Rückblick Führungen

16. Mai: Besuch beim Espace Louis Vuitton | David Claerbout
16. Mai 2018

Der Kunstclub13 freut sich, auf Einladung des Teams des Espace Louis Vuitton München eine Führung in diesem außergewöhnlichen Kunstort durch die aktuelle Ausstellung von David Claerbout anbieten zu können.

Mit der neuen Ausstellung Erzähl mir das Ende würdigt der Espace Louis Vuitton München das Schaffen des belgischen Künstlers David Claerbout. Die Schau findet im Rahmen des „Hors-les-murs“-Programms der Fondation Louis Vuitton statt, das die Zielsetzung verfolgt, noch nicht gezeigte Arbeiten ihrer Sammlungsbestände in den Espaces Louis Vuitton in Tokio, München, Venedig und Peking auszustellen und somit den Auftrag erfüllt, ambitioniert kuratierte,  internationale Projekte zu realisieren und diese einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

1969 in Kortrijk, Belgien, geboren, wurde David Claerbout am Nationaal Hoger Instituut voor Schone Kunsten in Antwerpen und anschließend an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam ursprünglich zum Maler und Zeichner ausgebildet. Seitdem ist er dazu übergegangen, Werke zu schaffen, die aus einem einzigartigen Ineinanderfließen von Fotografie, Film und Malerei bestehen. Zunehmend begann sich Claerbout aufgrund seiner Recherchen über die Eigenschaften von Fotografie und Film für den Faktor Zeit zu interessieren.

Indem er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu atemberaubenden Momenten zeitlicher Elastizität verschmelzen lässt, repräsentieren seine Arbeiten tiefgründige und bewegende philosophische Betrachtungen unserer Wahrnehmung von Zeit und Realität, Erinnerung und Erfahrung, Wahrheit und Fiktion. Indem dies durch die Anordnung der Bildelemente, Bildsequenzen, Licht, Geschwindigkeit, Sprache, Musik und Ambient-Sound, sowie das Umfeld der Installation und die verwendete Technik transportiert wird, rufen David Claerbouts eindringlich sinnlichen Kompositionen neue Formen der Wahrnehmung, der eigenen Erwartungshaltung, der Einsicht und der Erinnerung hervor.

In den frühen 1990er Jahren prägte der Filmtheoretiker Raymond Bellour den Begriff „entre-images“ oder „Bilderzwischenraum“, um sich jenen Hybridbildern annähern zu können, die im Grenzbereich zwischen Fotografie, Film und Video oszillieren. Heute ließe sich der Begriff bestens auf Claerbouts Schaffen anwenden. Dessen Praxis kann einprägsam anhand von The Algiers’ Sections of a Happy Moment (2008) studiert werden, wo die Zeit zwar aufgehoben ist, die Fragmentierung des Raums jedoch – die Multiplizierung von Standorten und Bildausschnitten – eine Zeitverzögerung erzeugt. Hier ist man als Zuschauer(in) allwissend und kann eine Handlung im selben Augenblick aus den verschiedensten Blickwinkeln wahrnehmen. Eine weitere entscheidende Ebene in Claerbouts fotografischen Videoarbeiten stellt der Ton dar. Claerbout bezeichnet sein Werk wiederholt als „in Video eingebettete Audiostücke“. Bei Travel (1996-2013) handelt es sich um eine Arbeit, die von ihrem Soundtrack inspiriert und letztendlich aus ihm hervorgegangen ist – nämlich aus einer synthetisierten, therapeutischen Partitur des französischen Komponisten Eric Breton, die ursprünglich stressreduzierend und schlaffördernd wirken sollte.

Der Espace Louis Vuitton München freut sich, diese beiden emblematischen Werke aus dem Sammlungsbestand präsentieren zu dürfen, exemplifizieren sie doch Claerbouts künstlerische Praxis, deren ambivalente Position zwischen Fotografie und Kino ein komplexes Spiel mit der menschlichen Wahrnehmung und Zeiterfahrung in Gang setzt und in kompromisslos kontemplative Videoinstallationen mündet.

Zum Künstler

David Claerbout (* 1969, Kortrijk, Belgien) lebt und arbeitet in Antwerpen (Belgien) und Berlin. Sein Oeuvre war Gegenstand von Einzelausstellungen im Centre Pompidou, Paris, Frankreich; im Dundee Contemporary Arts, Dundee, Schottland; im Van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande; SF MOMA, San Francisco, USA; De Pont Museum, Tilburg, Niederlande; WIELS, Brüssel, Belgien; Städel Museum, Frankfurt, Deutschland; Schaulager Basel, Schweiz; sowie im Centro Gallego de Arte Contemporáneo, Santiago di Compostela, Spanien. Seine Arbeiten bildeten Teil der von Harald Szeemann kuratierten Ausstellung Belgique Visionnaire im Palais des Beaux-Arts, Brüssel, Belgien; und wurden ebenfalls gezeigt im MonteVideo, Amsterdam, Niederlande; im Museum of Contemporary Art, Chicago, USA; in der Kunsthalle Wien, Wien, Österreich; im S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Ghent, Belgien; im Centre pour l’image Contemporaine, Genf, Schweiz; im M HKA Museum of Contemporary Art, Antwerpen, Belgien. Er nahm ebenso Teil an den Biennalen in São Paolo, Sydney und Moskau.

Zur Fondation Louis Vuitton

Als dem öffentlichen Interesse verpflichtete Institution widmet sich die Fondation Louis Vuitton ausschließlich der zeitgenössischen Kunst sowie den Strömungen des 20. Jahrhunderts, die diese maßgeblich beeinflussten. Die eigene Sammlung der Fondation und die von ihr organisierten Ausstellungen folgen der Zielsetzung, Kunst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das vom Architekten Frank Gehry entworfene Gebäude der Fondation verkörpert deren zukunftsweisendes künstlerisches Statement und gilt schon jetzt als emblematisches Beispiel der Architektur des 21. Jahrhunderts. Seit der Eröffnung im Oktober 2014 durfte die Fondation Louis Vuitton jährlich mehr als eine Million Besucher aus Frankreich und aller Welt begrüßen. Die der Fondation zuteil gewordene internationale Anerkennung ihrer künstlerischen Ausrichtung manifestiert sich auch im Besucherrekord der Ausstellung Ikonen der Moderne: Die Sammlung Schtschukin (Oktober 2016 bis März 2017), die in sechs Monaten mehr als 1,2 Millionen Besucher zählte.

Von Anfang an hat die Fondation Louis Vuitton internationale Projekte angekündigt – sowohl am Standort in Paris selbst als auch in Partnerschaft mit öffentlichen und privaten Institutionen, mit weiteren Stiftungen und Museen. In diesem Kontext widmen sich die der Fondation assoziierten Kunsträume – die Espaces Louis Vuitton – in München, Venedig, Peking und Tokio der Sammlungspräsentation der Fondation. Die unter der künstlerischen Leitung der Fondation organisierten Ausstellungen sind der Öffentlichkeit bei freiem Eintritt zugänglich und ihre Programmatik ist Bestandteil des Kulturengagements des Hauses.

Homepage Espaces Louis Vuitton

Organisatorische Hinweise

Termin: Mittwoch, 16. Mai 2018, 19:00 Uhr
Ort: Espace Louis Vuitton München

Führung durch die Ausstellung „Generations“ in der Sammlung Goetz
3. Mai 2018
Sammlung_Goetz

Die Ausstellungshalle im Garten der Sammlerin Ingvild Goetz zu betreten, die vor 25 Jahren von den Architekten Herzog und DeMeuron entworfen wurde, ist immer wieder ein Erlebnis. Und das auch schon, bevor man die jeweilige Ausstellung betrachtet.

Die Sammlung Goetz feiert 2018 ihr 25-jähriges Bestehen mit einer dreiteiligen Ausstellung, die sich dem künstlerischen Schaffen von Frauen widmet.

Durch den ersten Teil von „Generations“ führte uns der Hauptkurator Karsten Löckemann mit der von ihm gewohnten Leidenschaft. Zusammengestellt sahen wir eine interessante Mischung jüngerer aber auch älterer Künstlerinnen, mit engagierten gesellschaftlichen und politischen Aussagen. Und große Namen sind in der Sammlung vertreten, Carla Accardi, Geta Brătescu, Lucy Dodd, Ellen Gallagher, Katharina Grosse, Jennifer Guidi, Haegue Yang, Jenny Holzer, Barbara Kasten, Yayoi Kusama, Rebecca Morris, N. Dash, Paulina Olowska, Carol Rama, Pipilotti Rist, Sister Mary Corita Kent, Jessica Stockholder, Rosemarie Trockel, Pae White, Andrea Zittel.

Unglaublich, welche Schätze die Sammlerin zusammengetragen hat, und was wohl noch alles im Depot liegt. Löckemann sprach von über 5.000 Arbeiten.

Auf den Teil 2 von „Generations“ im Haus der Kunst, und den Teil 3 wieder in Unterföhring kann man sehr gespannt sein.

Zu Besuch im Kunst Block Balve
15. März 2018
Kunst_Block_Balve

KLAUS VON GAFFRON GEGEN DEN REST DER WELT

Am 15. März 2018 fanden wir uns ein zu einer Führung durch eine Ausstellung, die der Künstler Frank Balve, Preisträger des Kunstclub13 Förderpreises 2012, zusammen gestellt hatte.

Ausschnitte aus der Realität, Definition von Farbräumen. Der im vergangenen Jahr verstorbene Künstler Klaus von Gaffron arbeitete über 35 Jahre lang mit Aufnahmen aus der ihn umgebenden Welt, ohne Manipulation oder Nachbearbeitung am Computer. Trotzdem ist das Subjekt der Fotografie für den Betrachter nie richtig definierbar – gerade das macht den Reiz seiner Arbeiten aus.

In der Ausstellung wurden seine „Fotobilder“ den Arbeiten 63 weiterer Münchner Künstler gegenüber gestellt, mit einer erstaunlichen Bandbreite von Medien und Präsentationsarten. Konfrontation, Herausforderung, Duell, oder miteinander, füreinander, zusammen? Das sollte jeder Besucher für sich selbst entdecken, auf jeden Fall erwartete ihn eine spannungsreiche und vielfältige Darbietung.

Text: Carolin Koch, freie Kunsthistorikerin

AUSSTELLENDE KÜNSTLER

Klaus von Gaffron | Sonja Allgaier | Nicola Arthen | Frank Balve | Gabi Blum | Daniel Bräg | Thomas Breitenfeld | Judith Egger | Manuel Eitner | Empfangshalle | Daniel Engelberg | Beate Engl | Karen Michiko Ernst | Leonie Felle | Florian Froese-Peeck | Lisa Geller | Maximilian Geuter | Ben Goossens | Alison Grimm | Raphael Grotthuss | Emanuel Guarascio | Lukas Hoffmann | Michael Hofstetter | François Huber | Paul Huf | Jessica Kallage-Götze | Bianca Kennedy | Nico Kiese | Victor Kraus | Langund Troia | Christian Leitna | Kalas Liebfried | Michael Lippmann | Daniel Man | Nina Annabelle Märkl | Boris Maximowitz | The Swan Collective | Torsten Mühlbach | Ole Müller | Gregor Passens | Rosanna Marie Pondorf | Dieter Rehm | Viola Relle | Ivo Rick | Isabel Ritter | Felix Rodewaldt | Thomas Silberhorn | Simon Sternal | Sophia Süßmilch | Thomas Thiede | Magnus Thorén | Elina Uschbalis | Malte Wandel | Dominik Wandinger | Joseph Wandinger | Raphael Weilguni | Anthony Werner | Felix Leon Westner | Marian Wiesner | Tim Wolff | Sandra Zech | Pio Ziltz | Maximilian Zuzak

Die Führung erfolgte durch Frank Balve.

Führung durch die Diplomausstellung an der AdBK
10. Februar 2018
AdBK MUC 02-2018

Auch dieses Jahr boten wir wieder einen Streifzug durch ausgewählte Positionen der Absolventen in diversen Klassen der Akademie der Bildenden Künste München an. Auswahl und Führung übernahmen Dr. Susanna Ott und Dr. Arnold Lösler vom Vorstand des Kunstclub13.

Die Führung war eine absolut gelungene Veranstaltung und sicherlich wieder ein starker Imagegewinn für unseren Kunstclub. Wir haben eine Gruppe von fast 40 Mitgliedern und Gästen zu 10 ausgewählten Positionen unter den mehr als 80 Diplomexponaten führen können. Die Gruppe blieb trotz ihrer Größe ohne nennenswerte Verluste über 2,5 Stunden (!) beieinander. Susanna hatte als diesjähriges Jurymitglied eine abwechslungsreiche Vorauswahl getroffen: Konzept/Skulptur (Anne Seiler, Sandra Bejarano, Lea Grebe), Video (Bianca Kennedy), Malerei (Gülbin Ünlü, Hell Gette, Lola Sprenger, Andrea Zabric) und Performance (Max Weisthoff, Frauke Zabel).

Ausgezeichnetes Feedback, das Format funktionierte wieder sehr gut.

Atelierbesuch bei Veronika Veit
5. Dezember 2017
Veronika Veit Studio

Warm und kuschelig war es im Atelier von Veronika Veit…….und jeder Besucherstuhl ein Unikat

Der Abend war ein Rundgang durch den bildhauerischen, teilweise rätselhaften Kosmos von Veronika, und natürlich die preisdekorierten Videos „Im Bunker“ und „Faust“.

Mit dem Projekt „Im Bunker“ gelingt es Veronika Veit in einer Zeit, in der es zunehmend um Individualisierung statt um Gemeinschaft geht, in der Schlagworte wie Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung bereits im Kindergarten Thema sind, zu stören, aufzurütteln und zu provozieren.

Die Künstlerin setzt sich äußerst kritisch mit unseren Beziehungen zu Alltagsobjekten und Mitmenschen auseinander; einzigartig sind ihre Werke durch die vielfältigen auch historischen Beziehungsebenen, den intelligenten Humor und ihr genaues Beobachten menschlichen Verhaltens.

Es war ein spannender, aber auch ein lustiger Abend, weil wir Gäste immer auch wieder uns selbst reflektieren konnten.

IM BUNKER – Veronika Veit

Besuch der Künstlerateliers am Heizkraftwerk Süd
18. November 2017
Künstlerateliers Heizkraftwerk Süd

WIR WOLLEN BLEIBEN

diese Plakate hängen überall auf dem Gelände des ehemaligen Heizkraftwerkes der Stadtwerke München. Die über 300 Mieter, Kleingewerbe und Künstler des HP8, wollen sich nicht durch die Zwischennutzung des Gasteig verdrängen lassen. Wenn man das Gelände gesehen hat, kann man das wohl verstehen. Und mittlerweile sind die Chancen gar nicht so schlecht. Das Architekturbüro CBA, das ebenfalls ein Büro dort hat, legte Pläne vor, die den Mietern das Bleiben ermöglichen würden. Danach erhält der Gasteig lediglich die alte Turbinenhalle und das Eingangsbüro. Die restlichen noch notwendigen Gebäude will man danach in Containern auf den Freiflächen unterbringen. Es eilt! Schon am 13. Dez. will der Stadtrat darüber entscheiden.

Natürlich haben wir uns auch die unter Denkmalschutz stehende Turbinenhalle angeschaut, aber vorher waren von Sybille Rath in ihrem Atelier empfangen worden. Da hingen dann auch schon die 4 sehr eindrucksvollen Portraits, die sie für die Jahresgaben 2017 des Kunstvereins München gemalt hat. Anschließend ging es durch die Halle eines Restaurators für Oldtimer zu den sechs anderen Künstlern, die für uns ihre Ateliers geöffnet hatten. Christoph Lammers ( Zeichnung, Malerei), Wolfgang Aichner (Objekte, Installation), das ist der, der mit seinem Künstlerfreund Thomas Huber ein rotes Boot über die Alpen nach Venedig gezogen hatte und es in einem Kanal absaufen ließ, vor 4 Jahren während der Biennale. Doris Hahlweg (Malerei), Susanne Pittroff (Objekte), die sehr oft im öffentlichen Raum in München zu sehen sind,  Martin Schneider (Bildhauerei) und Eva Schöffel mit beeidndruckenden Fotos und Installationen.

Hoffen wir auf eine gute und nachhaltige Gesamtlösung für den Gasteig und die Künstler.

Wieder eine Entdeckung, die Künstler und Künstlerinnen, ihre Werke und die umkämpfte Location.

Herzlichen Dank an Sibylle Rath für den spannenden Nachmittag.

 

Führung durch die Kunst im HVB Tower
24. Oktober 2017

Seit 2016 ist der HVB-Tower am Arabellapark die komplett energieeffizient sanierte Unternehmenszentrale der HVB. Auch die Kunstsammlung der HVB hat im Tower ihren Platz gefunden. Über 100 Kunstwerke erzählen nach Themenschwerpunkten und Schlüsselwerken geordnet die Geschichte einer der bedeutendsten europäischen Corporate Collections.

Frau Jeehye Kim führte uns durch den Tower. Die Tour endete eindrucksvoll im „Sky Room“.

Galerietour zur OpenArt 2017
9. September 2017

S.M.S, shit must stop, eine neue Initiative junger Galeristen begleitete uns den ganzen Nachmittag.

Das begann schon bei Tanja Pol, da lief uns gleich der Künstler und Professor Gregor Hildebrandt mit seiner Freundin Alicja Kwade über den Weg, und machte Werbung für seine abendliche Performance zur Auftaktveranstaltung des S.M.S Vereins, im U-Bahn Zugang Münchener Freiheit. Einige der Teilnehmer an unserem Rundgang traf man dann dort auch tatsächlich wieder.
Durch die excellente Vorbereitung von Sophia Plaas ließ sich das etwas spätere Kommen von Tanja gut überbrücken. Gezeigt wird Martin Wöhrl, und Ausgangspunkt von Wöhrls künstlerischer Praxis ist die Auseinandersetzung mit Raum, Mass und Volumen im Sinne der klassischen Bildhauerei. Reduziert, karg und sehr spannungsreich.
Dann ging es um die Ecke zu Sabine Knust und sehr freundlich begrüßt von ihrem Parnter Matthias Kunz. Gezeigt werden sehr emotionale Malereien von Ika Huber, der Witwe von Günther Förg und Baselitz Schülerin. Aber auch mehr über den internationalen Verlag und die Editionsarbeiten der Galerie zu hören, war ein Erlebnis, und das wussten einige zu wenig. Aber auch hier SMS, Matthias gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Er machte auch noch Werbung für die Performance von Naneci Yurdagül um 17 Uhr, den er in der Dependance knust x kunz + ausstellt. Naneci muß man sich in der Tat merken, ziemlich verrückt, lustig, hintergründig und richtig gut.

Dann auf in die Türkenstraße, vorbei an den leeren Galerieräumen der verstorbenen Christa Burger, zu Klüser2. Herzlich empfangen wurden wir von Nina Neuper, der Direktorin bei Klüser, und man ahnt es schon, das nächste Mitglied des S.M.S Vereins. Auch sie erzählt etwas über die lange Historie der Galerie. „Ohne Bernd Klüser wäre Beuys nie nach München gekommen.“ Zu sehen sind großartige Arbeiten von Gregor Hildebrandt. Es ist die künstlerische Auseinandersetzung mit analogen Tonträgern. Audio- und Videobänder werden direkt auf Bildträger aufgetragen. Der Künstler schafft klare, reizvolle Arbeiten mit einem starken haptischen Charakter. Obwohl man nichts hört, es klingt überall. 
Seit Freitag gibt es eine neue Galerie neben Jo van de Loo und knust x kunz, die Galerie von Susan Bountwell. Sie hatte über 20 Jahre eine Galerie in Sidney und ist jetzt nach München gezogen. Als geborene Düsseldorferin wollte sie irgendwie zurück in die Heimat, na ja, und daraus ist dann München geworden. Ihr Programm werden Künstler aus Australien und Neuseeland, aber auch aus München sein. Sie zeigt Peter Daverington, der sehr plakativ mit surrealistischen Motiven á la Chirico spielt. Peter: „ich male halt gerne….“. Peter begann als street-art Künstler.
Mehrere Galeristen stellten einen Rückgriff auf die 50/60/70er Jahre aus.

Also dann doch richtig eintauchen in die Vergangenheit. Wir gingen zu Marie-José van de Loo, der Tochter des berühmten Galeristen uns Sammlers Otto van de Loo. In ihrem Projektraum zeigt sie Helmuth Sturm, einem Gründungsmitglied der Münchener Gruppe SPUR. Die künstlerischen, literarischen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge der Zeit schilderte sie sehr eindringlich und lebhaft. Und es war kaum zu glauben, die Gruppe von über 25 Teilnehmern blieb bis zum Schluss zusammen und hatte offensichtlich Spaß an den Mix von Künstlern und Strömungen über einige Dekaden hin. 

Ach ja, bei der S.M.S. Party am Abend waren alle üblichen Verdächtigen wieder versammelt, auch Teile unserer nachmittäglichen Gruppe. S.M.S. will die Münchener Galerienszene stärker internationalisieren und sucht weltweit Partnergalerien, aber auch Institutionen und private Sammlungen die sich beteiligen. In den nächsten Monaten wird ein Konzept dieser Vernetzung erstellt und in einem Jahr soll alles Realität werden. Ich kann mir vorstellen, dass wir ihnen in unserer Montagsrunde dafür auch eine Plattform bieten können, wenn es denn ein erstes Konzept gibt. Die Bereitschaft jedenfalls war für Nina, Matthias und Johannes Sperling groß. Die Galerienszene in München kommt offensichtlich in Bewegung, gut wäre es. Mal schauen, wie es in einem Jahr aussieht, der 30sten Ausgabe von OPENart. Konkurrenz belebt das Geschäft. „Stoppt den Mist“ titelt Evelyn Vogel an diesem Wochenende in der SZ.

Führung durch die Jahresausstellung in der Akademie
29. Juli 2017
AdBK München Jahresausstellung

Auch im Juli 2017 boten wir wieder eine Führung durch die Jahresakademie der Akademie der Bildenden Künste München an. Vorbereitung und Führung erfolgen diesmal durch die Vorstandsmitglieder des Kunstclub13 Dr. Susanna Ott, Hans-Joachim Heins und Dr. Arnold Lösler mit Unterstützung von Angelika Stiegler von der AdBK.

Folgende Positionen wurden besucht:

  • Shriley Cambonie „À la mémoire“ (Klasse Pitz, Fassade) * Preis des Akademievereins 2017
  • Klasse Rosefeldt „Utopium“ (Bibliothek, Litfaßsäule: Installationen und Performanceprogramm) *Preis des Akademievereins 2017
  • Klasse Hildebrandt VIP Raum
  • Stela Vula (Klasse Huber, Videogame)
  • Klasse Huber: EG und UG
  • Gemma Meulendijks, Performance „an act of restauration and conservation“
  • Maria Matinyan „NMM-Zone: Natur-Maschine-Mensch-Zone“ (u.a. Klasse Rosefeldt, Garten)
Besuch in der Wiede-Fabrik
15. Juli 2017
Wiede-Fabrik

Im Jahr 1928 errichtete der Firmengründer Gottfried Wiede auf dem knapp drei Hektar großen Gelände eine Fabrikations-Stätte zur Herstellung von Acetylen, einem ungiftigen Gas, das zusammen mit Sauerstoff zum Schweißen verwendet wird. Durch den Aufschwung während der Wirtschaftswunderjahre wuchs die Produktion und die Gasflaschen fanden weltweiten Absatz. Im Jahr 1985, nach fast sechzig Jahren Produktion im Familienbetrieb, wurde der Konkurrenzdruck jedoch zu groß und die Gründerfamilie entschloß sich zur Stilllegung.

Der Eigentümer und Stammhalter der Gründerfamilie, Andreas Wiede-Kurz, betreibt seit 1992 nachhaltig die Entwicklung der Fabrik zu einem Ort, an dem Künstler frei Raum gestalten und Kunst schaffen können. Im Sommer ’95 traten die Künstler der alten Wiede-Fabrik erstmals in einer großen Gemeinschaftsausstellung an die Öffentlichkeit.

Die Zukunft wird von verstärkten Aktivitäten geprägt sein und die Wiede-Fabrik als langfristiges Modell der privaten Förderung von zeitgenössischer, bildender Kunst fest etablieren. Der Förderer und „Ermöglicher“ Andreas Wiede-Kurz setzt damit auf eigene Art die Tradition der Familie Wiede fort, Nachhaltigkeit im besten Sinne des Wortes als Wert zu etablieren. Sein Medium hierfür ist die Kunst.

Andreas Wiede-Kurz selbst führte uns zu einigen ausgesuchten  Positionen. Wer Lust und Muße hatte, konnte dann noch weitere der ca. 30 Ateliers erkunden. Anschließend konnte man im Bistro den Nachmittag ausklingen lassen.

Wiede-Fabrik Website

Führung 14. RischArt_Projekt: PARASYMPATHIKUS
1. Juli 2017
RischART_Paraympatikus

„Ruhe mitten in der Stadt, ist das überhaupt möglich?“. Um Antworten auf diese zentrale Frage zu finden, hat die Kuratorin Katharina Keller sechs KünstlerInnen eingeladen, das diesjährige Ausstellungsthema zu interpretieren.

Bereits seit 1983 gehen die RischArt_Projekte immer wieder neue Wege, um Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen. 2017 wird das 14. RischArt-Projekt, eingebettet in die besondere Atmosphäre des Kunstareals, für drei Wochen zum urbanen Ruhepol, Ort der entspannten Kommunikation und Zerstreuung, ein temporärer Kunstort mitten in der Stadt.

Beteiligte KünstlerInnen: Wolfgang Ellenrieder, Beate Engl, Alexandra Hendrikoff, Vincent Tavenne, Ina Weber, Martin Wöhrl.

Die Führung erfolgte durch die Kuratorin Katharina Keller.

 

Münchner Zukunftsland gleich hinterm Ostbahnhof: Viele Facetten und eindrucksvolle Künstler in der whiteBOX
13. Mai 2017

Auf die Partylöwen folgen die Schafe:

Auf dem ehemaligen Gelände des Kunstparks-Ost entstanden Lofts, Büros und Restaurants und über 30 Ateliers in der whiteBOX. Sogar eine Blumenwiese auf dem Dach mit einer Schafherde ist geplant.

Das sogenannte Werk 3 war in früheren Zeiten wesentlicher Bestandteil der Kartoffelknödel-Fabrik der Firma Pfanni. Es blieb in seinen Grundstrukturen erhalten, wurde aber vollständig modernisiert, aufgestockt und erweitert.

Ein spannendes Projekt mit seinem rauen Industrie-Charme. Und gleich nebenan wird demnächst das Konzerthaus-München gebaut werden, wenn dann mal alle Bewerber die Architektur-Ausschreibung abgegeben haben.

Die Künstlerin Patricia Wich führte uns durch mehrere Ateliers, natürlich auch durch ihr eigenes. Dort konnten wir das Modell einer Arbeit für eine neue Schule auf dem Domagkgelände bewundern. Die Arbeit muss sie am kommenden Wochenende installieren und die Kinder werden viel Spaß beim Klettern und Versteckspielen haben. Danke an alle, die am Samstag Nachmittag für unsere Gruppe ihre Türen geöffnet haben. Neben Patricia waren es Stephanie Maier, Gregor Passens, Johannes Wende, Matias Becker, Robert Weissenbacher, Sinon von Stietencron, Matthias Fucks und Youjin Yi. Einen Eindruck, auch aller anderen Positionen, findet man hier:

http://www.whitebox-muenchen.de/kuenstler/

Zum Schluß führte uns die Künstlerin Judith Egger noch duch ihre Ausstellung URSPRUNG/ORIGINS – eine Versuchsannäherung über die Selbstorganisation der Materie und die Entstehung des ersten Lebens auf der Erde. Das ist ein interdisziplinäres Projekt im Dialog der Künstlerin mit dem Biophysiker an der LMU, Prof. Dieter Braun. Richtig spannend und auch lustig, zumal Judith zum Schluß auch noch die Urknallbrille aufsetzte.

Besuch in der ERES-Stiftung
22. Februar 2017
ERES Stiftung Feb. 2017

Am Abend des 22. Februar fanden wir uns in der ERES-Stiftung ein zu einer Führung durch die aktuelle Ausstellung: ICH ist eine EGO-Maschine. Die Führung übernahm Frau Dr. Sabine Adler, Direktorin der ERES-Stiftung.

Was ist Bewusstsein und warum entwickeln wir überhaupt bewusste Vorstellungen? Diese Fragen zählen zu den großen ungelösten Rätseln der Wissenschaft. Mit neuen Methoden brachte die Hirnforschung in den vergangenen Jahren unerwartete Erkenntnisse. Ist das Ich-Bewusstsein lediglich ein von unserem Gehirn erzeugtes Modell – eine Täuschung, aber eine sehr nützliche? Wie fühlen wir mit anderen Menschen? Was passiert in Trance? Haben auch Tiere ein Bewusstsein? Die Ausstellung zeigt künstlerische Positionen, die sich mit den faszinierenden Ergebnissen der Bewusstseinsforschung beschäftigen, begleitet von einem umfassenden wissenschaftlichen Rahmenprogramm.

Paweł Althamer versetzt sich mit LSD, Magic Mushrooms, Haschisch und anderen Substanzen in bewusstseinserweiternde Zustände. Jan Fabre diskutiert in einem performativen Video mit dem Neurowissenschaftler Giacomo Rizzolatti über die Frage »Do we feel with our brain and think with our heart?«, Carsten Höllers Fotoserie »Sina« reflektiert, ob auch Tiere ein Bewusstsein haben. Peter Kogler zieht in einem eigens für die Ausstellung konzipierten Kubus die herkömmliche Erfahrung von Raum in Zweifel und setzt irritierende Bewusstseinsphänomene frei. Seine jüngsten Collagen zielen mit ihren Bildstrudeln direkt ins Unterbewusstsein und reihen sich zu einem teils poppig-bunten, teils abgrund-schwarzen Remix. Die Ausstellung zeigt zudem neue »Rubbings« von Matt Mullican sowie die Videoperformance »Breakfast«. Überraschend erzählerisch ist seine neue Arbeit »Untitled (A place to sleep)«, die mit einfachsten Mitteln die Sehnsucht des Menschen nach Geborgenheit und Intimität formuliert. Thomas Zipp entwirft ein Ensemble aus Leinwandbildern und elektronischen Musikgeräten, das er als neuronales Netzwerk inszeniert. Mit Antennen als »Wahrnehmungsorganen“ entwickelt die Musik-Maschine ein unheimliches Sound-Eigenleben – und vielleicht sogar Bewusstsein?

Führung durch die Diplomausstellung an der AdBK München
11. Februar 2017

Auch dieses Jahr führten wir eine geführte Tour durch ausgewählte Studios der Akademie der Bildenden Künste München durch. Absolventen zeigten ihre Diplomarbeiten in den Studios. Die Führung übernahm Angela Stiegler, künstlerische Mitarbeiterin von Prof. Hermann Pitz. Gezeigt wurden ausgewählte Positionen, u.a. von Pio Ziltz, Hiba Al Ansari und Sophie Schmidt. Die Teilnehmer konnten außerdem auf eigene Faust weitere Studios besuchen.

Hier die komplette Liste der besuchten Stationen:

0) Frank Balve (ehem. Klasse Prof. Schneider, Bildhauerei), * ehemaliger Preisträger K’13 Förderpreis – Friedhof vor dem Altbau der Kunstakademie

1) Peter Bulla (Klasse Prof. Huber, Bildhauerei) und Maria Braune (Klasse Prof. Pitz, Bildhauerei) – „Geister“ und Fries aus Asche und Knochenleim

2) Sara-Alisa Raschke und Maximilian Helk (Klasse Prof. Oehlen, Malerei) (Künstlerduo und individuelle Positionen) – Märchen und Geisterbild /
Pio Ziltz (Klasse Prof. Oehlen, Malerei), * nominiert für den K’13 Förderpreis 2017, * Senator-Bernhard Borst Preis – Modelle und Reliefs

3) Josef Knoll (ehem. Prof. Förg/ Prof. Hildebrandt, Malerei) – Stiftrisograf (leider nicht anwesend)

4) Bettina Kirmair (Prof. Brack, Bühnenbild) – „Warten auf Romeo“, Balkoninstallation

5) Hiba Al Ansari (ehem. Prof. Schneider, Bildhauerei), * DAAD-Preis – Mathematikbuch

6) Sophie Schmidt (Prof. Huber, Bildhauerei), * nominiert für den K’13 Förderpreis 2017, * Debütantenförderung – „Engländerin in Empfängnis“ Tafelbild

7) Samuel Ferstl (Prof. Huber, Bildhauerei), * Super + Kunstförderpreis 2017 – „Western Vodoo“ Installation mit Performance

*) Empfehlung: Schmuckklasse, besonders Jing Yang „Ich bin keine Vase“, Untergeschoss

Kunst beim ADAC
9. Februar 2017
ADAC

Unter der Führung von Annette Vogel, Kunsthistorikeren und Kuratorin, bot der Kunstclub13 eine Führung durch die Sammlung des ADAC in dessen Zentrale in der Münchner Hansastr. an.

Seit Ende der 60er Jahre Jahre sammelt der ADAC Kunst zum Thema Automobilität. Keine andere technische Erfindung als das Auto erfuhr diese große Resonanz in der Kunst und erstaunlich viele bedeutende Künstler nach 1945 setzten sich sowohl ästhetisch als auch kulturkritisch mit dem Auto auseinander.

Die Kunstsammlung des ADAC enthält Werke von Andy Warhol, Edward Kienholz, Joseph Beuys, Wolf Vostell, Dieter Roth und Thomas Bayrle bis hin zu Werken aus der neueren Zeit von Andreas Slominski, Jeppe Hein und Wolfgang Tillmans. Sie spiegelt den Zeitgeist verschiedener Jahrzehnte und setzte ein, als die Massenmotorisierung und deren kontroverse Diskussion um Sicherheit, Fortschritt und Zerstörung – zur Zeit von Popart, Happening, Fluxus und Kritischem Realismus  – einen Höhepunkt erfuhr. Die Unternehmenssammlung versteht sich seitdem als eine Facettte der immer aktuellen Mobilitätsdiskussion und ist integraler Bestandteil der betriebsinternen Kommunikation.

Seit Dezember 2011 wird die Kunstsammlung „Spuren“ im neuen ADAC Geschäftsgebäude in der Hansastraße in München präsentiert, das von den Berliner Architekten Sauerbruch/Hutton entworfen wurde.

Besuch im Atelier von Tim Bennett
14. Dezember 2016
Tim Bennett

Geboren 1973 in Rochdale, Großbritannien, lebt und arbeitet Tim Bennett seit über 15 Jahren in München. Nach dem Studium der Malerei und Bildhauerei bei Ben Willikens und Hermann Pitz an der Akademie der Bildenden Künste München und diversen Stipendien im In- und Ausland bis 2005, kehrte er für drei Jahre in sein Heimatland zurück, um einen Master of Fine Arts am renommierten Goldsmiths College in London zu absolvieren. Seit 2013 wird er von der Galerie Jo van de Loo vertreten.

Schon in den frühen Arbeiten Bennetts spielt das Verhältnis von spontaner künstlerischer Geste und oft langwierigen und akribischen Arbeitsprozessen, die eben aus jener hervorgehen, eine entscheidende Rolle. Dabei bedient sich der Bildhauer aus einer großen Palette von handelsüblichen Baustoffen und Materialien, die er gerade durch Verfahren der Veredelung und Neukontextualisierung in völlig neue Bedeutungsräume versetzt. Zentrale Materialien sind von jeher Gipskarton, Gips, Marmor, Zement, Holz, Furnier, aber auch Bronze oder Bierdeckel.
In den neuesten Wandarbeiten, die gerade bei seinem Galeristen Jo van de Loo zu sehen waren, wird Gipskarton mit Raufaser tapeziert, um dann als farbiger (Bild-)Träger für den eingegossenen Gips zu dienen, der wiederum den „Schutt“ des Ateliers mit einschließt und zu einem Teil der scheinbar zufällig entstandenen Form macht.

In einer zweiten Werkreihe widmet sich Tim Bennett einem weiteren „Baustoff“, aber vor allem Material der klassischen Bildhauerei, dem Marmor. Polierte Carrara-Marmor-Blöcke werden grob von Hammer und Meißel des Künstlers bearbeitet ohne ihre Funktion des Sockels zu verlieren. Dabei werden sie selbst zur Skulptur. Der abgeschlagene Marmorbruch wird anschließend als Plastik aufwendig „aufgepfropft“ und gegebenenfalls mit Ölfarbe bemalt. Denn auch hier gilt wieder: Auf eine schnelle Geste des Künstlers folgt ein verhältnismäßig langer Prozess der Ausarbeitung und Veredelung – ganz im Sinne Bennets: Time is a Waste.

Anschließend fanden sich die Teilnehmer zum geselligen Abendessen im Wirtshaus „Hohenwart“ ein.

Werkstattführung beim Rahmenmacher Werner Murrer
8. November 2016
Murrer

Am 8. November 2016 öffnete WERNER MURRER RAHMEN exklusiv die Türen seiner Thalkirchner Rahmenwerkstatt für den Kunstclub13. Die Führung gab Einblick in die vielfältige Arbeit seines Teams, das aus Schreinern, Vergoldern, Buchbindern, Glasern, Holzbildhauern, Künstlern sowie Kunsthistorikern besteht.

Das Highlight der Werkstatt sind die 2.500 historischen Rahmen, die aus dem 16.-20. Jahrhundert stammen und sowohl als Muster für Kopien als auch als Verkaufsexemplare für Künstler, Sammler und Museen dienen. Anhand der originalen Rahmungen gibt Werner Murrer einen kurzen Abriss über die Geschichte des Rahmens bis hin zu zeitgenössischen rahmenlosen Präsentationsformen.

In der Schreinerei und Vergolderei sah man schließlich die verschiedenen Werkzeuge und Materialien, die zum Entstehen und zur Fertigstellung eines Rahmens beitragen. Neben Sägen, Fräsen und Blattgold gab es dabei auch Überraschendes und Ungewöhnliches wie etwa Flammenwerfer und Halbedelsteine.

Während die Rahmenrekonstruktionen und Kopien nach Möglichkeit in traditionellen Herstellungsverfahren gefertigt werden, wird in der Einrahmerei nach modernen konservatorischen Richtlinien eingerahmt. Säurefreie Passepartouts und schützendes UV-Glas werden dort ins passende Format gebracht.

Die Auswahl eines Rahmens geschieht natürlich nicht nur in enger Absprache mit dem Kunden, sondern auch mithilfe eingehender kunsthistorischer Recherche. Eine eigene interne Bibliothek zum Schwerpunkt Bilderrahmen, sowie ein Bildarchiv mit über 75.000 Bilddateien helfen dabei, für jedes Kunstwerk den optimalen Rahmen zu finden.

Alle Kunst- und Rahmeninteressierten waren im Anschluss eingeladen, den Abend zwischen jahrhundertealten Meisterwerken der Rahmenkunst mit Wein und Häppchen ausklingen zu lassen.

Weitere Infos zu Werner Murrer Rahmen

Führung durch „Zimmer Frei“ im Hotel Mariandl
12. Oktober 2016
Zimmer Frei

In Zimmer 23 liegt Robert Crotla in der mit warmem Wasser gefüllten Badewanne, mit Taucherbrille und Schwimmflossen…und planscht…..und im Hintergrund schmalzt Hans Albers sein „La Paloma adé….auf Matrosen ohéeeiiii…..“

„Hat der ’ne Badehose an?“ „Neee, jetzt schau doch einfach mal hin…!“

Robert hatte sich für uns diese Einlage ausgedacht. Die Matrosenanzüge und Kleider der Vernissagen Performance lagen überall im Zimmer herum, am Vorabend waren das die Verkleidungen lebender und tanzender Statisten gewesen. Der Förg Schüler hatte auch seinen eigenen Chefpoeten mitgebracht, dessen Redefluss musste man irgendwann stoppen. Vor 17 Jahren hatte der Kurator Mehmet Dayi dieses Format erfunden. Jedes Jahr im Oktober – nach der Wies’n – beziehen Münchner KünstlerInnen 12 Zimmer auf zwei Etagen des Hotels und bringen den Hotelalltag durcheinander. Es entstehen ortsbezogene Arbeiten, Installationen, Projektionen, Inszenierungen und Performances – in Reaktion auf den Ort, seine Geschichte und seine einzigartige Atmosphäre.

Alle 5 Sinne werden angesprochen. Bei dem Duo Schwaiger / Häsler sind es die Hinterlassenschaften der Übernachtenden. Befleckte Matrazen, Assoziationen von Haaren aller Körperteile und ein unangenehmer Geruch von ausgelegten Käsescheibletten, der sich bis zur Finissage wohl noch verstärken wird.

Farblich sind sie bereits in Ocker übergegangen. Ähnlich intensiv ist es im Zimmer von Marc Avrel. Auf dem Bett liegen Koran, Bibel und Tora getränkt mit dem Blut des Künstlers. Ein subtiler Aufruf gegen Gewalt. Marco Miehling zieht mit einer physikalischen Installation den Baum, also die Natur, ins Zimmer. Auch die Künstler Oliver Winheim, Thomas Silberhorn, Shinae Kim, Yeonsoo Kim, Julien Viala und Kitty & Joy sind sehr sinnliche Erlebnisse.

Olga Wiedenhöft verknüpft Geist und Seele und lässt uns an eigenen Herzschlagerlebnissen, da wird nichts verraten, im Raum 26 teilhaben.

Zurück auf der Straße hört man dann auch die Soundinstallation von Hisashi Yamamoto. Oben war das Zimmer 11abgeschlossen.

Im nächsten Jahr wird das „Baby“ von Mehmet Dayi 18 Jahre alt, also volljährig. Dann schauen wir mal, womit er uns dann überraschen wird. Danke an Julia Rennschmid und Hilke Bode für die Führung und Interpretionshilfen.

Die Gruppe vom Kunstclub13 jedenfalls hatte viel Spaß, weil in einigen der Zimmer immer auch eigene Erlebnisse mit Hotelzimmern hoch kamen.

Besuch im Europäischen Künstlerhaus Schafhof in Freising
24. September 2016

Mit den Fotos von Andreas Müller wird man noch einmal zurück versetzt in einen wunderschönen Nachmittag im Schafhof in Freising. Angereist mit Auto, S-Bahn oder Fahrrad, bei eigentlich perfektem Wies’n Wetter, hatte die Gruppe ein besonderes Erlebnis. Eike Berg, der Leiter des Künstlerhauses, erzählte uns die Geschichte des Gebäudes: Es war wirklich mal ein Schafhof für Merino-Schafe, gebaut von König Max I. Joseph um 1820. Zwischenzeitlich verfallen, wurde es liebevoll restauriert und bietet mit seiner außergewöhnlichen Architektur Ausstellungsmöglichkeiten für Künstler und für den europäischen Austausch, auch Wohnateliers für Künstler aus anderen Ländern.

Die austellende Künstlerin im unteren Teil des Gebäudes ist Eszter Szabo, eine Ungarin. Deren Zeichnungen und Gemälde, die dann in einem zweiten Prozess animiert werden, sind nur im ersten Moment hübsch und niedlich. Bei längerer Betrachtung sind sie voller politischer und gesellschaftlicher Kritik. Sehenswert.

Im oberen, beeindruckenden Tonnengewölbe zeigt Tatjana Utz Malerei, Zeichnungen, Linolschnitte und Installationen in der Ausstellung Showtime.

Travestie ist eine sehr alte Theaterform, schon in der Antike spielten Männer Frauenrollen. Lange hat die Künstlerin die aktuelle Travestieszene beobachtet und mit einigen Stars zusammengearbeitet. Daraus ist Showtime entstanden. Grell und doch hintergründig, wie die Szene selber, sind die großen Formate. Und noch empfindsamer und schonungsloser dargestellt sind die Travestiekünstler durch die Objekte und Drucke in den Kabinetten.

Bis zum  9. Oktober kann man die Ausstellung noch sehen. Es lohnt sich.

Herzlichen Dank für die Einführung, den Katalog mit DVD, und Begleitung durch Tatjana Utz, und herzlichen Dank an Eike Berg für den zauberhaften Nachmittag und die leckere Bewirtung.

Galerietour zur Open Art in der Maxvorstadt
11. September 2016
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Auch in 2016 gab es wieder eine Galerietour zum Open Art Galeriewochenende in München. Der Schwerpunkt lag diesmal auf „jungen“ Galerien in der Maxvorstadt mit einem Feuerwerk an verschiedenen Eindrücken.

Unsere erste Station war die 2015 eröffnete Galerie Dirk Halverscheid mit Arbeiten von Claudia Chaseling. Die farbenfrohen Gemälde und Installationen haben bei näherer Betrachtung durchaus einen ernsten Hintergrund. In den neuen Räumen von Max Weber präsentierte Frank Balve seine Installation „Menschenleer“. Bei Knust x Kunz in der Theresienstraße zeigte uns Naneci Yurdagül seine Arbeiten, die sich kritisch-witzig mit dem Islam auseinander setzen. Gleich nebenan bei Jo van der Loo gab es aktuelle Arbeiten von Florian Haller. Francoise Heitsch zeigte Werke von Philip Gufler. Zum Abschluss gab es bei Karin Wimmer 100% Internet mit Arbeiten von Gretta Louw, Florian Freier, Barbara Herold, Florian Huth, Olaf Probst und Christina Maria Pfeifer.