zum letzten Besuch bei Johannes Sperling klappt es dann wieder mit der Tram 25. Johannes ist einer der Gründer von „various others“ und hat, neben der eigenen Fotokünstlerin Anna Vogel, die Future Gallery aus Berlin / Mexico City und piktogram aus Warschau eingeladen. Eine große Bandbreite, die es lohnt sich anzuschauen.

Es war ein erkenntnisreicher Nachmittag für alle, die Radlfahrer und die Fußgänger, bei spätsommerlichem Wetter.

3 GENERATIONEN BEI 33 GRAD | MIT DEM RADL ZUM PETUELPARK
4. August 2018
Radltour_Petuelpark

Die Sorge vorher war unberechtigt, alle hielten durch. Vom NS-Dokuzentrum mit der Bild / Text Videoinstallation von Benjamin und Emanuel Heisenberg, die unter die Haut geht, ging es zum Basketballkorb in luftiger Höhe von Benjamin Bergmann. „Never Ever“, heißt die Arbeit, niemals aufgeben, keine Angst vor dem Scheitern zu haben. „Das Schöne an der Absurdität ist für mich die Nachhaltigkeit der Verwirrung. Irgendwann ertappt man sich bei dem Gedanken, dass eine gänzlich absurde Welt vielleicht viel schöner wäre“ (Benjamin Bergmann).

Weiter ging es zum Türkentor mit „Large Red Sphere“ von Walter de Maria. Die Kugel ist universelles Sinnbild der Welt, der Himmelskörper und des Kosmischen, Symbol des Ewigen und der zyklischen Erneuerung.

Auf unserer Tour war das die einzige Installation, die nicht vom städtischen Kunst-am-Bau-Projekt QUIVID initiiert wurde. Dann an der Türkenschule die Erinnerung an Georg Elser, dem lange vergessenen Mann, der im Bürgerbräukeller die Führungsbande der Nazis in die Luft sprengen wollte. Die Installation von Silke Wagner „8. November 1939“ erleuchtet feuerrot jeden Tag um 21.20 Uhr für 1 Minute, dem Zeitpunkt als die Bombe explodierte.

Das „Oberwasser-Kanalmuseum“ vor der AdbK von Andreas von Weizsäcker befindet sich noch an weiteren 4 Orten in der Stadt. Es sind Reliefbänder am Boden mit den Fußabdrücken von Kanalarbeitern. Hier wird das Unten nach Oben gekehrt.

Zwischen dem Eingang vom Nordbad und dem Stadtarchiv findet man Oculus historiae, oculus memoriae, oculus oblivionis ist ein vierteiliges Installationskunstwerk von Anne und Patrick Poirier.

Leider wird es durch die Schleißheimerstraße getrennt. Hier war die Kunst schneller, als die Bauplanung – es sollte dort mal ein Platz entstehen, daraus wurde aber nichts.

Geendet hat der Roadtrip im Petuelpark und den 12 Installationen internationaler Künstler, die Stephan Huber kuratiert hatte. Park und Kunst sind eine Einheit, die zum öfteren Verweilen einladen. Im Café Ludwig haben wir dann alle etwas ausgeruht, es war wirklich sehr heiß, und der jüngste Mitradler Leo setzte sich noch auf den wiehernden Esel „GO!“

von Pia Stadtbäumer und ritt gen Feuchtwanger Gymnasium.

Ein Ausflug mit Kind und Kegel ist lohnenswert:  https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/baureferat/freizeit-sport-natur/gruene-oasen/petuelpark.html

Text: HJH

27. Juli 2019: Jahres- und Diplomausstellung in der AdbK
1. August 2018
Führung durch die Jahresausstellung der AdBK München
18. Juli 2018
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Auch im Juli 2018 bot der Kunstclub13 die fast schon traditionelle Führung durch die Jahresausstellung der Akademie der Bildenden Künste München an. Das Vorstandsteam hatte zuvor in Zusammenarbeit mit ausstellenden Künstlern eine Vorauswahl an Positionen getroffen. Konkret besuchten wir die Installation „Gedenktafel“ von Paul Valentin im Foyer, die Klasse Hildebrandt mit Lou Jaworski, die Klasse Voigt/Grubinger mit Alessandra de Angelis und Niil Brig, die Soundinstallation der Armenierin Maria Matinyian im Untergeschoss sowie die digitale Installation „Phygitale Cyberorgane“ von Nena Cermak im Gartenhaus. Alle Teilnehmer genossen das hohe Niveau der besuchten Positionen sowie die positive Stimmung der Ausstellung.

Finissage der Ausstellung PERSPEKTIVEN 2018 mit Künstlergespräch
4. Juli 2018
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Mit den beiden Preisträgerinnen und den nomierten KünstlerInnen Lou Jaworsky, Florian Lechner, und Andrea Zabric, fand am 04. Juli 2018 zum Abschluss der Ausstellung eine Gesprächsrunde zum Thema Perspektiven für junge Künstler statt. Bei Oliven und Wein gaben die Künstler Einblicke in die erste Zeit der Professionalität und berichten über Wünsche und Herausforderungen. Ergänzend dazu teilten Experten ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit den jungen Künstlern.

Diese Veranstaltung war die Finissage der gemeinsamen Ausstellung PERSPEKTIVEN von Kunstclub13 e.V. und Platform München, bei der alle fünf nominierten NachwuchskünstlerInnen bei freiem Eintritt in der Platform gezeigt werden.

„….da werden nicht viele kommen…“, war anfänglich so die Meinung.

Pustekuchen, gegen 19:30 Uhr saßen ca. 25-30 Menschen um den „runden-eckigen“ Tisch. Alle Nominierten waren da und Gäste, die noch nie gesehen worden waren. Trotz Blick in die untergehende Abendsonne moderierte Anne Götzelmann von der Platform locker, kompetent und souverän mit ihren Fragen, und plötzlich redeten alle miteinander. Die drei Künstlerinnen und die beiden Künstler sprachen auch von ihren Ängsten, was die Zukunft betrifft, waren sich aber alle sicher, dass sie den Sprung in die kommerzielle Welt meistern werden. „…ihr müßt euch vernetzen, vielleicht sogar einen Mentor suchen…“, das war der Appell des senioren Michael Tacke. Er war es auch, der dann ein wenig die Katze aus dem Sack ließ und über die Gründung vom KUNSTRAUM sprach. Damals war es ja ein Affront gegenüber dem Kunstverein München.

Beobachtet wurden auch neue Vernetzungen, und als HJ Heins um 22:15 Uhr ging, waren Anne, Michael Tacke und Christian Schubert noch immer in heftiger Diskussion. Alle fünf Nominierten waren hochzufrieden mit dem gesamten Prozess, von Beginn an bis zur lockeren Stimmung mit trotzdem ensthaften Themen gestern Abend.

Führung durch das Städtische Atelierhaus Baumstraße
30. Juni 2018
Baumstrasse

Das Atelierhaus Baumstraße ist im Gebäudekomplex einer ehemaligen Strickwarenfabrik im Glockenbachviertel untergebracht. Seit seiner grundlegenden Renovierung 1993/1994 befinden sich dort 23 Arbeitsateliers für Künstler. Die Landeshauptstadt München vergibt die Räume alle fünf Jahre in einem Juryverfahren an Münchner Künstlerinnen und Künstler zu günstigen Konditionen. Im Atelierhaus wird in den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Bühnenbild und Schmuck gearbeitet.

Die Künstlerin Melina Hennicker, die zusammen mit Michael Schmidt selbst ein Atelier in dem Künstlerhaus hat und 2017 für unseren Förderpreis „Perspektiven“ nominiert war, führte uns durch 5-6 ausgewählte Ateliers. Die besuchten KünsterInnen waren neben den oben genannten: Johanna Schelle, Thomas Breitenfeld, Susi Gelb, Niko Abramides & NE, Zita Schüpferling, Jiro Kamata, Federico Delfrati, Max Weisthoff und Paula Leal Olloqui.

Da an diesem Wochenende alle Ateliers geöffnet hatten, konnte jeder Teilnehmer anschließend individuell weiter herumstromern. Im Innenhof standen Tische und Bänke, um noch miteinander zu diskutieren und zu essen und zu trinken.

Kunstpreis PERSPEKTIVEN 2018 | Jurytermin und Preisverleihung
20. Juni 2018
PERSPEKTIVEN_2018

Ein Highlight unseres Jahresprogramms 2018 war die öffentliche Jurysitzung und anschließende Preisverleihung unseres 7. Förderpreises für junge Kunst am 20. Juni 2018 in der Platform.

Wie bereits in den letzten Jahren erfolgte die Preisverleihung in Kooperation mit der PLATFORM, fand aber in einem neuen Format statt: Unter dem Motto Perspektiven präsentierten fünf nominierte Nachwuchskünstlerinnen und -künstler einige ihrer bisherigen Arbeiten und geben darüber hinaus in kurzen Präsentationen Einblicke in zukünftige Projekte. Sie hatten also bei der Veranstaltung nicht nur Gelegenheit, Künstler und Jury „live“ zu erleben, sondern auch gleich eine Gruppenausstellung mit allen Positionen zu sehen.

Dieses Jahr waren folgende Künstler am Start:
  • Lea Grebe
  • Lou Jaworski
  • Florian Lechner
  • Frauke Zabel
  • Andrea Zabric

Der Förderpreis hat einen Gesamtwert von EUR 6.500. Die jährlich wechselnde Fachjury besteht diesmal aus folgenden Personen:

  • Prof. Dr. Burcu Dogramaci, Professorin für Kunst des 20. Jahrhundert und der Gegenwart, Ludwig-Maximilians-Universität
  • Dr. Cornelia Gockel, Kuratorin für Medienkunst, Sammlung Goetz
  • Anja Kaehny, Art Consultant (ehem. Espace Louis Vuitton)
  • Uli Kopp, Sammler
  • Prof. Dr. Florian Matzner, Kunstwissenschaftler und Kurator, Akademie der
    Bildenden Künste

Auch das Publikum hatte an diesen besonderen Abend eine Stimme. Während die Jury über den Preisträger beriet, konnten die Gäste bei Schnittchen und Getränken mit den Künstler ins Gespräch kommen und die Publikumssiegerin bestimmen. Wie schon im Jahr zuvor hatte Andreas Wiede-Kurz (Wiede-Fabrik) diesen mit 500 Euro dotierten Publikumspreis gestiftet.

Die Ausstellung lief bis 04. Juli 2018. Am Abend dieses Tages gab es eine Finissage mit einem Künstlergespräch.
Besuch beim Espace Louis Vuitton | David Claerbout
16. Mai 2018

Auf Einladung des Teams des Espace Louis Vuitton München konnte der Kunstclub13 eine Führung in diesem außergewöhnlichen Kunstort durch die Ausstellung von David Claerbout anbieten. Durch die Ausstellung führte Sarah Haugeneder, Leiterin des Espace München. Im Anschluss gab es einen Umtrunk im Espace.

Mit der neuen Ausstellung Erzähl mir das Ende würdigte der Espace Louis Vuitton München das Schaffen des belgischen Künstlers David Claerbout. Die Schau fand im Rahmen des „Hors-les-murs“-Programms der Fondation Louis Vuitton statt, das die Zielsetzung verfolgt, noch nicht gezeigte Arbeiten ihrer Sammlungsbestände in den Espaces Louis Vuitton in Tokio, München, Venedig und Peking auszustellen und somit den Auftrag erfüllt, ambitioniert kuratierte,  internationale Projekte zu realisieren und diese einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

1969 in Kortrijk, Belgien, geboren, wurde David Claerbout am Nationaal Hoger Instituut voor Schone Kunsten in Antwerpen und anschließend an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam ursprünglich zum Maler und Zeichner ausgebildet. Seitdem ist er dazu übergegangen, Werke zu schaffen, die aus einem einzigartigen Ineinanderfließen von Fotografie, Film und Malerei bestehen. Zunehmend begann sich Claerbout aufgrund seiner Recherchen über die Eigenschaften von Fotografie und Film für den Faktor Zeit zu interessieren.

Indem er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu atemberaubenden Momenten zeitlicher Elastizität verschmelzen lässt, repräsentieren seine Arbeiten tiefgründige und bewegende philosophische Betrachtungen unserer Wahrnehmung von Zeit und Realität, Erinnerung und Erfahrung, Wahrheit und Fiktion. Indem dies durch die Anordnung der Bildelemente, Bildsequenzen, Licht, Geschwindigkeit, Sprache, Musik und Ambient-Sound, sowie das Umfeld der Installation und die verwendete Technik transportiert wird, rufen David Claerbouts eindringlich sinnlichen Kompositionen neue Formen der Wahrnehmung, der eigenen Erwartungshaltung, der Einsicht und der Erinnerung hervor.

In den frühen 1990er Jahren prägte der Filmtheoretiker Raymond Bellour den Begriff „entre-images“ oder „Bilderzwischenraum“, um sich jenen Hybridbildern annähern zu können, die im Grenzbereich zwischen Fotografie, Film und Video oszillieren. Heute ließe sich der Begriff bestens auf Claerbouts Schaffen anwenden. Dessen Praxis kann einprägsam anhand von The Algiers’ Sections of a Happy Moment (2008) studiert werden, wo die Zeit zwar aufgehoben ist, die Fragmentierung des Raums jedoch – die Multiplizierung von Standorten und Bildausschnitten – eine Zeitverzögerung erzeugt. Hier ist man als Zuschauer(in) allwissend und kann eine Handlung im selben Augenblick aus den verschiedensten Blickwinkeln wahrnehmen. Eine weitere entscheidende Ebene in Claerbouts fotografischen Videoarbeiten stellt der Ton dar. Claerbout bezeichnet sein Werk wiederholt als „in Video eingebettete Audiostücke“. Bei Travel (1996-2013) handelt es sich um eine Arbeit, die von ihrem Soundtrack inspiriert und letztendlich aus ihm hervorgegangen ist – nämlich aus einer synthetisierten, therapeutischen Partitur des französischen Komponisten Eric Breton, die ursprünglich stressreduzierend und schlaffördernd wirken sollte.

Der Espace Louis Vuitton München freut sich, diese beiden emblematischen Werke aus dem Sammlungsbestand präsentieren zu dürfen, exemplifizieren sie doch Claerbouts künstlerische Praxis, deren ambivalente Position zwischen Fotografie und Kino ein komplexes Spiel mit der menschlichen Wahrnehmung und Zeiterfahrung in Gang setzt und in kompromisslos kontemplative Videoinstallationen mündet.

Zum Künstler

David Claerbout (* 1969, Kortrijk, Belgien) lebt und arbeitet in Antwerpen (Belgien) und Berlin. Sein Oeuvre war Gegenstand von Einzelausstellungen im Centre Pompidou, Paris, Frankreich; im Dundee Contemporary Arts, Dundee, Schottland; im Van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande; SF MOMA, San Francisco, USA; De Pont Museum, Tilburg, Niederlande; WIELS, Brüssel, Belgien; Städel Museum, Frankfurt, Deutschland; Schaulager Basel, Schweiz; sowie im Centro Gallego de Arte Contemporáneo, Santiago di Compostela, Spanien. Seine Arbeiten bildeten Teil der von Harald Szeemann kuratierten Ausstellung Belgique Visionnaire im Palais des Beaux-Arts, Brüssel, Belgien; und wurden ebenfalls gezeigt im MonteVideo, Amsterdam, Niederlande; im Museum of Contemporary Art, Chicago, USA; in der Kunsthalle Wien, Wien, Österreich; im S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Ghent, Belgien; im Centre pour l’image Contemporaine, Genf, Schweiz; im M HKA Museum of Contemporary Art, Antwerpen, Belgien. Er nahm ebenso Teil an den Biennalen in São Paolo, Sydney und Moskau.

Zur Fondation Louis Vuitton

Als dem öffentlichen Interesse verpflichtete Institution widmet sich die Fondation Louis Vuitton ausschließlich der zeitgenössischen Kunst sowie den Strömungen des 20. Jahrhunderts, die diese maßgeblich beeinflussten. Die eigene Sammlung der Fondation und die von ihr organisierten Ausstellungen folgen der Zielsetzung, Kunst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das vom Architekten Frank Gehry entworfene Gebäude der Fondation verkörpert deren zukunftsweisendes künstlerisches Statement und gilt schon jetzt als emblematisches Beispiel der Architektur des 21. Jahrhunderts. Seit der Eröffnung im Oktober 2014 durfte die Fondation Louis Vuitton jährlich mehr als eine Million Besucher aus Frankreich und aller Welt begrüßen. Die der Fondation zuteil gewordene internationale Anerkennung ihrer künstlerischen Ausrichtung manifestiert sich auch im Besucherrekord der Ausstellung Ikonen der Moderne: Die Sammlung Schtschukin (Oktober 2016 bis März 2017), die in sechs Monaten mehr als 1,2 Millionen Besucher zählte.

Von Anfang an hat die Fondation Louis Vuitton internationale Projekte angekündigt – sowohl am Standort in Paris selbst als auch in Partnerschaft mit öffentlichen und privaten Institutionen, mit weiteren Stiftungen und Museen. In diesem Kontext widmen sich die der Fondation assoziierten Kunsträume – die Espaces Louis Vuitton – in München, Venedig, Peking und Tokio der Sammlungspräsentation der Fondation. Die unter der künstlerischen Leitung der Fondation organisierten Ausstellungen sind der Öffentlichkeit bei freiem Eintritt zugänglich und ihre Programmatik ist Bestandteil des Kulturengagements des Hauses.

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